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In der Bierbacher Straße in Wörschweiler
Neue Hausnummern in Wörschweiler

Geht es nach den Plänen vor Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger, dann sollen die Hausnummern in der Bierbacher Straße in Wörschweiler mit System neu vergeben werden. Foto: Thorsten Wolf
Geht es nach den Plänen vor Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger, dann sollen die Hausnummern in der Bierbacher Straße in Wörschweiler mit System neu vergeben werden. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Wörschweiler. Die Hausnummern in der Bierbacher Straße in Wörschweiler springen im Moment ohne System hin und her. Geht es nach Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger, dann sollen sie neu sortiert werden. Das kommt nicht bei allen gut an. Von Thorsten Wolf

Wenn an diesem Montagabend der Ortsrat Wörschweiler zusammen kommt, dann geht es um ein Thema, das im Ort mit Sicherheit für Diskussionen sorgen wird: Die Neuordnung der Hausnummern in der Bierbacher Straße. Für Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger eine Angelegenheit, die ihm wirklich auf dem und am Herzen liegt. „Als Wörschweiler noch ein selbstständige Gemeinde war, da sind in dieser Straße die Hausnummern so vergeben worden, wie eben gebaut wurde. Nicht im Wechsel von links nach rechts, sondern alles kreuz und quer. Die Nummern springen ohne System hin und her.“ Schon als er vor rund 30 Jahren das Amt des Ortsvorstehers angetreten habe, wollte er diesen Missstand beheben. „Da waren die Leute aber alle dagegen, weil sie alle ihre Papiere hätten ändern müssen. Das ist natürlich auch schon ein größerer Aufwand.“

Vor einigen Wochen allerdings hätte sich das Hausnummern-Durcheinander fast richtig übel ausgewirkt – bei einem vermeintlichen Hausbrand, der sich glücklicherweise dann aber als Fehlalarm erwiesen habe, so Nesselberger. „Bei einer solchen Alarmierung kommt alles, was Räder hat. Und die Einsatzkräfte haben die Hausnummer gesucht.“ So etwas soll nicht mehr passieren, auch deswegen will Nesselberger nun endlich ein nachvollziehbares System einführen. Wir kurios die Nummervergabe ist, das zeigt ein Blick ins weltweite Datennetz und dort in den Kartendienst einer großen Suchplattform. Beispielhaft: Die Hausnummer 43 ist das erste Haus auf der linken Seite, wenn man über die Brücke aus Richtung Schwarzenacker kommt. Laut Kartendaten liegt gegenüber im Bereich des alten Rathauses dann die Hausnummer 3. Diese Stelle wählt das System allerdings auch aus, wenn es um die Nummern 5 und 10 geht. Wer sich also auf ein Navigationssystem verlassen muss, wie vielleicht ein Rettungsdienst mitten in der Nacht, der könnte wertvolle Zeit verlieren auf der Suche nach der richtigen Adresse – so sieht es Reinhold Nesselberger.

Vor diesem Hintergrund habe er sich dann an die Stadt und dort an das zuständige Recht- und Ordnungsamt gewandt. Dessen Leiter Gerd-Michael Juen habe schon einen entsprechenden Plan ausgearbeitet, wie die Hausnummern in der Bierbacher Straße neu verteilt werden sollen, erläuterte Nesselberger. Diese Plan werde am heutigen Montag im Ortsrat vorgestellt, ein entsprechend positives Votum zur grundsätzlichen Absicht der Neuordnung der Hausnummer liege seitens des Rates vor. „Wir wollen dort, wo jetzt die Hausnummer 43 liegt, mit der Eins anfangen. Und dann, wie es üblich ist, werden die Nummern systematisch verteilt, die geraden auf der rechten Seite, die ungeraden auf der Linken.“ Dabei werde auch die Feuerwehr eine neue Nummer bekommen. Bislang sei man dort unter „Limbacher Straße“ geführt worden, nun soll daraus die „Bierbacher Straße 2“ werden. Ortsmarken wie der Wörschweiler Hof und das Schloss Gutenbrunnen sollen nur noch unter ihrem Namen geführt werden. „Und dort, wo der Radweg in die Bliesaue führen, soll eine eigene kleine Straße benannt werden, damit man die rückliegenden Häuser dort erfassen kann.“ Einen Namen für diese neue Straße gebe es noch nicht, „das muss erst noch entschieden werden“.



Dass die Pläne für die betroffenen Wörschweiler Bürger einigen Aufwand bedeuten, dessen ist sich Nesselberger bewusst. Und ihm ist auch klar, dass es die einen geben wird, die die Idee für gut halten, und die anderen, die damit nicht einverstanden sein werden. „Die Hälfte ist dafür, die Hälfte ist dagegen. Da finden man keinen Kompromiss als Lösung.“ Für Nesselberger stehe aber der Vorteil für die Anwohner in der Bierbacher Straße mit einer Neuordnung der Hausnummern im Vordergrund. Nun will Nesselberger vor Weihnachten, zusätzlich zu Veröffentlichungen in der Presse, die Bürger noch zusätzlich informieren, „damit die Leute vorgewarnt sind“. Natürlich verstehe er, dass die Gegner der Pläne gute Gründe für ihren Widerstand hätten, aber: „Wenn dann tatsächlich etwas passiert, dann heißt es „Warum ist da nichts gemacht worden?“

Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger.
Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger. FOTO: Ulrike Stumm