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Polizeireform ab Montag
Einzugsgebiet der Inspektion Homburg wächst

Die saarländische Polizei ist umstrukturiert worden. Für die Homburger ändert sich nichts, in Kirkel und Bexbach wurden die Sprechzeiten reduziert, aber dafür mit der Garantie, dass dann jemand da ist. Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim gehören dann zu Homburg.
Die saarländische Polizei ist umstrukturiert worden. Für die Homburger ändert sich nichts, in Kirkel und Bexbach wurden die Sprechzeiten reduziert, aber dafür mit der Garantie, dass dann jemand da ist. Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim gehören dann zu Homburg. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Homburg/Bexbach/Kirkel. Die Polizeiinspektion Homburg ist zu einer der zwölf saarländischen „leistungsstarken und rund um die Uhr besetzten Inspektionen“ aufgewertet worden. Neu hinzu gekommen sind Blieskastel, Gersheim und Mandelbachtal. Von Christine Maack

Ab Montag, 22. Oktober, wird die saarländische Vollzugspolizei neu strukturiert sein (wir berichteten). Zur Polizeiinspektion Homburg werden dann neben Kirkel und Bexbach auch die Stadt Blieskastel, die Gemeinde Mandelbachtal und die Gemeinde Gersheim gehören. Damit ist Homburg zu einer der zwölf saarländischen „leistungsstarken und rund um die Uhr besetzten Polizeiinspektionen“ aufgewertet worden. Mit einem ziemlich großen Einzugsgebiet – im Fall von Gersheim rückt Homburg geografisch sehr nahe an die Landeshauptstadt heran, weshalb „in dringenden Fällen“ auch die Führungs- und Lagezentrale Saarbrücken einspringen soll.

Ziel sei es, die „Polizeidienststellen des Saarlandes personell zu stabilisieren, um weiterhin die Sicherheit im Land auf einem hohen Niveau zu gewährleisten“, heißt es dazu in einer Presserklärung der Polizeiinspektion Homburg. Wir fragten bei der Homburger Polizeichefin Alexandra Besse nach, was dies für die Bürger bedeute. Zumal „Umstrukturierung“ üblicherweise nichts Gutes verheißt. Jeder Arbeitnehmer weiß aus Erfahrung, dass mit diesem hochtrabenden Wort meistens simple Dinge gemeint sind: mehr Arbeit mit weniger Personal.

„Nein, die Polizeiposten in kleineren Kommunen wie zum Beispiel in Kirkel-Limbach bleiben als lokale Ansprechpartner in ihrer bisherigen Struktur bestehen“, betont Alexandra Besse. Allerdings sind die Sprechzeiten für die Bürger reduziert worden, „dafür ist aber zu den festen Zeiten, die wir jetzt gesetzt haben, immer jemand da“. Bisher sei es so gewesen, dass die Beamten neben ihrer Arbeit im jeweiligen Polizeiposten auch zu Einsätzen gerufen wurden, „so dass die Bürger auch schon mal vor verschlossenen Türen standen“.



Dies, so Besse, sei künftig nicht mehr der Fall: „Unsere Leute sind dann auch garantiert vor Ort.“ Für die Polizeiinspektion Homburg sei dies allerdings ein Mehraufwand, „denn es macht uns weniger flexibel und bindet Personal“. Es war Wunsch der Politik, dass die Umstrukturierung der Polizei nicht auf Kosten der Bürgernähe gehen sollte, „deshalb gibt es die festen Zeiten“, so Besse.

Aber man müsse auch sehen, dass in dieser Zeit die Beamten gebunden seien: „Wenn in drei, vier Stunden womöglich gar kein Bürger kommt, ist das auch nicht so ideal, denn es ist Zeit, die für andere Dinge verloren geht.“ Nun müsse man aber sehen, wie sich das neue Konzept der Bürgersprechstunden bewähre. Alexandra Besse findet es gut, wenn die Polizei im jeweiligen Rathaus ihren Platz habe, „dann haben die Bürger eine bekannte Anlaufstelle“, was im Limbacher Rathaus ja auch der Fall sei.

Die Strukturänderung bei der Polizei werde für die Bürgerinnen und Bürger ohne spürbare Auswirkungen bleiben, betonte Alexandra Besse weiter: Die Anzahl der verfügbaren Streifenkommandos könne auf einem gleichbleibend hohen Niveau gehalten werden. Jedes an die Polizei herangetragene Hilfeersuchen werde nach wie vor zeitnah durch ihre Polizei abgearbeitet. Dass die Polizeiposten in Kirkel, Bexbach und Blieskastel nachts nicht besetzt sind, sondern die Nachtschicht von Homburg aus organisiert wird, „das ist ja schon seit 2012 so“, betont die Homburger Polizeichefin, „da hat sich nicht viel verändert.

Lediglich die Tagesdienste wurden nun auch verstärkt nach Homburg verlegt. Bis auf die bereits erwähnten verbindlichen Sprechzeiten vor Ort“. Nun erfolgen auch die Tages-Einsätze und die Organisation der verfügbaren Streifenkommandos von Homburg aus und nicht mehr aus Blieskastel.

Nah am Bürger: Die Polizeioberkommissare Thomas Clemenz (links) und Martin Hartmann (rechts) von der Mobilen Wache der Homburger Polizei geben Tipps zum Thema Einbruchschutz.
Nah am Bürger: Die Polizeioberkommissare Thomas Clemenz (links) und Martin Hartmann (rechts) von der Mobilen Wache der Homburger Polizei geben Tipps zum Thema Einbruchschutz. FOTO: Thorsten Wolf
Alexandra Besse
Alexandra Besse FOTO: Ulrike Stumm