| 00:00 Uhr

Landrat weist Vorwürfe von Gläser entschieden zurück

Homburg. Mit Entschiedenheit hat Saarpfalz-Landrat Clemens Lindemann am Freitag die Vorwürfe des stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Christian Gläser zurückgewiesen. Gläser hatte die Vergabepraxis bei Gutachten kritisiert (wir berichteten). bea

Der Vertrag mit einem Kreistagsmitglied sei, so Lindemann, rechtlich und unter Spargesichtspunkten nicht zu kritisieren. Lindemann: "Zudem möge Herr Gläser in Erwägung ziehen, dass dies ein einstimmiger Beschluss des Kreistages war, also auch mit den Stimmen der Jamaika-Mehrheit, bei der die CDU-Kreistagsmitglieder eine maßgebliche Rolle spielen."

Im Übrigen gäbe es kein Beschäftigungsverbot für Gremienmitglieder. Dies müsse Gläser auch aus seiner Tätigkeit im Homburger Stadtrat wissen. Dort soll es auch schon vorgekommen sein, dass Stadtratsmitglieder Aufträge der Stadt erhalten haben. Dies sei auch nicht weiter zu beanstanden. Nicht zuletzt weist der Landrat darauf hin, dass die psychologischen Gutachten der Arbeit des Jobcenters überaus hilfreich gewesen seien und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter mit dem Gutachter ausgesprochen effizient sei. Dies zeige sich daran, dass der Saarpfalz-Kreis eine weit unterdurchschnittliche Zahl von jugendlichen Arbeitslosen aufweist. Die gutachterliche Tätigkeit trage also dazu bei, dass die Kreisumlage niedriger bleibt, als sie wäre, wenn die Arbeit von Jobcenter und Gutachter weniger Erfolge erzielen würde. Auch weist der Landrat darauf hin, dass der Gutachter kein festes Gehalt bezieht, sondern je nach Gutachten bezahlt wird. Im letzten Jahr sei dies deutlich weniger als die veranschlagte Summe gewesen und dies werde auch in diesem Jahr so sein.