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Wochenkolumne
Mehr Transparenz hilft allen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Es müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Stadt Homburg bei der Auftragsvergabe höchste Transparenz an den Tag legt. Vor allem wenn es um die Vergabe an Ratsmitglieder geht, die im Privatleben eine Firma betreiben. Jetzt müssen wir nicht bei Adam und Eva anfangen und bisher getätigte Geschäftsbeziehungen gleich in die Schmuddelecke stellen. Nicht hinter jedem Handschlagvertrag stecken Unregelmäßigkeiten. Dass der im KSVG stehende Paragraf bisher in Homburg keine Anwendung fand, ist keine Straftat, wohl eher ein Versehen, im höchsten Fall eine Schlamperei. Eine Änderung ist gleichwohl ein Muss. Von Peter Neuheisel

Die Offenlegung der Verträge im Stadtrat ist allein schon deshalb wichtig, um mögliche beziehungsweise befürchtete Mauscheleien von Beginn an auszuschließen. Nicht zuletzt seit der Detektivaffäre und ihren Auswirkungen wird von den Bürgern noch kritischer hingeschaut (wer die Geister rief!). Diese auch im Stadtrat beschriebene Transparenz hilft allen: der Stadtspitze, dem Rat und nicht zuletzt den Ratsmitgliedern selbst, die per Handschlag Aufträge für ihren Handwerksbetrieb bekommen. Wer davon betroffen ist, diese (neue) Offenheit aber nicht möchte, weil sein Name nicht genannt werden soll, der muss halt die Konsequenzen ziehen und den Stadtrat verlassen. Einem Firmeninhaber darf durch seine Mitgliedschaft im Rat kein Nachteil entstehen. Ebenso wenig darf es aber sein, dass jemand in den Rat einzieht, um leichter an Aufträge zu kommen. Geheimniskrämerei ist völlig fehl am Platz.