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Neuer Bürgermeister Michael Forster im Gespräch
Die Interessen der Bürger im Blick

In der Homburger Redaktion berichtete Michael Forster kurz vor seinem Amtsantritt als neuer Bürgermeister, was ihm wichtig ist.
In der Homburger Redaktion berichtete Michael Forster kurz vor seinem Amtsantritt als neuer Bürgermeister, was ihm wichtig ist. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Michael Forster ist ab 1. November Homburgs neuer Bürgermeister. Vor seinem Amtsantritt hat er in unserer Redaktion darüber berichtet, was ihm wichtig ist. Ein Punkt: Die Verwaltung soll für Bürger nachvollziehbar sein. Von Ulrike Stumm

Jetzt wird es so langsam ernst, gut zwei Wochen bleiben Michael Forster (CDU) noch, bis er sein Amt als neuer Bürgermeister der Stadt Homburg antritt. Gewählt wurde er vom Stadtrat mit großer Mehrheit bereits im Juni. Am Montagabend wurde er bei der Sitzung im Forum offiziell zum Bürgermeister ernannt als Nachfolger von Klaus Roth. Am 1. November, Allerheiligen, ist es dann soweit: Er wird zum „zweiten Mann der Stadt“. Das ist gleich ein Feiertag, scherzt Forster am Dienstagmorgen beim Besuch in der Homburger Redaktion. Er freut sich auf die neue Aufgabe. Doch er blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Wechsel. „Natürlich fällt mir der Abschied aus dem Ministerium schwer.“ Er habe gerne dort gearbeitet mit einem sehr guten Team.

Forster ist Leiter der Zentralabteilung „Organisation, Personal, Haushalt, Recht und IT“ im saarländischen Ministerium für Finanzen und Europa. Seinen Dienst beendet er hier Ende Oktober (siehe auch Infokasten).

Am neuen Bürgermeisteramt reize ihn, dass er noch intensiver mit den Bürgern in Kontakt treten könne. Gerade das mache die kommunale Arbeit, die Kommunalpolitik ja aus, so Forster.



Und wie ist nun sein Aufgabengebiet im Rathaus gestrickt? Bei der Ressortverteilung sei man bei bestimmten Punkten noch in der Abstimmung, im Wesentlichen sei man sich aber einig. Anfang November müsse auch der Stadtrat entscheiden. Die bisherigen Themengebiete werde er weiter bearbeiten, sagte Forster. Zum Hintergrund: Zu den Aufgaben im Bürgermeisteramt zählten bislang Bauen und EDV.

Und wie sieht es mit dem Gebiet „Recht und Ordnung“ aus, immerhin ist Forster Jurist? „Von meinem beruflichen Hintergrund her würde das passen, aber hier bin ich noch in Abstimmung mit dem OB. Ich will da nicht vorgreifen.“

Es gibt einige Kernpunkte, die ihm wichtig sind für seine künftige Arbeit. Ganz weit vorne steht hier: Alle Entscheidungen der Verwaltung müssten sich an Recht und Gesetz orientieren, transparent und für die Bürger nachvollziehbar sein. Das sei ihm wichtig. Die Verwaltung müsse sich selbst kontrollieren, fordert er zudem vehement. „Da müssen wir unbedingt etwas machen und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückgewinnen“, macht er deutlich.

Bekanntlich tritt er das Amt in einer Zeit an, in der es um den Ruf der Verwaltung nicht unbedingt bestens bestellt ist angesichts der Ermittlungen gegen Ex-Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, den amtierenden OB Rüdiger Schneidewind und Bürgermeister Klaus Roth.

Ein weiterer Aspekt, der für Forster zentral ist: Die Verwaltung müsse bürgerfreundlich sein, Verständnis haben für die Bürger, sie dürfe keinen Selbstzweck erfüllen.

Da passt es, dass er sich beim Thema EDV besonders die Digitalisierung und die Verwaltungsmodernisierung auch unter diesem Aspekt vornehmen will. Angebote via Internet, aber auch im persönlichen Kontakt müssten auf die Bürger abgestimmt sein. Die Verwaltungsabläufe müssten so optimiert werden, dass es für die Bürger möglichst einfach und effizient werde, wenn sie hier etwas zu erledigen haben. Man müsse sich immer die Frage stellen: Was braucht  der Bürger?

Bleibt noch das weite Feld des Bauens. Entscheidungen müssten hier nach gesetzlichen Maßstäben erfolgen, unterstreicht Forster auch hier. Er werde zudem versuchen, die Kosten für städtische Baumaßnahmen zu dämpfen. In der Vergangenheit sei es teilweise so gewesen, dass diese bei größeren Baumaßnahmen aus dem Ruder gelaufen seien. Es gehe um „kostenstabiles Bauen“, dafür sei eine Kontrolle nötig. Wenn man besser beobachte, dann könne man eher lenken. Zudem müsse man bei Bauprojekten auch die laufenden Kosten beachten, also nicht nur den Bau selbst, sondern auch die Folgekosten.

Ohnehin seien die Investitionsmöglichkeiten der Stadt durch die Haushaltslage sehr begrenzt. „Deshalb bin ich der Auffassung, dass Projekte Schritt für Schritt, also eines nach dem anderen erledigt werden sollen.“ Um im Bild zu bleiben: Man sollte zuerst eine Baustelle abschließen, bevor man mit der nächsten beginne.

Eine wichtige Aufgabe sieht Forster zudem in der „Erhöhung der Sauberkeit in der Innenstadt und den Stadtteilen“. Wenn er die Zuständigkeit dafür erhalte, „dann werde ich dort mit Sicherheit einen Schwerpunkt setzen“.

Noch bleibt ihm ein bisschen Zeit. Für den ersten Arbeitstag, überhaupt die erste Zeit hat er sich zunächst einmal vorgenommen, zuzuhören, sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorzustellen, Meinungen zu erfahren, Abläufe kennenzulernen. Ganz normale Einarbeitungszeit eben. Die „berühmten ersten 100 Tagen im Amt“ beginnen für ihn am 1. November.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (rechts) ernannte Michael Forster am vergangenen Montagabend bei der Sonderstadtratssitzung im Homburger Forum zum neuen Bürgermeister. Seine Amtszeit beginnt am 1. November, gewählt wurde er im Juni.
Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (rechts) ernannte Michael Forster am vergangenen Montagabend bei der Sonderstadtratssitzung im Homburger Forum zum neuen Bürgermeister. Seine Amtszeit beginnt am 1. November, gewählt wurde er im Juni. FOTO: Linda Barth/Stadt Homburg