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Ort mit bewegter Vergangenheit

Höchen. Wenn man in der Geschichte reist, zurück ins 13. Jahrhundert, dann ist die Welt eine andere. Wo heute Städte sind, waren damals nicht einmal Dörfer. Wo heute Burgen thronen, waren sie damals vielleicht gerade mal im Bau. Allerdings gab es 1262 ein Dorf, das man heute immer noch antrifft: Höchen, vor stolzen 750 Jahren gegründet Von Merkur-Mitarbeiter Cedric Fritsch

Höchen. Wenn man in der Geschichte reist, zurück ins 13. Jahrhundert, dann ist die Welt eine andere. Wo heute Städte sind, waren damals nicht einmal Dörfer. Wo heute Burgen thronen, waren sie damals vielleicht gerade mal im Bau. Allerdings gab es 1262 ein Dorf, das man heute immer noch antrifft: Höchen, vor stolzen 750 Jahren gegründet. Aus Urkundenbefunden stellt sich heraus, dass dieses Dorf damals "Hayken" hieß. Nimmt man "ayk" weg und ergänzt an dieser Stelle "öch", so hat man den Grund, warum am 24. März im Bexbacher Stadtteil Höchen ein spektakulärer Dorfempfang stattfinden wird.Dieses Jahr ist etwas ganz besonderes für die Höcher. 750 Jahre ist ein ansehnliches Stück der dokumentierten, menschlichen Geschichte. Deshalb wollen Ortsvorsteher Karl-Heinz Klein, der Höcher Ortsrat als Veranstalter, sowie Vereine und Arbeitsgruppen aus Höchen, nicht kleckern. "Wir machen jedes Jahr einen Dorfempfang, aber diesmal ist es ein ganz besonderer", sagt Karl-Heinz Klein. Beim fünften Dorfempfang Höchens an diesem Samstag, 24. März, feiert man das außergewöhnliche Jubiläum in der Glanhalle. Ab 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) warten die unterschiedlichsten Attraktionen auf die Höcher. Der Schützenverein Gut Ziel aus Höchen wird den Empfang lautstark eröffnen und veranstaltet wieder das traditionelle Bürgerschießen. Außerdem wird die Big-Band des Polizei-Musik-Korps die musikalische Unterhaltung an diesem besonderen Tag garantieren. Auch der Kirchenchor der protestantischen Kirchengemeinde, der Anfang März bereits sein 100-jähriges Bestehen feierte, wird eine musikalische Einlage darbieten, ebenso der Männergesangsverein 1885 Höchen. Außerdem konnte der Förderverein Unser Höchen einen besonderen Gast gewinnen, dessen Gage der Verein auch übernimmt. Günther Hussong alias "De Plattmacher" wird nämlich die Höcher zum Lachen bringen. Der bekannte Kirkeler ist Comedian und Kabarettist und wird dem Publikum einheizen. Dasselbe werden auch die Jagdgenossenschaft und der Turn- und Sportverein versuchen.

Zusammen mit einem Köhler wurde ein Holzkohle-Meiler errichtet und befeuert, der die "Höcher Holzkohle" produzieren soll, von der man sich einen erfolgreichen Verkauf erhofft (wir berichteten)Ein weiteres Projekt der besonderen Art ist die "Zeitkapsel". Diese wird mit Dokumenten und Gebrauchsgegenständen aus unserer Zeit gefüllt und dann in einen Findling einbetoniert. So sollen zukünftige Generationen einen guten Einblick in die heutige Zeit haben. "Ich hoffe, dass wir wegen des großen Unterhaltungsangebotes diesmal bis zu 200 Personen beim Empfang begrüßen können", hofft der Ortsvorsteher, der den Empfang auch maßgeblich mitorganisiert hat. Schirmherr ist Stephan Toscani, Minister für Inneres und Kultur. Auch Landrat Clemens Lindemann sowie Bürgermeister Thomas Leis sind geladen.

Im Mittelpunkt des ganzen Festes steht die Präsentation des neuen Dorfbuches. Dieses Werk mit über 600 Seiten wurde von einer 15-köpfigen Arbeitsgruppe geschrieben, sowohl Historiker als auch Laien arbeiteten tatkräftig daran. 500 bis 600 Exemplare sollen erscheinen, ein Buch kostet 23 Euro. Möglich gemacht wurde dieser günstige Preis durch zahlreiche Spenden, die der Finanzierer, der Förderverein Unser Höchen, gesammelt hat. Der Inhalt dieses Dorfbuches reicht von der Landschaft am Höcherberg über die Geschichte Höchens, dem Erscheinungsbild des Dorfes, besonderen Personen bis hin zu Einzelschicksalen. Foto: Wolf/PM



"Wir machen jedes Jahr einen Dorfempfang, aber diesmal ist es ein ganz besonderer."

Karl-Heinz Klein, Höchens Ortsvorsteher