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Mobile Wache klärt auf
Mobile Wache sagt Dieben den Kampf an

Gestern gaben die Polizeioberkommissare Thomas Clemenz (links) und Martin Hartmann bei der Mobilen Wache der Homburger Polizei wieder viele Tipps zum Thema Einbruchschutz.
Gestern gaben die Polizeioberkommissare Thomas Clemenz (links) und Martin Hartmann bei der Mobilen Wache der Homburger Polizei wieder viele Tipps zum Thema Einbruchschutz. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Gerade in der Urlaubszeit häufen sich die Einbrüche in Wohnungen und Häuser, wenn sich die Täter sicher fühlen. Die Polizei versucht, mit Aufklärung und Tipps zur Sicherung die Bürger in Sachen Vorbeugung zu sensibilisieren. Von Thorsten Wolf

Urlaubszeit ist Einbruchszeit: Dieser leider geflügelte Satz hat auch heute noch seine Richtigkeit. Leer stehende Häuser und Wohnungen sind und bleiben in den langen Sommerferien ein „beliebtes“ Ziel bei Einbrechern. Tatsache ist allerdings auch, so weisen es zumindest die Statistiken des Jahres 2017 aus, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen ist. Doch dieser Rückgang ist nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen geprägt. Und das deckt sich nicht mit den realen Zahlen. Doch was tun, wenn man Angst davor hat, über den Tag hinweg oder in der Nacht ungebetenen Besuch zu erhalten? Vor allem vor dem Hintergrund, dass Betroffene nicht nur einen materiellen Schaden haben, sondern oft auch einen seelischen – wenn das eigene Heim nicht mehr sicher ist.

Um schon im Vorfeld den Menschen Hinweise zu geben, wie man sich so gut wie möglich vor Einbrüchen – aber auch vor Betrug, Diebstahl und anderen Delikten – schützen kann, schickt die Polizeiinspektion Homburg regelmäßig ihre Mobile Wache auf die Straße. Gestern standen da wieder die beiden Polizeioberkommissare Martin Hartmann und Thomas Clemenz Fragen den Menschen Rede und Antwort, auf den Christian-Weber-Platz hatten die beiden kundigen Beamten dazu nicht nur jede Menge Informationsmaterial mitgebracht, sondern auch die Erfahrung aus Jahrzehnten des Einsatzes bei der Polizei.

Was Thomas Clemenz gleich zu Beginn im Gespräch mit unserer Zeitung ansprach, das war die beschrieben Differenz zwischen der rein zahlenmäßigen Lage bei den Wohnungseibrüchen und dem Gefühl der Menschen, dass sich die Sicherheitssituation verschlechtert habe. „Das sind einfach zwei Paar Schuhe, das muss man einfach sagen.“ Als einen der Gründe für den nachweiselichen Rückgang der Einbrüche nannte Clemenz eben auch das verstärkte Interesse der Menschen an Informationen und Ratschlägen zum Thema „Sicherheit in den eigenen vier Wänden“ - auch vermittelt eben durch die Mobile Wache der Homburger Polizei. „Wir haben hier immer viel Zuspruch.“ Neben diesem Informationsangebot mache man auch Einbruchschutzberatung bei den Menschen zu Hause, „dort schauen wir uns die Häuser und Wohnungen aus polizeilicher Sicht an und geben Hinweise, wie man sich besser schützen kann.“



Was sind nun probate Mittel, um es einem Einbrecher zumindest so schwer wie möglich zu machen? Clemenz: „Der oder die Täter kommen meisten über die Rückseite des Hauses. Deswegen ist es wichtig, Keller- und Terrassentüren sowie Fenster in diesem Bereich besonders im Auge zu behalten. Gerade Kellertüren können hier mit Zusatzieglen abgesichert werden, bei Kellerfenstern kann man, wenn es möglich ist, Gitter einbauen. Zudem darf man Terrassentüren und Terrassenfenster nie gekippt lassen.“ Doch was tun, wenn man feststellt, dass die eigene Wohnung oder das eigene Haus zum Tatort geworden ist oder sich dort gar gerade ein Einbruch abspielt. Hier warnte Clemenz gestern ausdrücklich vor Alleingängen. „Man muss in einem solchen Fall schnellstens die Polizei informieren und alles weiter aus sicherer Entfernung beobachten. Denn: Wenn man tatsächlich einen Einbrecher stellt, dann kann der sich mitunter in die Enge getrieben fühlen. Und dann weiß man nie, was passiert.“

Grundsätzlich gehe es beim Einbruchschutz vor allem darum, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen, verdeutlichte Clemenz. Hierzu zählte eben der Schutz von Fenstern und Türen mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen. Doch auch im Haus sollte man nicht nachlässsig sein. „Auf keinen Fall darf man Schmuck, vor allem Goldschmuck, oder Geld offen liegen lassen. Beides sind gerade das meiste gesuchte Diebesgut. “

Als eine mögliche Lösung seien hier inzwischen auch entsprechende Möbeltresore nützlich, die zumindest einen Teil-Schutz böten. „Unsere Prämisse ist: Man muss es den Tätern so schwer wie möglich machen. Je länger ein Einbrecher braucht, um ins Haus zu kommen und dort entsprechendes Diebesgut zu bekommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter den Einbruch abbricht – weil er nicht weiterkommt.“