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Corona-Virus
Man sollte nicht in Panik verfallen

 Desinfektionsmittel, Mundschutz und Einmalhandschuhe sind derzeit so gut wie ausverkauft. Am besten hilft, einfach nicht „unter die Leute“ zu gehen.
Desinfektionsmittel, Mundschutz und Einmalhandschuhe sind derzeit so gut wie ausverkauft. Am besten hilft, einfach nicht „unter die Leute“ zu gehen. FOTO: dpa / Barbara Gindl
Homburg. Das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises ist unmittelbarer Ansprechpartner bei Fragen rund um alle Infektionskrankheiten. Dazu zählt auch das neuartige Corona-Virus. Von Peter Neuheisel

Der Saarpfalz-Kreis reagiert auf die Zunahme der Fälle von am Corona-Virus erkrankten Personen auch in ganz Deutschland. Der Kreis mit Sitz in Homburg ist für die Koordination der verschiedenen Maßnahmen zuständig. Das Gesundheitsamt des Kreises ist dabei unmittelbarer Ansprechpartner bei Fragen rund um Infektionskrankheiten. Dazu zählt auch das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2), das akute Atemwegserkrankungen verursacht, erstmals im Dezember 2019 in China auftrat und sich seit Januar 2020 auch in anderen Ländern verbreitet. Typische Symptome der Erkrankung sind laut ECDC (European Centre for Desease Prevention and Control) Fieber, Husten, Atemnot, Gliederschmerzen und Erschöpfung.

Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes nach dem Infektionsschutzgesetz gehört, die Weiterverbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Die Behörde des Saarpfalz-Kreises steht diesbezüglich in engem Kontakt mit den Akutkliniken respektive dem Universitätsklinikum in Homburg und dem Kreiskrankenhaus St. Ingbert, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Sie achtet darauf, dass der so genannte Krankenhausalarmplan, in dem Vorkehrungen für besondere Fälle wie beispielsweise beim Auftreten neuer Viren aufgeführt werden, stets auf dem aktuellen Stand ist.

Wer sich in einem ersten Schritt intensiver rund um das Virus (Infektionsquellen, Übertragung, Inkubationszeit, Therapie, Fallzahlen, geographische Verbreitung, Risikobewertung usw.) informieren möchte, dem empfiehlt Amtsärztin Dr. Sigrid Thomé-Granz, die aktuellen Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Gesundheit (www.bundesgesundheitsministerium.de), des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de), des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de) und des Gesundheitsministeriums des Saarlandes (www.saarland.de/corona.htm) aufmerksam zu verfolgen.



„Wichtig ist, dass sich Personen mit den genannten Symptomen, die sich womöglich vorher in besonders betroffenen Länder aufhielten und/oder Kontakt mit bereits infizierten Menschen hatten, zunächst beim Gesundheitsamt oder beim zuständigen Hausarzt telefonisch melden, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Ich rate zu einer guten Händehygiene und zur Einhaltung der so genannten Husten- und Nies-Etikette. Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützt beides vor einer möglichen Übertragung des neuartigen Corona-Virus“, betont Dr. Sigrid Thomé-Granz.

Aufgrund der aktuellen Situation sei es im Zweifelsfall also besser, auf das gewohnte freundschaftliche Händeschütteln zu verzichten, ebenso sollte auf eine etwas größere Distanz zu Mitmenschen geachtet werden. Grundsätzlich sollte man eine gute Händehygiene beherzigen, sprich alle Finger gründlich mit Seife einschäumen, zwingend nach dem Husten und Niesen, und sich möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht fassen, heißt es weiter.

Die Akteure im Gesundheitssystem haben Erfahrung im Umgang mit übertragbaren Infektionskrankheiten. Sie raten zur Besonnenheit. Auch das schütze die Gesundheit.

Landrat Theophil Gallo, im Falle eines Katastrophenfalls oder einer Großschadenlage unmittelbar zuständig, bewertet die Situation ebenfalls unaufgeregt: „Wir wollen das Thema nicht kleinreden oder gar verharmlosen. Natürlich ist das Auftreten des Virus eine neue, noch nicht ganz konkret einschätzbare Herausforderung. Aber es braucht auch niemand in Aktionismus oder Panik zu verfallen.“

Als zuständige Katastrophenschutzbehörde koordiniere er die Aktivitäten des Gesundheitsamtes und anderer Einrichtungen persönlich. „Wir beobachten die Lage sehr genau und stehen mit anderen Dienststellen und relevanten Organisationen im ständigen Austausch, um Veränderungen der Situation schnell und angemessen begegnen zu können.“ Der Saarpfalz-Kreis habe sich gerade in den vergangenen fünf Jahren intensiv auf kritische Lagen eingestellt, wir sind ordentlich aufgestellt, wir alle sollten einen kühlen Kopf bewahren“, so der Landrat.

Nachfragen am Homburger Universitätsklinikum des Saarlandes ergaben, dass sich die Patienten bisher keine Sorgen machen müssen, dass die Furcht vor dem Virus irgendwelche Abläufe beeinflusst. „Es werden weder Operationen verschoben noch werden die bisher üblichen täglichen Abläufe im Krankenhausalltag davon tangiert“, betonte die Pressestelle des Klinikums. Patienten, die zu bestimmten Terminen einbestellt würden, würden auch operiert beziehungsweise behandelt.

 Am Uniklinikum läuft der Alltag normal, bisher sind keine OP’s verschoben worden noch sind die Abläufe geändert worden.
Am Uniklinikum läuft der Alltag normal, bisher sind keine OP’s verschoben worden noch sind die Abläufe geändert worden. FOTO: Christine Maack