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Archiv mit den Arbeiten von Jean Larcher
Kalligrafische Meisterwerke in Gut Königsbruch

 Katherina Pieper führt in den Räumen der Stiftung Schriftkultur ihre Gäste in die Ästhetik der Kalligrafie ein.
Katherina Pieper führt in den Räumen der Stiftung Schriftkultur ihre Gäste in die Ästhetik der Kalligrafie ein. FOTO: Gustl Altherr
Homburg. (red) Gut Königsbruch, vom Pfalz-Zweibrücker Herzog Christian IV. Mitte des 18. Jahrhunderts im Tal unterhalb des Kehrbergs errichtet, gilt als die Keimzelle des heutigen Homburger Stadtteils Bruchhof.

Später ging das Hofgut in das Eigentum der Herzogin Amalie über, Gattin von Karl. II. August, dem Erbauer von Schloss Karlsberg.

Im 20. Jahrhundert war das Anwesen als Tascherhof bekannt. Doch der Zahn der Zeit hinterließ seine Spuren – bis vor fünf Jahren die Eheleute Archibald und Margrit von Wegner das stark heruntergekommene Gut erwarben, um es in enger Abstimmung mit dem Landeskonservatoramt zu sanieren und restaurieren, so dass es sich heute dem Besucher als wahres Schmuckstück präsentiert.

In diesem historischen Ensemble hat die von der in Jägersburg wohnenden Kalligrafin Katharina Pieper ins Leben gerufene „Stiftung Schriftkultur“ geeignete Räume gefunden, um eine Galerie, Räume für Workshops und ein Archiv einzurichten mit den Büchern und Arbeiten von Jean Larcher, dem verstorbenen Partner von Katharina Pieper. Er galt als der führende Schriftkünstler Frankreichs, dessen kalligrafischen Werke rund um den Globus gefeiert wurden. Viele seiner Arbeiten, aber auch die seiner nicht minder renommierten Partnerin Katharina Pieper, werden nun in sehr ansprechendem Ambiente auf Gut Königsbruch präsentiert. Zudem gibt es im Kellergewölbe ein Museum für Kalligrafie und Handschrift.



Dieser Tage besuchte der Landfrauenverein Homburg die Stiftung Schriftkultur auf Gut Königsbruch, wo Katharina Pieper die komplette Einrichtung vorstellte und insbesondere auf die aktuelle Ausstellung „Ein Jahrhundert – zwei Schriftkünstler“ einging, die bis 30. Juni zu sehen ist.

Bevor die Künstlerin die Räume der Stiftung und die darin gezeigten Werke vorstellte, hatten die Besucherinnen Gelegenheit, den Ehrenhof des Anwesens, der vom Herrenhaus und den seitlichen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden gerahmt wird, kennenzulernen. Der mit Natursteinen ausgelegte Hof, seine Rasenflächen und Blumenrabatten um den neuen Springbrunnen bieten, wie auch der angrenzende, nach Herzogin Amalie benannte Park, ein sehr ansprechendes Bild, das durch die am Waldrand neu errichtete Kapelle einen zusätzlichen Höhepunkt erfährt.

Nach dem Besuch von Gut Königsbruch steht als nächstes Highlight im Jahresprogramm der Landfrauen Ende Juni/Anfang Juli eine Studienreise in die Provence an.