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Neue Zuschnitte in der Verwaltung
Die Verwaltung wird umgekrempelt

 Bürgermeister Michael Forster (hier an seinem Arbeitsplatz im Rathaus) möchte die Stadtverwaltung fit für die Zukunft machen.
Bürgermeister Michael Forster (hier an seinem Arbeitsplatz im Rathaus) möchte die Stadtverwaltung fit für die Zukunft machen. FOTO: Peter Neuheisel
Homburg. Die Arbeitsabläufe im Homburger Rathaus ändern sich künftig, Bürgermeister Forster stellte seine Pläne nun auf Nachfrage vor. Von Peter Neuheisel

In den vergangenen Monaten hat sich der kommissarische Homburger Verwaltungschef, Bürgermeister Michael Forster (CDU), gemeinsam mit der im Jahr 2019 eigens ins Leben gerufenen Stabsstelle intensiv mit der Struktur im Rathaus und den Handlungsabläufen der einzelnen Ämter und Abteilungen befasst. Herausgekommen ist ein neues Organisationsmodell für die Stadt Homburg. Kurzum: Die Verwaltung wird komplett umgekrempelt. Sie soll moderner werden – und damit wettbewerbsfähiger, aber auch mehr an den Bürgern orientiert. Und alles vor dem Hintergrund, dass im städtischen Haushalt bis ins Jahr 2024 insgesamt zusätzliche acht Millionen Euro gespart werden müssen. 60 Mitarbeiter scheiden in den nächsten Jahren aus, nur 20 dieser Stellen werden nachbesetzt. Da müssen zwangsläufig die Strukturen verschlankt und die Verwaltungsvorgänge effizienter werden. Michael Forster am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir werden die Aufgaben zusammenfassen, die zusammengehören. Wir wollen die Verwaltungsarbeit straffen und gleichzeitig die Wege verkürzen. Und ganz entscheidend ist die Transparenz unserer Arbeit.“

Der von der Kommunalaufsicht auferlegte Sparzwang ist im Übrigen nicht alleiniger Grund der künftig neuen Struktur im Rathaus. Gerade die bisherigen Verfahren gegen die frühere Verwaltungsspitze vor dem Landgericht Saarbrücken haben gezeigt, dass am Homburger Forum vieles im Argen liegt. Die Kontrollmechanismen haben bei Weitem nicht immer gegriffen. Vieles hat sich zu häufig verselbstständigt, bei den Ausgaben hat der eine oder andere Amtsinhaber zu oft Fünfe gerade sein lassen – zugunsten einiger Weniger, aber zu Lasten der Steuerzahler. Hier werden jetzt Hürden eingebaut. So sollen Fachabteilungen künftig selbst keine Buchungen von Rechnungen mehr vornehmen können. Die Verantwortung der jeweiligen Amtsleiter wird zunehmen, doch gebucht wird anschließend nur noch zentral. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Dass dieses Prinzip bislang nicht oder nur in Teilen so gelebt wurde, hat bei den Gerichtsverhandlungen 2019 bekanntermaßen Richtern und Staatsanwälten die Haare zu Berge stehen lassen.

Zu den konkreten Planungen: In der Stadtverwaltung wird es künftig nur noch sieben statt bisher 13 Ämter geben – und damit auch nur noch sieben Amtsleiter. Sechs Leiterstellen fallen weg. Die Zahl der Fachabteilungen bleibt mit 23 gleich. Forster: „Bei unseren Planungen hilft es uns, dass einige der bisherigen Amtsleiter in den nächsten zwei Jahren in Ruhestand gehen werden.“ Der Bürgermeister will hier ein klares Zeichen an alle Mitarbeiter senden, nämlich: Gespart wird auch oben und nicht nur bei den „Kleinen“. Folgende Ämter, die bislang selbstständig agierten, werden künftig anderen Bereichen angegliedert: Personal und Organisation; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing; Bürgerservice; Kultur und Tourismus; Jugend, Senioren und Soziales; Baubetriebshof und kaufmännisches Gebäudemanagement (siehe auch Info-Kasten). Die bisherige Stadtkämmerei bleibt als selbstständiges „Amt für Finanzen“. Aber auch sie hat Federn lassen müssen. So wurde bereits jetzt, quasi als erster Schritt, das technische Gebäudemanagement aus der Kämmerei aus- und dem künftigen Amt für Gebäudemanagement/Hochbau zugewiesen. Auch die Liegenschaften gehören nicht mehr zur Kämmerei, sondern zum Amt für Bauordnung/Stadtplanung (dem bisherigen Bauamt). Hier wird sich künftig auch die Wirtschaftsförderung wiederfinden. Das Stadtmarketing hingegen wandert zum neuen Amt „Kultur, Bildung und Soziales“. Der Bürgerservice schließt sich dem Rechts- und Ordnungsamt an.



Die sieben verbleibenden Amtsleiter müssen künftig mit einer weiteren gravierenden Änderung leben. Über allen Ämtern steht die übergreifende Stabsstelle für kommunale Strategie, Aufbau- und Ablauforganisation. Diese wiederum arbeitet eng mit der Stadtspitze um Oberbürgermeister/-in, Bürgermeister/-in und dem/der hauptamtlichen Beigeordnete/n beziehungsweise den ehrenamtlichen Beigeordneten zusammen.

Das neue Organisationsmodell wurde mittlerweile von Bürgermeister Michael Forster dem Personalrat, dann anschließend den Amts- beziehungsweise Abteilungsleitern sowie den Mitarbeitern vorgestellt. Auch der eigens eingerichtete Sonderausschuss des Stadtrates wurde am Montagabend über die Pläne informiert. Dabei hätten die Fraktionsvertreter grünes Licht gegeben, die Umstrukturierung sei der richtige Weg. Während des Bürgerempfangs der Stadt am Aschermittwoch, 26. Februar, 19 Uhr, im Kulturzentrum Saalbau will der Bürgermeister dann detailliert den Bürgern das Organisationsmodell vorstellen, das er zugleich als „Verlaufsmodell“ bezeichnet. Michael Forster: „Ich möchte, dass die Stadtverwaltung bis 2025 so steht, wie es jetzt skizziert wird. Im Laufe der Jahre kann sich natürlich immer wieder etwas ändern, zum Beispiel dass weitere Ämter zusammengefasst werden, um interne Abläufe weiter zu optimieren.“ Das Ganze werde sozialverträglich umgesetzt.