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Eröffnungsfeier am 8. September
Gut Königsbruch in neuem Glanz

Ein Blick auf das komplett sanierte Herrenhaus von Gut Königsbruch. Der Abschluss der Renovierungsarbeiten wird am 8. September gefeiert.
Ein Blick auf das komplett sanierte Herrenhaus von Gut Königsbruch. Der Abschluss der Renovierungsarbeiten wird am 8. September gefeiert. FOTO: Ulrike Stumm
Bruchhof. Nach vier Jahren aufwendiger Restaurierungsarbeiten wird Gut Königsbruch am Samstag, 8. September, mit einem großen Fest für die Bevölkerung eingeweiht. Eine Familie hat das barocke Anwesen vor dem Verfall gerettet.

Um Schlafende zu wecken, dauert es manchmal hundert Jahre – wie im bekannten Märchen um Dornröschen. Bei Gut Königsbruch waren vier Jahre intensiver und aufwendiger Bauarbeiten nötig, um aus den verfallenen, stark heruntergekommenen Anwesen ein Kleinod zu machen.

Das Herrenhaus strahlt heute in leuchtendem Gelb, davor ein mit Brunnen, Blumen und Kies gestalteter Vorplatz. Das ehemalige Verwalterhaus, die Scheune, die Ställe: alles echte Schmuckstücke. Dazu kommt ein wunderbar angelegter Barockgarten, in dem Rosen blühen, Statuen kontrastieren, Bäume Sichtachsen markieren. Und hinter dem Haupthaus steht jetzt eine neue kleine Kapelle mit bunten Glasfenstern und besonderer Orgel. Daneben zieht sich ein Rhododendrongarten.

Wer sich vor einigen Jahren auf der Baustelle umschaute, der hätte dies alles nicht für möglich gehalten. Eines ist klar: Es waren viel Liebe, Ausdauer, Nerven und sehr viel Geld nötig, um das barocke Kleinod vor dem Zerfall zu retten. Pläne gab es dafür in den Vorjahren zwar schon viele, damals, als das Gut noch Tascher Hof hieß, sollten hier zum Beispiel Wohnungen entstehen oder auch ein Seniorenheim. Alle gaben allerdings frühzeitig auf.



Erst als sich Archibald von Wegner quasi spontan in das Anwesen verliebte, ihm seinen ursprünglichen Namen Gut Königsbruch zurückgab, kam die Wende für das Haus und seine Nebengebäude. Heute ist es Margrit von Wegner-Hauenstein, die den Traum ihres mittlerweile verstorbenen Mannes wahr werden lässt. Hürden gab es genug. Da waren nicht nur komplett verfallene Dächer, Boden, der herausgenommen werden musste, bis auf den rohen Stein des Gewölbekellers oder ein Hallenbad, das einmal angebaut wurde – eine Bausünde der siebziger Jahre, die verschwinden musste. Feuchtigkeit, Holzwurm, Schimmel, Pilz, verfaulte Balken oder solche, die nach einem Brand durch Eisenbahnschienen ersetzt worden waren. „Was man angefasst hat, war eine Katastrophe“, sagt Margrit von Wegner. Es galt darüber hinaus, die Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen. Es sei, so macht sie klar, alles privat finanziert worden. Man habe „keinen öffentlichen Cent“ in Anspruch genommen. Und wer heute vorbeifährt, sieht: Die Mühe hat sich mehr als gelohnt. Es sind viele liebevolle Details, die hier die Atmosphäre ausmachen, angefangen vom geölten Versailles-Parkett über antike Heizkörper bis zu den alten Rosensorten im Garten.

Sie will die Einweihung gemeinsam mit der Bevölkerung feiern, lädt daher am Samstag, 8. September, 11 bis etwa 15 Uhr zur großen Feier ein – mit Musik, aber auch Führungen durch den öffentlichen Teil von Gut Königsbruch. Abends, so berichtet Margrit von Wegner, gebe es ein Konzert mit der Berliner Bluesband Blue Ribbon und Jessie Gordon. Wer dann noch nicht genug hat, der kann sich am Tag danach, Sonntag, 9. September, nochmals hier umschauen: Das Gut öffnet zum Tag des offenen Denkmals seine Tore. Führungen gibt es um 10, 12, 14 und 16 Uhr.

Als die Familie von Wegner vor Beginn der Arbeiten der Stadt ihre Pläne vorstellte, war das ein Glücksfall für Homburg. Denn Ziel war es, das kurz vor dem Zusammensturz stehende Gut wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, so, wie es 1766 einst gebaut wurde.

Mittlerweile ist es viel mehr als das, denn das Gut lebt. Seit Februar sind hier Veranstaltungen möglich, berichtet Margrit von Wegner. Zum einen im Untergeschoss des Haupthauses mit einem größeren Raum und einem Jagdzimmer. Zum anderen in der großen Halle, dem ehemaligen Pferdestall – hier machen auch die Musikfestspiele Saar Station: Am 1. November gibt es eine Klaviermatinee mit Robert Leonardy (Infos: www.musikfestspielesaar.de). Wer möchte, der kann hier auch heiraten: Die neu errichtete Noah-Kapelle, die zum Gebäudeensemble gehört, ist nicht nur ein Ort für standesamtliche, sondern auch für kirchliche Trauungen (Details zu Veranstaltungen und Kontakt siehe www.gutkoenigsbruch.de). Ins ehemaligen Verwalterhaus ist der Architekt des Ganzen eingezogen und in die ehemalige Scheune, die Stiftung Schriftkultur von Katharina Pieper, in der ein Museum zu finden ist, Workshops stattfinden.

Wie das so ist bei einer Haussanierung: Irgendetwas gibt es immer noch zu tun: So stehen zum Beispiel noch die Schmiedeeisenarbeiten aus, etwa für die Tore hinten und vorne, für die Mauern. Und Pläne gibt es ebenfalls. Wenn noch Geld übrig ist, so sagt Margrit von Wegner, dann werde noch ein Landschaftsgarten mit einem dreißig mal vierzig Meter großen Teich angelegt. Vielleicht im nächsten Jahr. Jetzt wird erst einmal das Erreichte gefeiert.

Die Noah-Kapelle auf Gut Königsbruch wurde neu gebaut.
Die Noah-Kapelle auf Gut Königsbruch wurde neu gebaut. FOTO: Ulrike Stumm
Im Barockgarten wurden auch „alte Rosensorten“ gepflanzt wie etwa die Madame Isaac Pereire.
Im Barockgarten wurden auch „alte Rosensorten“ gepflanzt wie etwa die Madame Isaac Pereire. FOTO: Ulrike Stumm