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45 Minuten gebraucht
Lange Schlange am Wertstoffzentrum

 Am Brückentagsfreitag, 1. Juni, reichte der Stau vom Eingang des Wertstoffzentrums auf der Straße „Am Zunderbaum“ zurück bis zur Kreuzung Bexbacher Straße. Der Bürger Gottfried Bächle hat dieses Bild um 11.30 Uhr aufgenommen und sich bei der Stadt beschwert.
Am Brückentagsfreitag, 1. Juni, reichte der Stau vom Eingang des Wertstoffzentrums auf der Straße „Am Zunderbaum“ zurück bis zur Kreuzung Bexbacher Straße. Der Bürger Gottfried Bächle hat dieses Bild um 11.30 Uhr aufgenommen und sich bei der Stadt beschwert. FOTO: Gottfried Bächle
Homburg. Über lange Wartezeiten, um Grünschnitt am Wertstoffhof abzugeben, hat sich ein Homburger Bürger beklagt. Die Stadt prüft nun, ob man eine separate Einfahrt nur für Grünschnittkunden schaffen kann. Von Ulrike Stumm

Eigentlich wollte Gottfried Bächle am vergangenen Freitagvormittag, 1. Juni, einfach nur mal schnell seinen Grünschnitt entsorgen – ganz normal. Also packte der Homburger alles ins Auto und fuhr Richtung Wertstoffzentrum am Zunderbaum. Von zügig war da aber dann keine Rede mehr, denn Bächle berichtet von einem Stau, der vom Eingang des Wertstoffzentrums auf der Straße „Am Zunderbaum“ zurück bis zur Kreuzung Bexbacher Straße reichte.

Er habe von der Bexbacher Straße bis zum Grünmüll-Container etwa 45 Minuten gebraucht, teilt Bächle mit. Das habe er bislang so nicht gekannt: Vor der Neuorganisation bei der Grünschnitt-Entsorgung „hatte ich viele Jahre zuvor keine Wartezeiten und keine Flatrate-Kosten“. Hinzu komme, dass der Lasterverkehr zur Firma Omlor beziehungsweise zum neuen Industriegebiet behindert werde, da die Straße am Zunderbaum in Richtung Industriegebiet zum Teil nur einspurig ist.

Hintergrund des Ganzen ist auch die neue Regel beim Grünschnitt seit diesem Jahr. Dass Bürger für die Grünschnitt-Entsorgung zahlen müssen samt den Begleitumständen, stieß schon bei der Ankündigung nicht gerade auf große Gegenliebe. Letztlich steckt eine Gesetzesänderung dahinter (wir berichteten).



 Bächle möchte nun zumindest die praktischen Probleme gelöst sehen: „Als Steuer zahlender Bürger dieser Stadt erwarte ich, dass bei derartigen Neuorganisationen vorher intelligent geplant wird.“ Das hat er auch an die Stadtverwaltung geschrieben.

Die bedauert auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es an besagtem Freitag zu Wartezeiten kam. „Wir kennen dieses Problem und wissen, dass Wartezeiten kein Einzelfall sind, besonders an Brückentagen wie dem 1. Juni, an dem viele Menschen frei haben und eine Fahrt in das Wertstoffzentrum einplanen“, führt Pressesprecher Jürgen Kruthoff aus. Auch die Behinderung der anliegenden Firmenfahrzeuge sei ein weiteres Problem. Die Stadt verweist allerdings darauf, dass es in puncto Andrang natürlich auf die Tage, die Zeiten ankomme, an denen etwas angeliefert werde.

 Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt. Er habe, so Bächle, das Wertstoffzentrum früher ebenfalls regelmäßig genutzt. Damals mussten sich diejenigen, die Grüngut in die entsprechenden Container werfen wollten, nicht hinter all denen anstellen, die Bauschutt oder ähnliches abgegeben haben. Man habe, so Bächle, die Grünschnitt-Container auf dem Gelände gesondert anfahren können.

Das ist nun aber nicht mehr möglich. Bislang, erläutert Kruthoff, hätten die Container mitten auf dem Areal des Wertstoffzentrums gestanden, konnten also separat erreicht werden. Nun habe man sie in die Reihe der anderen Container gestellt, die man über eine Rampe anfährt, am Vordermann vorbeizukommen, ist nicht möglich. Wenn es bei dem also etwas länger dauert, weil er zum Beispiel viel Sperrmüll auszuladen hat, müssen alle anderen warten. Der Grund für diese Änderung: Es seien immer nur jeweils drei Personen vor Ort, die bei der Anlieferung kontrollieren, erklärt Kruthoff. Stünden die Grünschnitt-Container an anderer Stelle, würde man jedoch eine Aufsicht mehr brauchen. Warum aber überhaupt Kontrollen? Generell hätten sich die allgemeinen Neuregelungen auch daher ergeben, „da wir als Stadt große Probleme mit dem EVS bekommen, wenn Störstoffe im Grünschnitt sind. Leider war es in der Vergangenheit gerade am Wertstoffzentrum so, dass im Grüngutcontainer, wenn dieser ohne Aufsicht war, über E-Schrott und Windeln nahezu jede Art von Müll zu finden war“ – soweit die Stadt. Insofern habe das Verhalten einiger Menschen, die genaueren Kontrollen erforderlich gemacht.

Jenseits dieses Arguments, das auch in der Vergangenheit bereits gerne vorgebracht wurde, sucht man aber bei der Stadt nun nach einer Lösung. Man wolle versuchen, die Anlieferer, die nur Grünschnitt bringen, durch das hintere Tor auf das Wertstoffzentrum fahren zu lassen, also eine separate Einfahrt nur für Grünschnittkunden zu schaffen. Damit ließe sich die Wartezeit erheblich verringern“, kündigt Kruthoff an.

Allerdings müsse dies verkehrstechnisch machbar sein. Hierzu finde in Kürze ein Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten inklusive der Ortspolizeibehörde statt. Erst danach werde sich klären lassen, ob man dieses Vorhaben umsetzen könne. „Bis dahin können wir nur empfehlen, die Tage mit starkem zu erwartenden Zulauf zu vermeiden oder auf die Containerplätze in den Stadtteilen auszuweichen.“

 Inhaber einer Flatrate-Karte können nämlich größere Mengen Grüngut am Samstag bei der Firma Jacoby entladen, mittlere Mengen können auch zu den Containerstandorten in den Ortsteilen gebracht werden. „Dort treten in der Regel keine Wartezeiten auf.“ Die Grüngut-Flatrate-Karte gibt’s für 25 Euro im Rathaus sowie im Stadtbusbüro im Talzentrum. Gültig ist sie nur für das jeweils laufende Kalenderjahr. Wer die Karte vorlegt, darf sein Grüngut an allen Annahmestellen in Homburg abgeben. Für all diejenigen, die keine solche Karte haben, ist nur das Wertstoffzentrum Anlaufstelle. Das sei aber von den Kapazitäten her begrenzt, es würden dort nur Kleinmengen eingesammelt.

 Derzeit sprießt es in den Gärten, das gilt auch fürs Unkraut. Wer rupft, bei dem fällt daher auch jede Menge Grüngut an.
Derzeit sprießt es in den Gärten, das gilt auch fürs Unkraut. Wer rupft, bei dem fällt daher auch jede Menge Grüngut an. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst