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Medientag
Zwischen Falschmeldung und Realität

Für junge Menschen wie Rouven Hahn, Konstantin Franke und Marlene Järkel sind Informationen heute dank Smartphone und mobilem Internet überall auf der Welt und rund um die Uhr abrufbar.
Für junge Menschen wie Rouven Hahn, Konstantin Franke und Marlene Järkel sind Informationen heute dank Smartphone und mobilem Internet überall auf der Welt und rund um die Uhr abrufbar. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. 80 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassenstufen des Homburger Mannlich-Gymnasiums beim Medientag. Von Thorsten Wolf

Information ist alles, und alles ist Information: Auf diese kurze Formel kann man das Zeitalter des Internets und der digitalen Vernetzung mit Sicherheit bringen. Informationen sind Handelsware, stützen oder stürzen Regierungen, lenken politische Entscheidungen und Entscheider, sind gut recherchiert oder bewusst falsch – und können so oder so Schlechtes und Gutes bewirken. Doch wie gelangen Informationen eigentlich in die Welt? Wer entscheidet, was richtig und wichtig ist und was nicht? Wo liegt die Grenze zwischen dem Schutz der Öffentlichkeit und der Zensur? Und wie kann man sich vor so genannten „Fake News“, als bewusst gestreuten Falschinformationen, schützen? Diesen Fragen, und noch einigen mehr, gingen am Freitag rund 80 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassenstufen des Homburger Mannlich-Gymnasiums nach. Jan Weißler, einer der betreuenden Lehrer dieses Medientages: „Hier handelt es sich um einen schulweiten Projekttag im Rahmen unseres Pilotschuldaseins in der Bundesinitiative ,Leistung macht Schule’.“ Anders als sonst seien diesmal allerdings nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Querdenker-Programms beteiligt, „wir wollten viele Schüler erreichen, deswegen arbeiten auch rund 50 Mitglieder der Schülervertretung mit“.

Der Freitag startete dabei mit einem durchaus schwer verdaulichen Brocken: In der Dokumentation „The Cleaners“ über die Arbeit so genannter „Content-Moderatoren“ bekamen die Schülerinnen und Schüler im Eden-Kino einen teils schmerzhaften Einblick in die Arbeit derer, die tagtäglich, wie die einen sagen, das Netz von unzumutbaren Inhalten säubern oder, wie andere sagen, im Dienst von Unternehmen und Regierungen Meinungszensur betreiben.

Nach diesem durchaus bewusst gewählten, unbequemen Einstieg in die moderne Informationswelt war es dann an Ulli Wagner, der Vorsitzenden des Saarländischen Journalistenverbandes, und Florian Meyer, Redakteur beim Saarländischen Rundfunk, gemeinsam mit den Schülern das Gesehene zu reflektieren, zu hinterfragen und von da aus den Bogen weit hinein in die Medienlanschaft zu spannen. In der regen Diskussion zwischen denen, deren tägliches Geschäft die Bewertung und Verarbeitung von Informationen ist, und den „Konsumenten“ von daraus entstehenden Nachrichten wurde das Ganze Dilemma der heutigen Informationsgesellschaft deutlich: Welchen Quellen kann man trauen? Wir kann man selbst als Nachrichtenkonsument die Verlässlichkeit von Informationen prüfen?



Unter den Schülerinnen und Schülern fanden sich auch Marlene Järkel, Rouven Hahn und Konstantin Franke. Und während die anderen Teilnehmer sich gemeinsam mit Meyer und Wagner dem Thema „Fake News“ näherten, gaben die drei im Gespräch mit unserer Zeitung einen Einblick in ihre eigene Medienwahrnehmung – auch in der Reflektion des bis dahin verlaufenen Medientages. „Vieles von dem hat man natürlich schon gewusst, auch weil ‚Medienkompetenz‘ immer wieder auch Thema an der Schule ist. Aber im Film war es noch einmal sehr visuell, das hat das Ganze noch einmal viel bewusster gemacht – gerade wie das mit Zensur in verschiedenen Ländern funktioniert“, so Marlene Järkel. Gerade das Thema Nachrichtenauswahl, im schlimmsten Fall als „Zensur“, beschäftigte auch Rouven Hahn. „Ich bin als Medienkonsument dazu gezwungen, mir schon voreingenommene Meinungen einzuhohlen und mir daraus eine eigene Meinung zu bilden.“ So müsse er einfach immer mit dem arbeiten, was ihm an Information zu Verfügung stehe, „und damit muss ich mich auch zufrieden geben“. Eine dabei grundlegende Frage, nämlich ob er Jouranlisten grundsätzlich traue, beantworte Konstantin Franke so: „Ich denke man muss darauf vertrauen, dass die Medien ordentliche Journalisten einstellen. Weil man am Ende selbst nicht bewerten kann, wie die Recherche betrieben und die Quellen überprüft wurden.“