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Modellbau
Eine Fundgrube für Modellbaufreunde

Mit einer eigenen großen Ausstellungsfläche präsentierten sich die Mini-Truckfreunde Saar aus Neunkirchen erstmals auf dem Modellbau-Flohmarkt der MFG Erbach im Sportzentrum.
Mit einer eigenen großen Ausstellungsfläche präsentierten sich die Mini-Truckfreunde Saar aus Neunkirchen erstmals auf dem Modellbau-Flohmarkt der MFG Erbach im Sportzentrum. FOTO: Markus Hagen
Erbach. Die Modellfluggruppe Erbach hatte am Sonntag zum 36. Modellbau-Flohmarkt eingeladen. 75 Aussteller waren vor Ort.

Zum 36. Modellbau-Flohmarkt der Modellfluggruppe Erbach strömten am Sonntag wieder eine ganze Menge Besucher in das Sportzentrum Erbach. Insgesamt 75 Aussteller aus Belgien, Frankreich, Luxemburg und dem gesamten Bundesgebiet brachten dabei ihre Flug- und Schiffsmodelle, ein riesiges Angebot an Ersatzteilen mit. Tauschen oder Verkaufen stand im Blickpunkt. Aber auch einfach sich Umschauen war angesagt, zu Entdecken gab es sehr Vieles an den Ständen. Erstmals zeigten sich die „Mini-Truckfreunde Saar“ aus Neunkirchen in der Halle.

Auf einer Fläche von 150 Quadratmetern hatten sie eine Straßenlandschaft mit Häusern aufgebaut, auf der Trucks und Baumaschinen im Maßstab von 1:14,5 und 1:16 mittels Fernsteuerung unterwegs waren. „Unseren Verein gibt es seit 2000“, informiert Oliver Stein, der Vorsitzende des 34 Mitglieder starken Vereins der Mini-Truckfreunde Saar. In der Hüttenstadt Neunkirchen habe der Verein eine 450 Quadratmeter große Freifläche mit richtigen kleinen Straßen und Umgebung, wo die Mitglieder ihre Modelle fahren lassen. „Jeder Interessent ist gerne bei uns gesehen, um sich für dieses Hobby begeistern zu lassen“, sagt Stein. Begeistert von dem enormen Angebot an Modellen in allen Bereichen und auch den notwendigen Ersatzteilen zeigte sich auch Michael Wachsmann, der aus Schifferstadt nach Erbach kam.

„Ich war schon über zehn Mal bei diesem Flohmarkt. Immer wieder finde ich das Passende für mein Hobby“, sagt er. Ein immer größeres Problem sei, dass die Zahl der Ersatzteile, sei es im elektronischen oder motortechnischen Bereich sowie im Zubehörteil nicht mehr ganz so groß sei, wie noch vor Jahren. „Da heißt es einfach schnell sein, um das entsprechende Teil zu finden und zu kaufen.“ Auch dies sei ein Grund gewesen, weshalb bereits gegen 9 Uhr zu Beginn des Flohmarktes sich schon eine längere Schlange an den Eingangstoren am Sonntagmorgen am Sportzentrum bildete.



Peter Lohmann aus Saarbrücken kam zum ersten Mal zum Erbacher Modellbauflohmarkt der MFG Erbach. „Einfach mal schauen, was es so gibt“, meinte er. Interesse habe er schon. Aber, ob er den Modellbau weiter als Hobby in Angriff nehme, wisse er noch nicht. Indessen zeigt sich Peter Schackmar, der Vorsitzende der Modellfluggruppe Erbach zum einen über das Interesse für diesen Flohmarkt begeistert, zum anderen auch betrübt. „Sehr wahrscheinlich war dieser Flohmarkt die letzte Veranstaltung dieser Art von unserem Verein.“ Für den Auf- und Abbau der unter anderem 400 Tische für die 75 Aussteller fehlen einfach die Mitarbeiter. „Die Arbeit bleibt an immer weniger Helfern hängen. Irgendwann ist der Aufwand einfach nicht mehr zu stemmen“, bedauert Peter Schackmar. Es sei schon bedauerlich, dass dieser Flohmarkt sehr wahrscheinlich nicht mehr stattfinden könne. „Die große Halle im Erbacher Sportzentrum war mit 75 Ausstellern bis auf den letzten Platz belegt. Gut 900 Besucher aus weiten Teilen von Deutschland, Frankreich und Luxemburg zeigen auf, was hier geboten wird.“

Ein bedeutender Flohmarkt für die Modellbauer droht also das Aus, das viele Modellbauer in Deutschland und angrenzenden Ausland bedauern werden. Vielleicht kann man bei der MFG Erbach doch noch genügend Leute finden, die im nächsten Jahr die vielen Stunden für den Auf- und Abbau zur Verfügung stehen. Peter Schackmar gibt sich diesbezüglich eher pessimistisch: „Es sieht schlecht aus.“

(ha)