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Mahnmal in Homburg
Ein langer Weg bis zum Mahnmal

An markanter Stelle am historischen Marktplatz in Homburg soll das Mahnmal für die Ermordung der Hombugrer Juden errichtet werden.
An markanter Stelle am historischen Marktplatz in Homburg soll das Mahnmal für die Ermordung der Hombugrer Juden errichtet werden. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Homburger Kulturamt hat einen Entwurf des Künstlers Klaus Glutting vorgestellt. Von Ulrike Stumm

Es soll zügig gehen mit dem zugesagten Mahnmal in Homburg, mit dem an die Juden erinnert werden soll, die einst in der Stadt lebten, bis sie deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Das hatte Kulturamtsleiter Klaus Kell unserer Zeitung vor der Ausschuss-Sitzung Anfang September gesagt, in der er neue Entwürfe vorstellen wollte. Der Ausschuss hat sich positiv geäußert. Im Stadtrat am 20. September war das Mahnmal dann aber doch nicht Thema.

Kell führte auf Anfrage aus, er habe den Beratungstermin im Kulturausschuss so verstanden, dass er mit den Entwürfen nicht in den anschließenden Stadtrat gehe, sondern ihn als Auftrag sehe, in diese Richtung weiter zu planen. „Sobald die Pläne also weiter vorangekommen sind, möchte er sie erneut vorstellen und dann auch im Rat beschließen lassen“, hieß es von Seiten der Stadt.

Um das Mahnmal wird schon seit längerem gerungen. Es ist vor allem Izhak Hirsch zu verdanken, dass die Idee weiter verfolgt wird. Er bemüht sich seit Jahren darum, an seine Großeltern zu erinnern. Mathilde und August Hirsch wohnten einst in der Judengasse. Mitten in Homburg. Ihre Leben endeten in Auschwitz. Der Viehhändler und seine Frau wurden in das Konzentrationslager deportiert und dort von den Nazis ermordet. So wie viele andere Menschen, die hier einmal ganz normal wohnten, bis sie ermordet oder zur Flucht gezwungen wurden. Hirsch möchte, dass an die Menschen dort erinnert wird, wo sich alles abspielte: in der Karlsbergstraße – so heißt die einstige „Judengasse“ heute.



Er hat sich mehrfach an die Stadt gewandt, stieß dort auch im Prinzip auf offene Ohren, wurde aber immer wieder vertröstet.

Homburgs Kulturamtsleiter Kell hat nun einen Entwurf des Künstlers Klaus Glutting vorgestellt. Vorgesehen seien sieben unterschiedliche hohe Stelen, die an einen siebenarmigen Leuchter erinnerten – die Menora gilt als eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Das Mahnmal solle etwa zwei Meter breit und an der höchsten Stelle 1,80 Meter hoch werden. Es sei zum Gedenken an alle deportierten und ermordeten Opfer des NS-Regimes, für alle Verfolgten sowie die unbekannten Helfer.

Noch diskutiert werde darüber, ob die Namen der Opfer einzeln aufgeführt werden, so Kell. Klarheit herrsche dagegen über den Standort an der Ecke Klosterstraße/Saarbrücker Straße gegenüber dem alten Storchen am Marktplatz. Diese Stelle hatte die Stadt zunächst abgelehnt, da hier im Dezember der Weihnachtsbaum aufgestellt werden soll. Nun kehrt man zum ursprünglichen Platz zurück.

Izhak Hirsch hofft auch angesichts seines hohen Alters weiter auf eine zügige Umsetzung.