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Modellbahnbörse Bexbach
Noch immer Spaß an den kleinen Bahnen

Klaus Simon, der stellvertretende Vorsitzende der Modellbahnfreunde Bexbach und Organisationsleiter der Großveranstaltung, konnte sich am Sonntag über jede Menge Publikumszuspruch freuen.
Klaus Simon, der stellvertretende Vorsitzende der Modellbahnfreunde Bexbach und Organisationsleiter der Großveranstaltung, konnte sich am Sonntag über jede Menge Publikumszuspruch freuen. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Einmal mehr zeigte sich am Sonntag die Modellbahn-Börse der Bexbacher Modellbahnfreunde als echter Publikums-Magnet. Von Thorsten Wolf

Es war ein ausgeprochen gut gelaunter Klaus Simon, den unsere Zeitung da am vergangenen Sonntag bei der Modellbahn-Börse der Bexbacher Modellbahnfreunde in der Höcherberghalle traf. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins und Organisationsleiter der Börse hatte aber auch allen Grund zur Freude, erfreute sich die Veranstaltung doch schon ab der Öffnung am Morgen eines ausgezeichneten Zuspruchs.

Und das passte das auch ganz fein zum Jubiläums-Charakter der Börse, konnte man am Sonntag doch deren 25. Auflage feiern. Also alles gut in der Bexbacher Welt der kleinen Eisenbahnen? Für Simon auf jeden Fall – auch deswegen, weil aus seiner Sicht das Hobby „Modelleisenbahn“ trotz vieler Unkenrufe eines mit Zukunft sei. „Wenn man mit der Zeit geht, Digitaltechnik nutzt und eine solche Bahn mit dem PC steuert, dann macht das Ganze vielen Leuten wieder Spaß.“

Hersteller hätten, so Meiser, Neues auf dem Markt gebracht, so könne man heute mittels kleiner Kamera in der Lok und einem entsprechenden Programm auf dem PC mit dem Blick aus dem Lokführerstand über die eigene Strecke fahren. „Aber natürlich dauert es noch ein bisschen, bis die ganzen, neuen Möglichkeiten angekommen sind.“ Vor diesem Hintergrund sei es auch erfreulich, dass am Sonntag auch einige junge Fans Einkäufe getätigt hätten.



Grundsätzlich habe sich die Zahl gerade jugendlicher Besucher in den zurückliegenden zwei, drei Jahren stetig erhöht. Da stellt sich natürlich die Frage, was das Hobby „Modelleisenbahn“ ausmacht. Simon: „Es ist ja mehr als das Zug-Fahren. Es geht um den ganzen Modellbau drumherum. Das ist ja nicht nur ‚Eisenbahn spielen‘. Dieses Hobby muss man erlernen. Man muss sich mit der Elektrik auskennen, muss Gips anrühren und modelieren können. Man muss mit Holz arbeiten und viele Maschinen bedienen. Und man muss kretaiv sein, um ein Anlage entwerfen zu können.“

Er selbst, erinnerte sich Klaus Simon am Sonntag, hab mit sechs Jahren angefangen, da habe, ganz klassisch, eine erste Eisenbahn unter dem Weihnachtsbaum gelegen. „Ich hab das dann ein paar Jahre gemacht, dann kamen Pupertät und Lehre. Nach der Lehre kam dann wieder die Eisenbahnromantik auf. Mein Frau hat mir dann einen Gutschein für eine Starter-Packung geschenkt, weil ich immer drüber geredet habe. Das war 1998.“

Heute habe er eine Anlage in U-Form mit drei auf fünf Metern Fläche. Mit der feiert Simon in diesem Jahr dann auch sein ganz persönliches, 20-jähriges Jubiläum. Und wie geht es dem Verein, den Modellbahnfreunden, selbst? Man habe gegenwärtig 45 Mitglieder, „darunter sind auch zwei Jugendliche“, so Simon.

Nach dem sanierungsbedingten Auszug aus dem historischen Bexbacher Bahnhof sei man übergangsweise und zwischenzeitlich im alten Michelin-Tennisheim in Bexbach untergekommen – verbunden mit deutlichen Einschränkungen in Sachen Platz. „Aber wenn der Bahnhof fertiggestellt ist, dann werden wir dahin zurückkehren, in den zweiten Stock. Und dann fällt mir schon ein großer Stein vom Herzen.“

Denn dann habe man endlich wieder genug Raum, könne sich entsprechend präsentieren „und sagen: Wir haben einen Tag der offenen Tür – kommt!“ Die Jubiläumsbörse selbst zeigte sich am Sonntag ausgesprochen gut besucht, geboten wurde alles Erdenkliche zum Thema Modelleisenbahn – von den klassischen Loks und Wagons in den entsprechenden Spurbreiten bis hin zu Modellhäusern und weiterem Zubehör für den Bau von Dioramen als Kulisse einer imposanten Modelleisenbahn, alles mal neu, mal gebraucht. Wer dann zum Beispiel eine Lok als Kaufobjekt entdeckt hatte, der konnte sie auf einem kleinen Test-Kurs der Eisenbahnfreunde mal durchchecken – das sicherte Käufer und Verkäufer ab.

Wer nun nicht wirklich fündig wurde oder auch gar nicht gezielt mit einer Kaufabsicht nach Bexbach gekommen war, der konnte sich immerhin jede Menge Inspirationen verschaffen. Und für ein nettes und fachkundiges Gespräch unter Modellbahn-Fans empfahl sich der Sonntag natürlich auch. Das Bild, das sich so bot, war das einer rundrum gelungenen, 25. Auflage der Bexbacher Modellbahnbörse. Dafür sprächen auch sie Besucherzahlen, so Simon. Über den Tag hinweg rechne er mit 1200 bis 1300 Gästen, schon eine Stunde nach Öffnung am Morgen habe man 600 Besucher zählen können.