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Aktion der „Querdenker“
Für Nachhaltigkeit und für Naschkatzen

 Die Querdenker trotzten dem Regen, der ihnen das erste Bewässern der Pflanzen abnahm.
Die Querdenker trotzten dem Regen, der ihnen das erste Bewässern der Pflanzen abnahm. FOTO: Sandra Brettar
Homburg. Lob von Landrat Theophil Gallo für das Engagement der „Querdenker“ am Mannlich-Gymnasium in Homburg. Von red

Alte Euro-Paletten wiederzuverwerten, in dem man Pflanzbeete aus ihnen baut, fällt eindeutig unter „Upcycling“. Dass nun sechs Hochbeete dieser Art den Schulgarten des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums in Homburg bereichern, das ist laut Pressestelle des Saarpfalz-Kreises den aktuellen Querdenkern der Schule zu verdanken.

„Die Querdenker“ sind ein Förderprogramm für besonders leistungsstarke und begabte Schüler aller Klassenstufen. Sie arbeiten jahrgangsübergreifend von der sechsten bis neunten Klassenstufe und separat in der Oberstufe drei Stunden wöchentlich parallel zum Regelunterricht an einem Jahresthema. Forschendes Lernen, Kontakt zu Wissenschaftlern und außerschulischen Experten, Exkursionen und Teamarbeit sind dabei die zugrundeliegenden Prinzipien.

In diesem Jahr befassen sich die Querdenker mit dem Thema „Systeme“. Das Ökosystem und Nachhaltigkeit sind dabei ein Schwerpunkt. Daraus entstand die Idee, Pflanzbeete für den Schulgarten zu bauen, in denen saisonale Nutzpflanzen angebaut werden. Mit dieser Maßnahme möchten die Querdenker unter Anleitung von Ulrike Bossung, Jan Weißler und Johannes Schmitt auf die Relevanz saisonaler Ernährung und kurze Wege von der Produktion zum Konsumenten aufmerksam machen.



In einer morgendlichen Aktion packten die Querdenker trotz regnerischer Wetterlage kräftig an, um bereits nach drei Stunden das Ergebnis nicht ohne Stolz Landrat Theophil Gallo präsentieren zu können. Ihm übertrugen sie die Aufgabe, das letzte Johannisbeer-Stöckchen in die Erde zu setzen. Der Landrat freute sich, dass sich die jungen Menschen auf diese Weise mit dem schonenden Umgang von Ressourcen auseinandersetzen und auch das Thema Ernährung an Nachhaltigkeit ausrichten. Das Mannlich-Gymnasium hat sich als ausgezeichnete Unesco-Schule zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit zu lernen, die Umwelt zu schützen und zu bewahren.

Ob Johannisbeere, Heidelbeere, Rosmarin, Olivenkraut, Thymian, Schnittlauch oder Minze – was im Schulgarten des Mannlich-Gymnasiums gedeiht, wird in den kommenden Jahren – so die Ernte gelingt – in der Schulküche verwendet oder gleich in den Mündern der Naschkatzen verschwinden. „Dieses Ziel verfolgen wir auch in unserem Biosphärenreservat, dass die Bürger bei den Produzenten vor Ort, bei den Bauern kaufen“, betonte der Landrat, nachdem sich die Gruppe nach getaner Arbeit in den vom Regen geschützten Medienraum zurückgezogen hatte.

Als Biosphären-Experte war auch Gerhard Mörsch, Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, mit dabei. Auf Nachfrage skizzierte er kurz verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Querdenker in Sachen Nachhaltigkeit aktiv im Biosphärensystem einbringen können. Den Themenkreis schloss Eva Schwertfeger, Leiterin der Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit im Saarpfalz-Kreis und verantwortlich für die Durchführung des EWA (Energie Wasser Abfall) plus Programms an den weiterführenden Schulen. Nicht zuletzt wurde das Mannlich-Gymnasium Ende des vergangenen Schuljahrs für sein Engagement, das sich auch in vielen anderen Aktionen als Unesco-Projektschule zeigt, mit dem bundesweiten Preis „Energiesparmeister“ ausgezeichnet, der vom Bundesumweltministerium vergeben wird.