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Homburg mit anderen Augen sehen
Stadtführungen werden gut angenommen

Der historische Homburger Marktplatz und das alte Rathaus werden den meisten ein Begriff sein. Bei den Stadtführungen kann man Homburg aber auch mal aus anderen Blickwinkeln sehen.
Der historische Homburger Marktplatz und das alte Rathaus werden den meisten ein Begriff sein. Bei den Stadtführungen kann man Homburg aber auch mal aus anderen Blickwinkeln sehen. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. An weiteren Angeboten wird gefeilt. Themenführungen laufen besonders gut. Im Februar 2019 soll ein neues Infoheft erscheinen. Von Ulrike Stumm

Eigentlich ist das Kind „neue Stadtführungen durch Homburg“ noch jung: Gerade einmal einige Monate ist es her, dass die Bandbreite der Touren durch die Stadt deutlich erweitert wurde. Seitdem kann man Homburg aus vielen Blickwinkeln kennenlernen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Mal geht es um Glauben und Aberglauben, mal um Kräuter, mal um die Herrscher, mal steht eine Kriminalstadtführung an.

Die Ausbildung neuer Stadtführer hatte sich Susanne Niklas, Leiterin der Abteilung Kultur und Tourismus bei der Stadtverwaltung, bei ihrem Amtsantritt im Sommer 2017 vorgenommen. Auch weil das zu ihrem Konzept passt, den Fokus auf den Tourismus zu setzen. In diesem Frühjahr konnte sie die frisch ausgebildeten neuen Stadtführer vorstellen, die ihre ganz eigenen Touren konzipierten. Der Startschuss fiel beim Keramikmarkt im März.

Nun klingt die Saison langsam aus und Niklas kann eine positive Bilanz ziehen. „Die Stadtführungen sind wirklich gut angelaufen“, sagte sie am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwischen fünf und 15 Menschen interessierten sich jeweils für die Touren, manchmal kamen sogar 20, wie bei der Wanderung zu den Resten des versunkenen Schlosses Karlsberg am vergangenen Wochenende.



Erreicht habe man mit den Stadtführungen neben Touristen auch die Homburger selbst. „Dass die eigenen Bürger ihre Stadt neu entdecken, ist toll“, unterstreicht Susanne Niklas.

Vor allem die Themenführungen seien „mehr als gut“ angekommen. Als Beispiele nennt sie hier „Magd Greta und die schwarze Katz“’, bei der man Wissenswertes und Amüsantes über Sitten, Bräuche und Aberglauben aus längst vergangener Zeit erfährt oder auch „Homburg und die Spuren der Könige“, eine Tour, die sich der Zeit zwischen 1679 und 1918 widmet und den gekrönten Häuptern Frankreichs, Polens, Bayerns und Preußens.

Ebenfalls beliebt: die inszenierte Kostümführung mit Regina Wirth, bei der die Leiterin der Tour in die Rolle der Ehefrau des Vormärz-Journalisten Johann Georg August Wirth schlüpft. Großen Zulauf hätten zudem die geologische Stadtführung gerade in Verbindung mit den Schlossberghöhlen oder die kulinarischen Stadtführungen.

Im November will man sich zusammensetzen, kündigt Susanne Niklas an, und für das neue Jahr planen. Es werde, so verrät sie, neue Themenführungen für 2019 geben. Anfang des Jahres werde ein neues Info-Heftchen erscheinen, angepeilt werde Februar.

Die Stadtführer erarbeiteten sich dabei ihre Themen selbst, tauschten sich aus, recherchierten dazu. Man dürfe sich überraschen lassen, verspricht Niklas.

Es habe, sagt sie, eigentlich nichts gegeben, was gar nicht gelaufen sei. Nachjustieren will man aber dennoch an der ein oder anderen Stelle, etwa bei den offenen Führungen, die jeweils sonntags angeboten werden und zu denen man einfach kommen kann. Da sei die Bilanz nicht ganz so gut. „Wahrscheinlich werden wir nicht bei Sonntag bleiben.“ Samstag sei vermutlich günstiger. Sonntags reisten die Touristen häufig schon wieder ab.

Weiter ausarbeiten will man die Kinderstadtführungen. Hier versuche man auch auf die Schulen zuzugehen. Es habe einen Projekttag gemeinsam mit dem Mannlich-Gymnasium gegeben, der sei super gelaufen.

Für den Rest der aktuellen Stadtführungssaison gibt es noch ein paar Termine. Im Dezember ist zum Beispiel nochmal eine Tour mit Regina Wirth geplant unter dem Titel „Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal – der Ruf nach Freiheit, Einheit und Demokratie“. Die Führungen, informiert Susanne Niklas, ließen sich aber übers Programm hinaus auch für Gruppen individuell buchen. Da gebe es gesteigerte Anfragen.

Und wie sieht es ansonsten mit den Tourismus-Plänen aus?

Die Vernetzung mit der Saarpfalz-Touristik und mit der Tourismuszentrale Saar laufe super, sagt Niklas. „Wir werden besser wahrgenommen.“ Zusammen mit der Saarpfalz-Touristik arbeite man derzeit an einem Wanderkonzept, so Niklas. Da werde in zwei bis drei Jahren auf den Weg gebracht. Auch die kulturellen Bauwerke, die es im Saarland gebe und bei denen Homburg punkten kann, sollen mehr in den Fokus gerückt werden.

Zu den Stadtführungen muss man sich in der Regel anmelden. Möglich ist dies in einigen Fällen über das Kulturamt, Tel. (0 68 41) 10 11 68. Manchmal wendet man sich direkt an den jeweiligen Stadtführer. Man kann die Touren zudem als Gruppe buchen. Vermerkt ist dies in einem Infoblatt. Das findet man auch online unter www.homburg.de unter Tourismus, dann Stadtführungen. Wer Lust auf eine spontane Stadtbesichtigung hat: Letztmals für dieses Jahr gibt es am Sonntag, 28. Oktober, die eineinhalb Stunden dauernden Stadtführung „immer wieder sonntags“ durch die Altstadt. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Hierfür muss man sich nicht anmelden.