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Neue Heimat für das Spiess-Mosaik
Mosaik vom Stadtbad ins Uniklinikum

In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden. Der Stadtrat hat nun einen neuen Standort für das Kunstwerk gefunden. 
In der Milchbar im jetzt geschlossenen Homburger Stadtbad ist das Mosaik des Künstlers Willi Spiess noch zu finden. Vor einem Abriss des Gebäudes soll es gerettet werden. Der Stadtrat hat nun einen neuen Standort für das Kunstwerk gefunden.  FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Der Umzug des Kunstwerkes von Willi Spiess ins Kulturzentrum Saalbau ist endgültig vom Tisch. Von Peter Neuheisel

Die Entscheidung ist gefallen: Das große Mosaik des Homburger Künstlers Willi Spiess, das derzeit noch in der Milchbar des seit langem geschlossenen Stadtbades am Forum hängt, wird seine neue Heimat auf dem Homburger Campus finden. Genauer gesagt wird dies im Hörsaal-Gebäude der neuen I-Med-Klinik sein. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten) bei lediglich vier Enthaltungen grünes Licht für den Umzug gegeben. Damit hat sich die Stadtverwaltung mit ihrem Wunsch durchgesetzt. Die Tochter des verstorbenen Künstlers, Sybille Spiess-Deckert hätte das Kunstwerk lieber im Kulturzentrum Saalbau gesehen, wie sie kürzlich gegenüber unserer Zeitung ausführte. Allerdings folgte der Rat deren Argumentation nicht.

In der Tat sah es lange so aus, dass das Mosaik seine dauerhafte Bleibe im Saalbau finden werde. Doch es gab eine neue Entwicklung: Das Universitätsklinikum in Homburg meldete Interesse an und wollte die Arbeit von Willi Spiess liebend gern als „Kunst am Bau“ im neuen Hörsaal-Gebäude sehen. In der Stadtspitze stieß man damit schnell auf offene Ohren, da man der Überzeugung ist, dass mit einer Präsentation am UKS deutlich mehr Menschen das Werk sehen können, als dies im altehrwürdigen Saalbau möglich wäre. Grundsätzlich eigne sich das Kulturzentrum selbstredend als Präsentationsstätte von Kunst. Allerdings gab Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind in der Ratssitzung zu bedenken: „Dort haben wir aufgrund des sonstigen Angebotes einen Besucherquerschnitt, der sehr statisch ist.“ Was übersetzt heißt, dass übers Jahr gesehen immer die gleichen Leute in den Saalbau kommen.

Im Gegensatz dazu könnten am Unikliikum von Semester zu Semester immer neue Studenten, also junge Leute, das Werk wahrnehmen. Zusätzlich sei das Uni-Gebäude deutlich häufig zugänglich — auch für Besucher, die nicht dem UKS angehörten. Außerdem gab der OB zu bedenken, dass die Installation des Werkes in den Saalbau die Stadt 25 000 Euro gekostet hätte. Dafür hätte die Homburger Parkhaus- und Stadtbus-Gesellschaft (HPS) aufkommen müssen. In der I-Med würde hingegen das Uniklinikum die Kosten übernehmen. Die HPS müsste sich so nur an den Kosten für den Abbau im alten Hallenbad beteiligen, die auf 7500 Euro beziffert werden. Schneidewind gab noch einmal weiter, dass die Spiess-Tochter von dieser Lösung nicht sonderlich begeistert sei. „Das verstehe ich allerdings nicht ganz, weil mit der Kliniklösung künftig viel mehr Leute das Kunstwerk sehen können. Der Standort ist in die Zukunft gerichtet der deutlich bessere.“



Die Ratsfraktionen waren sich mehrheitlich einig, dass der Umzug ins Uniklinikum die bessere Wahl ist. Der eine oder andere äußerte jedoch leichte Kritik, dass das Thema hätte in den städtischen Gremien eingehender diskutiert werden müssen, bevor es an die Öffentlichkeit gelangte. Dabei hätte auch die Spiess-Tochter noch einmal ausführlich zu Wort kommen können. Sybille Spiess-Deckert hatte kürzlich gegenüber unserer Zeitung eingewendet, dass das Hörsaal-Gebäude am UKS kein geeigneter Ort für das aufwendige Mosaik ihres Vaters sei. „Wer achtet da schon drauf, die Studenten quatschen und gehen daran vorbei“, sagte sie. Anders im Saalbau: „Kunst gehört an einen Ort, an dem Kunst gelebt wird.“ Vor dem Hintergund der aktuellen Diskussion wünsche sie sich von der Stadt eine größere Würdigung und Anerkennung der Kunst ihres Vaters. Allerdings weiß sie auch, dass sie lediglich Vorschlagsrecht hat, denn das Mosaik befindet sich im Besitz der Stadt Homburg.

Ob der künftige Platz für das Schwimmbad-Mosaik im Uniklinikum letztlich die bessere Lösung sein wird, kann wohl erst die nahe Zukunft zeigen?

Die Aula der neuen I-Med in Homburg, der Klinik für Innere Medizin, wird neue Heimat des Spießschen Mosaiks, das aktuell noch im alten Stadtbad hängt.
Die Aula der neuen I-Med in Homburg, der Klinik für Innere Medizin, wird neue Heimat des Spießschen Mosaiks, das aktuell noch im alten Stadtbad hängt. FOTO: Ra¬adiger Koop