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Paul-Weber-Haus wechselt Besitzer

Das Paul-Weber-Haus in der Homburger Eisenbahnstraße wird demnächst einen neuen Inhaber erhalten. Es ist die Firma Naturwaren Dr. Peter Theiss, die das Gebäude von Karlsberg übernimmt. Damit steht auch fest: Das altehrwürdige Haus bleibt fest in Homburger Hand. Von Merkur-Mitarbeiter Peter Neuheisel

Homburg. Überraschung in der Homburger Innenstadt: Die Karlsberg-Brauerei verkauft das Paul-Weber-Haus. Das bisherige Verwaltungsgebäude der Brauerei wechselt den Besitzer und wird in gleicher Funktion fortgeführt, allerdings von einem anderen Homburger Unternehmen. Neuer Inhaber ist die Firma Naturwaren Dr. Peter Theiss, ebenfalls ein Homburger Traditionsunternehmen. Theiss plant, seine komplette Verwaltung, die bislang auf die beiden Firmensitze in der Michelinstraße und den Rohrwiesen in Erbach untergebracht war, hier anzusiedeln.

Die beiden Firmenchefs Richard Weber von Karlsberg und Peter Theiss vom gleichnamigen Unternehmen, die sich schon seit Schulzeiten kennen, freuten sich im Gespräch mit unserer Zeitung über den Coup, der einem glücklichen Umstand zu verdanken sei, so Weber. Bei einem Arbeitsessen habe Theiss davon erfahren, dass die Karlsberg-Verwaltung vom Paul-Weber-Haus in die Karlsbergstraße umziehen wolle und das Weber-Haus dann leerstehen würde (wir berichteten). Ursprünglich hatte Theiss geplant, in den Rohrwiesen in Erbach ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten. Theiss: „Als wir von den Karlsberg-Plänen erfahren haben, haben wir umentschieden.“ Richard Weber: „Dann ging alles schnell: Freitags haben wir verhandelt, montags waren wir uns einig.“ 100 Mitarbeiter von Naturwaren Theiss sollen ab Anfang 2011 in dem Traditionshaus in der Eisenbahnstraße eine neue Arbeitsumgebung finden. Marketing, Vertrieb und Personalabteilung von Naturwaren Theiss werden dann unter einem Dach vereint sein. Der Firmenchef denkt daran, 20 bis 30 neue Mitarbeiter für die Verwaltung einzustellen. Im Moment sind bei der Firma Theiss 420 Mitarbeiter beschäftigt. Bis Ende September sollen die letzten Mitarbeiter von Karlsberg an ihre neuen Arbeitsplätze in der Karlsbergstraße umgezogen sein.

Dann beginnen die Umbau- und Sanierungsarbeiten im Paul-Weber-Haus. „Das Ganze hat durchaus mehrere positive Seiten für uns. Der Umzug ins Paul-Weber-Haus wird für uns nicht ganz so teuer, als wenn wir neu bauen würden. Zudem haben wir nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir wieder gern in der Innenstadt zurück möchten“, erklärt Peter Theiss. Seine Firma habe seine Wurzeln in der Homburger Altstadt, sein Vater Willi habe dort nach dem Krieg die Apotheke gegründet – übrigens auch auf einem ehemaligen Karlsberg-Grundstück.

Dass die Karlsberg-Mitarbeiter künftig alle in der Karlsbergstraße nahe des Braustandorts arbeiten werden – wie dies früher einmal der Fall war –, ist damit beschlossen. Von einem anderen, lange diskutierten Vorhaben sieht Richard Weber inzwischen ab: Karlsberg werde definitiv nicht die Hohenburgschule kaufen. „Wir haben uns das Gebäude vor kurzem noch einmal angeschaut. Es ist einfach nicht als Verwaltungsgebäude nutzbar. Der Kauf ist vom Tisch.“ Allerdings kann sich Weber vorstellen, Räume in dem in die Jahre gekommenen Schulhaus anzumieten.

Zunächst gilt alle Konzentration aber dem Verkauf des Paul-Weber-Hauses und dem Umzug. Ein Kaufpreis wurde übrigens nicht genannt, es handele sich um „eine dem Marktwert entsprechende Summe“. Fest steht aber: Das Haus wird auch unter neuer Führung seinen Namen behalten. Peter Theiss: „Wir würdigen damit die herausragende Leistung des Homburger Unternehmers Paul Weber.“
Klares Zeichen für Homburg

Von Merkur-Mitarbeiter
Peter Neuheisel

Lange wurde gerätselt, was mit dem Paul-Weber-Haus passiere, sobald die letzten Karlsberg-Mitarbeiter in die Karlsbergstraße umgezogen sein würden. Jetzt ist eine Lösung gefunden, und man darf sie ruhig als Coup bezeichnen. Erstens, weil ein Homburger Traditionsunternehmen die Hausleitung an ein anderes erfolgreiches einheimisches Unternehmen übergibt. Zweitens, weil die Nachfolgefirma der Innenstadt einen Schub geben kann. Denn immerhin werden rund 100 zusätzliche Leute künftig die Innenstadt bevölkern, hier natürlich auch Geld ausgeben. Die beiden erfolgreichen Firmenchefs Richard Weber und Peter Theiss setzen mit ihrer Entscheidung ein klares Zeichen für den Wirtschaftsstandort Homburg.
Auf einen Blick


Das heutige Paul-Weber-Haus wurde bis ins Jahr 1983 als Landratsamt genutzt. Die Firma Naturwaren Theiss, die derzeit 420 Mitarbeiter zählt, wird das Gebäude künftig als Verwaltung nutzen, in der 100 Leute beschäftigt sein werden. Die Mitarbeiter der Karlsberg-Brauerei sind künftig wieder komplett in der Karlsbergstraße angesiedelt. Am Standort Homburg beschäftigt Karlsberg derzeit 450 Mitarbeiter. Dazu kommen rund 250 Mitarbeiter der Vertriebsfirma Vendis. Diese arbeiten in Teilen im ehemaligen Röhrenwerk Homburg, beziehungsweise in Neunkirchen. An eine komplette Umsiedlung nach Homburg wird nachgedacht. pn