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Brand in Homburg
Große Hilfsbereitschaft für Brandopfer

Am Tag danach zeigt sich das ganze Ausmaß des Großbrandes in der Kirrberger Straße.
Am Tag danach zeigt sich das ganze Ausmaß des Großbrandes in der Kirrberger Straße. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Große Anteilnahme in Homburger Innen- und Vorstadt – Bürger rufen spontan zu Spenden auf. Von Thorsten Wolf

Die neue Woche begann gestern in der Homburger Vorstadt im Zeichen des nach wie vor anhaltenden Schocks über die Brandkatastrophe in der Bäckerei Schäfer in der Nacht von Samstag auf Sonntag (wir berichteten). Bei Tageslicht betrachtet, bietet das Gebäude im Kreuzungsbereich Untere Allee und Kirrberger Straße ein schauerliches Bild: Der komplett ausgebrannte Dachstuhl, unzählige zerstörte Ziegel auf dem Gehweg und ein völlig zerstörtes Auto zeugen von der Wucht der Flammen. Dass der erloschene Großbrand am Montagmorgen auch zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen im Bereich von Unterer und Oberer Allee führte, auch das gehört zu dieser Geschichte.

Was allerdings deutlich bemerkenswerter ist, ist die Hilfsbereitschaft für die vom Feuer betroffenen Familien, sowohl für die Schäfers selbst, als auch für die, die als Mieter des Gebäudes nun vor dem Nichts stehen. So suchte die Brandopferhilfe Saarland via Facebook schon am Sonntag nach dem Brand für ein betroffenes Mieter-Paar eine neue Wohnung – und konnte schon wenig später vermelden: Wohnung gefunden.

Und auch in Homburg verwandelt sich die Betroffenheit der Brandnacht in Hilfsbereitschaft aus der Bürgerschaft. Stellvertretend dafür steht der Einsatz der Familien Euler, Wegener und Scheidhauer. Gestern startete man gemeinsam eine Hilfsaktion für die Familie von Bäcker Klaus Schäfer und richtete ein Zuwendungskonto (siehe auch Infokasten) ein. Milly Dell-Euler zu den Hintergründen des Engagements: „Der Schock sitzt tief: In der Vorstadt sind am Samstagabend die Backstube, das Geschäftshaus und das Privathaus des Bäckers Schäfer abgebrannt. Fassungslos, gelähmt und hilflos standen viele Menschen am Abend da und haben beobachtet, wie die Feuerwehr unermüdlich gegen die Flammen gekämpft hat. Jeder ist entsetzt über die Dimension des Schadens, und ab sofort werden offizielle Stellen diesen Großbrand untersuchen. Alles wird seinen Lauf nehmen – und es wird sicherlich dauern, bis alles geklärt ist.“ Bis dahin gelte es, schnell zu helfen. „Wir in der Vorstadt möchten Klaus Schäfer und seine Familie spontan unterstützen und ihnen eine erste Zuwendung zukommen lassen.“ Denn, so Dell-Euler im Namen der beteiligten Familien: „Die Homburger Vorstadt ohne Bäcker Schäfer können wir uns gar nicht vorstellen.“



Helfen will auch die Stadt Homburg. So werde man für die betroffenen Familien bei Bedarf auch Mittel für eine Erstausstattung aus dem Sozialetat der Stadt bereitstellen, versicherte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie sich die Hilfe darüber hinaus gestalten könne, werde er in einem Gespräch mit Klaus Schäfer selbst klären. „Wir werden aber auf jeden Fall breit unterstützen“, so der Homburger Verwaltungschef.

Während so eine Welle der Hilfsbereitschaft anläuft, sind die Brandermittler des Landespolizeipräsidiums seit Sonntag damit befasst, die Brandursache festzustellen. Zum Redaktionschluss lagen hier noch keine Erkenntnisse vor. Nichtsdestotrotz wird unter der Hand immer wieder auch Brandstiftung als mögliche Ursache genannt. In jedem Fall sucht die Polizei nach Zeugen. Diese werden aufgefordert, sich mit dem Kriminaldauerdienst in Saarbrücken unter Telefon (0681) 9 62 21 33 in Verbindung zu setzen. An Spekulationen über die Brandursache wollte sich Rüdiger Schneidewind gestern nicht beteiligen und verwies auf das ausstehende Ergebnis der Ermittlungen.

Allerdings: Ein bisschen Spekulation sollte schon zulässig sein, immerhin musste die Homburger Feuerwehr in den vergangenen Wochen laut der eigenen Einsatzübersicht vier Mal zu Bränden ausrücken, bei denen Mülleimer, Container und Unrat in Flammen standen. Bemerkenswert dabei: Mit den Einsatzorten Kirrberger Straße (zwei Mal), Schwesternhausstraße und Volhardstraße spielten sich alle diese Einsätze in einem kleinen, örtlich zusammenhängenden Bereich der Vorstadt ab – einem Bereich, in dem auch die Bäckerei Schäfer liegt.