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Polizei warnt vor Übermut
Halloweenstreiche müssen harmlos bleiben

Gruseln ja, Süßigkeiten einsammeln ebenfalls — aber Streiche dürfen auch an Halloween nicht zu weit gehen.
Gruseln ja, Süßigkeiten einsammeln ebenfalls — aber Streiche dürfen auch an Halloween nicht zu weit gehen. FOTO: dpa / Armin Weigel
Homburg. Vor dem Gruselabend warnt die Polizei: Streiche, die übers Ziel hinausschießen, können für Beteiligte ernste Folgen haben. Von Ulrike Stumm

Einfach grauenhaft schön soll sie werden, die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November und damit die Nacht vor Allerheiligen. Von diesem Tag leitet sich auch der Name dessen ab, was da zum Gruseln und Feiern einlädt. Halloween kommt nämlich von „All Hallows Evening“, also dem Abend vor Allerheiligen, ist bei verschiedenen Quellen zu lesen, die sich ganz diesem einen Brauch widmen. Der wird auch in Deutschland immer wichtiger. Geschäfte bieten schon seit einigen Wochen Gruselartikel- und -kostüme an. Und wer Fratzen in Kürbisse schnitzen möchte, der findet ebenfalls die passenden Groß-
exemplare. Den Trend, Halloween zu feiern, gibt es bereits seit einigen Jahren, immer heftiger schwappt er aus den USA herüber, wo der Tag richtig groß und schaurig gefeiert wird. Eigentlich ist der Ur-Brauch, der dahinter steckt, aber bereits viel älter und geht auf die Kelten zurück, die glaubten, dass an diesem Tag die Welten von Lebenden und Toten aufeinander treffen.

Wie dem auch sei, in den Homburger, Bexbacher und Kirkeler Straßen ziehen an diesem Mittwochabend voraussichtlich ebenfalls wieder etliche gruselig verkleidete Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus. Auch wenn es das Wetter diesmal nicht besonders gut meint mit den Gespenstern, Hexen, Vampiren, Zombies und Skeletten. Mit dem Spruch „Süßes oder Saures“, manchmal auch längeren Versen, bitten die Kinder an den Türen um Süßigkeiten. Und je nachdem, wie gut die Bewohner gerüstet sind – nicht jeder ist mit dem Halloweenbrauch so vertraut, dass er immer daran denkt, sich entsprechend einzudecken – gibt es dann mal mehr, mal weniger Schokolade, Bonbons, Gummibärchen und Co. in die Tüten. Die Kehrseite, die auch immer wieder vorkommt: Wer nichts geben will oder kann, der bekommt eben „Saures“, ihm wird schon mal ein Streich gespielt: Der Briefkasten wird beispielsweise mit Konfetti gefüllt oder die Mülltonne mit Toilettenpapier oder Luftschlangen eingewickelt. Diese Streiche seien harmlos, andere dagegen könnten strafrechtliche Konsequenzen zur Folge haben. Darauf weist die Polizei Homburg hin und rät: Eltern sollten daher mit ihren Kindern darüber sprechen, ab wann es richtig Ärger gibt.

„Wenn fremdes Eigentum beschädigt, beispielsweise ein Auto beim Einwickeln mit Toilettenpapier zerkratzt wird, ist das eine Sachbeschädigung“, sagt Joachim Schneider, Geschäftsführer der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Dasselbe gilt, wenn die Hausfassade oder Autos mit Eiern beworfen werden oder brennende Gegenstände im Briefkasten landen. „Sachbeschädigungen werden mit einer Geldstrafe und sogar mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet. Hinzu kommt, dass die Täter den entstandenen Schaden ersetzen müssen“, so Schneider.



Mitgegangen, mitgefangen: Auch wer bei einem strafrechtlich relevanten Streich „nur“ dabei war, könne wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung belangt werden und müsse ebenfalls mit mindestens einer Geldstrafe rechnen. Darüber hinaus seien die Kosten für den entstandenen Schaden aufzubringen, so die Polizei weiter.

Zwar könnten Kinder bis zum 14. Lebensjahr strafrechtlich nicht belangt werden, weil sie noch nicht schuldfähig sind. Aber schon Siebenjährige oder – bei Verletzung der Aufsichtspflicht – die Eltern, könnten für die Wiedergutmachung entstandener Schäden, die schnell Größenordnungen von einigen tausend Euro annehmen, zur Verantwortung gezogen werden.

„Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder darüber aufklären, was noch als Streich durchgeht, was eine Sachbeschädigung ist und welche Konsequenzen daraus folgen“, betont Schneider. Außerdem sollten Eltern ihre Kinder dazu ermutigen, trotz Gruppendruck nicht bei Sachbeschädigungen mitzumachen.

Für alle, die aber einfach nur harmlosen Spaß an der Gruselnacht haben, gilt: Raus mit den Toten- und Kürbisköpfen, den schaurigen Geisterlichtern und Co., und dann rein ins Halloween-Vergnügen.

Wer mehr wissen möchte: Generelle Infos zum Thema Vandalismus findet man im Internet: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/taeter-von-vandalismus.html