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E-Bike
Mit dem Elektrorad durch die  Biosphäre

 Mit einem Anteil von rund 51 Prozent am Gesamtumsatz der Fahrradbranche ist der Umsatz für Fahrräder mit Elektroantrieb erstmals höher als der für normale Zweiräder. Nun sind diese bequemen Räder auch in der Biosphäre im Bliesgau angekommen. 
Mit einem Anteil von rund 51 Prozent am Gesamtumsatz der Fahrradbranche ist der Umsatz für Fahrräder mit Elektroantrieb erstmals höher als der für normale Zweiräder. Nun sind diese bequemen Räder auch in der Biosphäre im Bliesgau angekommen.  FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Homburg . Am Samstag, 4. Mai, und am Sonntag, 5. Mai, starten zwei Touren durch den Bliesgau, die Strecke ist jeweils 45 Kilometer lang, es gibt einen Imbiss und viele schöne Landschaftserlebnisse. Ein Biosphärenführer ist dabei. Von Christine Maack

Wer kennt sie nicht, die altmodischen schwarzen Solex-Fahrräder französischer Herkunft, die über 50 Jahre nur ein Nischendasein führten? Bis vor einigen Jahren brachte man die schwerfälligen Räder mit dem surrenden Mini-Motor höchstens mit einem provenzalischen Opa in Verbindung, der in seinem Dorf im Tal ein paar Baguettes kaufte, um sie anschließend mit seinem lahmen Motörchen am Rad in seinen höher gelegenen Bauernhof zu bringen. Kurze Popularität erlangte das Solex-Motorfahrrad mit Brigitte Bardot in St. Tropez, aber auch dies war nur ein drahtseliges Strohfeuer. Modern war, sich mit sündteuren und ultraleichten Carbon-Rennrädern den Mont Ventoux hinauf zu quälen, Radfahren war schließlich kein Spaß. Und dann?

Dann kam plötzlich mit Macht das Elektro-Fahrrad auf, natürlich auf neudeutsch „E-Bike“ genannt und mit der Heftigkeit eines Mistrals auf den Markt geblasen. Diesmal tatsächlich mit Erfolg. Sosehr, dass dieses nützliche Gerät nun sogar bis in die Biosphäre Bliesgau vorgedrungen ist.

Auf zwei reizvollen Touren am 4. und 5. Mai erfahren E-Bike-Fahrer nun alles  Wissenswertes aus dem nördlichen sowie dem südlichen Teil der Biosphäre und erkunden gemeinsam traditionelle Genuss-Stationen auf der Strecke. Die Teilnehmer können mit ihrem eigenen Rad mit auf Tour gehen oder sie können sich auch ein entsprechendes E-Bike oder E-Mountain-Bike beim Partnerbetrieb vor Ort in Blieskastel ausleihen.



Den Anfang in der Bikesaison macht die südliche Tour mit einer Streckenlänge von zirka 47 Kilometern am Samstag, 4. Mai um 10 Uhr, ab dem Parkplatz am Bahnhof in Blieskastel-Niederwürzbach. Nach einer Einweisung in die Fahrsicherheit eines E-(Mountain)-Bikes radeln die Teilnehmer am idyllischen Würzbacher Weiher vorbei durch den saftiggrünen Wald nach Ommersheim.

Auf der ersten Etappe wird am Biolandhof Wack ein erster Stopp eingelegt, hier bekommen die Radler eine Hofführung sowie eine Verkostung einiger regionaler Produkte unter anderem von der Bliesgaumolkerei. Daniel Wack, der „Erlebnisbauer“ informiert die Radgruppe über die zahlreichen Produkte des Biolandhofes und die nachhaltige Wirtschaftsweise. Er und seine Familie betreiben seit Jahren Biolandwirtschaft und vermitteln als Erlebnispädagogen mit Herz und Seele das bäuerliche Leben in der Biosphäre Bliesgau. Frisch gestärkt gehts anschließend auf der zweiten Etappe weiter durch die formschön geschwungene Hügellandschaft des Bliesgaus mit ihren grünen Wiesen und bunten Obstbäumen zum Café saisonal nach Gersheim-Herbitzheim. Hier werden nochmal die „Energiespeicher“ aufgetankt, damit die dritte und auch letzte Etappe in Angriff genommen werden kann. Hier erleben die Radler den Übergang vom landwirtschaftlich genutzten Bliesgau mit seinem Muschelkalkboden hin zum Buntsandsteingebiet mit seinen grünen Nadel- und Laubwäldern Richtung St. Ingbert bis zum Gestüt Triebscheiderhof mit seinem sonnigen Biergarten. Dort erwartet Familie Kolb gegen 16 Uhr die Teilnehmer mit einem großen Kaltgetränk und einem regionalen Biosphären-Imbiss in ihrem Biergarten.

Einen Tag später, am Sonntag, 5. Mai,  startet die nördlichen Tour, ebenfalls mit einer Streckenlänge von 45 Kilometern, um 10 Uhr, ab dem Bahnhof in Blieskastel-Lautzkirchen. Auch hier erhalten die Teilnehmer zuerst eine Einweisung.  Anschließend radeln die Teilnehmer auf dem Bliestal-Freizeitweg durch die grüne Auenlandschaft zwischen Blieskastel und Homburg. Die Radstrecke verläuft hier auf einem Teilabschnitt des Glan-Bliesradweges, der vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet wurde. Auf dieser ersten Etappe machen die Radler einen Abstecher zum Berghof Einöd mit einer ordentlichen Steigung vom Bliestal hinauf auf den Bergrücken des Webers-Berges und erleben dort eine Führung in der Bliesgau Öl- und Senfmühle inklusive Verkostung der regionalen Ölsorten. Hans Pick und sein Team sind eine der Pioniere auf dem Gebiet der Öl- und Senfverarbeitung in der Biosphäre und vermitteln den Teilnehmern einen tollen Einblick in die Geschmacksvielfalt der verschiedenen kaltgepressten Öle.

Frisch gestärkt rollt es auf der zweiten Etappe wieder abwärts ins Bliestal weiter zum Beeder Biotop mit einer optionalen Rast an der Beeder Fischerhütte. Am Aussichtspunkt im Beeder Biotop lernen die Teilnehmer Interessantes zur Artenvielfalt in Flora und Fauna der Biosphäre kennen. Hier können Störche, Heckrinder, Wasserbüffel oder Konikpferde hier aus nächster Nähe beobachtet werden. Auf der dritten und letzten Etappe wird durch einige Orte der Biosphäre zum Geistkircher Hof geradelt. Von hier führt das letzte Streckenstück auch durch die Buchen- und Nadelwälder des Lambertsberges zum Restaurant „Zum Pferchtal“ in Lautzkirchen, der auch Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Bliesgau ist. Dort erwartet Marcel Wack gegen 16 Uhr die Radler mit einem Getränken und einem Biosphären-Gericht. Bei gutem Wetter im gemütlichen Biergarten, wie es in der Pressemitteilung der Saarpfalz-Touristik wieter heißt.

Beide Touren werden fachmännisch durch einen Guide begleitet. Im Teilnahmepreis von 50 Euro pro Person sind jeweils ein regionaler Biosphären-Imbiss und ein Kaltgetränk an der Abschluss-Station inklusive.

Die Touren dauern jeweils rund sechs Stunden zwischen 10 und 16 Uhr. Weitere Informationen und Anmeldung bei: Saarpfalz-Touristik, Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel, Tel.: (0 68 41) 1 04 71 74,  E-Mail: touristik@saarpfalz-kreis.de.