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Nabu fürchtet Gefahr vom Deponiegelände Mörsbach

Homburg. Nachdem es in der Konditionierungsanlage auf der Mülldeponie Mörsbach erneut zu Zwischenfällen gekommen ist (wir berichteten), meldet sich jetzt der Naturschutzbund Homburg (Nabu) zu Wort. In der Anlage in Mörsbach verarbeitet die Firma Terrag bekanntlich Stäube, vermischt sie mit Wasser und verdichtet sie. ek/red

Dabei war im vergangenen Februar Staub bei einem Filterwechsel entwichen, vor wenigen Tagen durch ein Leck und danach bei einer Kontrolle. Die Anlage ist auf Betreiben der Aufsichtsbehörde SGD Süd zwischenzeitlich stillgelegt.

Die bekannt gewordenen Verstöße gegen Umwelt und Arbeitsschutzregeln seien in diesem Kontext keine Kleinigkeit, schreibt Nabu-Vorsitzender Winfried Anslinger in einer Pressemitteilung. Die Konditionierungsanlage und mögliche Luftverschmutzungen spielten auch eine Rolle bei der Debatte um die Verlängerung der Laufzeit der Mülldeponie Mörsbach, die vor wenigen Wochen durch die SGD Süd genehmigt worden war, gegen die der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) aber klagt. Auch der Naturschutzbund (Nabu) ist mit der Laufzeitverlängerung alles andere als einverstanden. Anslinger, der auch für die Grünen im Homburger Stadtrat sitzt, fürchtet weitere "Gefährdungen der Anwohner wie auch der angrenzenden landwirtschaftlichen Produktionsflächen". Nicht nur die auf dem Gelände stehende Konditionierungsanlage lasse weiträumige Beeinträchtigungen von Umwelt und Gesundheit erwarten.

Grundsätzlich gelte laut Nabu: Kesselasche aus der Müllverbrennung und Reststoffe aus industriellen Herstellungsprozessen sollten nach Möglichkeit regional gelagert werden, Giftmüll nur in besonders geeigneten Lagerstätten.