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Gespräche mit Minister Bouillon
Weitere Finanzspritze fürs Waldstadion

 Im Waldstadion Homburg stehen Investitionen an, zudem gibt es einen Sanierungsstau. Das ließ Bürgermeister Michael Forster wissen. Da die Stadt dies nicht ohne Weiteres realisieren könne, gebe es Gespräche mit Minister Klaus Bouillon.
Im Waldstadion Homburg stehen Investitionen an, zudem gibt es einen Sanierungsstau. Das ließ Bürgermeister Michael Forster wissen. Da die Stadt dies nicht ohne Weiteres realisieren könne, gebe es Gespräche mit Minister Klaus Bouillon. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Das Waldstadion soll fit gemacht werden. Der Stadt fehlt aber das Geld, um dies allein zu stemmen. Nun deutet sich an, dass es womöglich nochmals einen Millionen-Zuschuss für die Sanierung vom Land geben könnte. Von Thorsten Wolf

Wie geht es weiter mit dem Homburger Waldstadion? Stehen möglicherweise weitere finanzielle Zuwendungen aus Saarbrücken für eine Sanierung der Anlage im Raum. So scheint es zumindest.

Zum Hintergrund: Nicht erst im Mai dieses Jahres wurde öffentlich deutlich, dass vor allem der FC Homburg nicht so ganz glücklich darüber ist, dass es mit der Sanierung des Waldstadions nicht wie gewünscht vorangeht. Aus Sicht des Fußballvereins scheint hier endlich ein Vorankommen geboten – erfülle das Stadion doch nicht die Voraussetzungen für die Dritte Liga. „Der Umbau und die Renovierung des Waldstadions sind aus Lizenzgründen sehr wichtig für den FC Homburg“, hatte der Vereinschef Herbert Eder damals klar gemacht. Für diese Sanierung hatte Saar-Innenminister Klaus Bouillon schon im Jahr 2017 eine Million Euro aus Saarbrücken zugesagt. Passiert ist seitdem allerdings nichts.

Nun also eine mögliche, weitere Finanzspritze vom Land? Spekuliert wird derzeit in den Medien über eine Summe von weiteren zwei Millionen Euro. Auf Nachfrage unserer Zeitung ließ Homburgs Bürgermeister Michael Forster über seinen Büroleiter Philipp Scheidweiler mittteilen: „Im Waldstadion stehen Investitionen an, welche in unserer dauerhaft angespannte Haushaltslage nicht ohne Weiteres zu realisieren sind. Es ist zudem ein gewisser Sanierungsstau strukturiert abzuarbeiten. In solchen Großprojekten sind wir regelmäßig auf zusätzliche Finanzmittel des Landes angewiesen.“ Es sei richtig, so Scheidweiler, dass Bürgermeister Michael Forster dazu in Gesprächen mit Klaus Bouillon sei. „Ich kann zu den laufenden Verhandlungen nur mitteilen, dass Klaus Bouillon gegenüber Bürgermeister Forster signalisiert hat, dass seine Bemühungen um das Waldstadion nicht vergebens sein werden. Ich gehe also davon aus, dass wir mit einem Zuschuss für das Homburger Waldstadion aus Saarbrücken rechnen können.“



Nun ist es nicht so, als hätte die Stadt in den vergangenen Jahren kein Geld ins Waldstadion und die Anlagen drum herum gesteckt: Im Juli 2016 wurde die mit einem Gesamtvolumen von 330 000 Euro sanierte Tartanbahn freigegeben. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch die beiden Kopfstücke des Sportplatzes erneuert.

Und schon im Jahr 2012 investierte die Stadt fast eine Million Euro am Waldstadion: Mit einem Gesamtvolumen von 892 500 Euro wurden die Sportanlagen am Homburger Waldstadion saniert. Die Leichtathletikanlage wurde neu gestaltet, der alte Hartplatz erhielt einen Kunstrasenbelag (wir berichteten).

Von diesen Investitionen profitieren viele Vereine in Homburg, der FC Homburg allerdings nur mittelbar. Denn: Für den Regionalligisten geht es vor allem darum, die Auflagen des DFB für einen Spielbetrieb in der Dritten Liga erfüllen zu können. Und die sind nicht ohne, da fallen schon Begriffe wie „Rasenheizung“. Wie und was nun vor dem Hintergrund dieser Vorgaben gemacht werden muss, was nicht und wie man das Ganze finanzieren will und kann, das soll die Auswertung einer entsprechenden Studie zeigen. Hier scheint sich nun zumindest abzuzeichnen, dass das Ergebnis dieser Auswertung und die daraus resultierenden Sanierungspläne von weiteren finanziellen Zuwendungen aus Saarbrücken unterfüttert werden. Philipp Scheidweiler: „Ob, und in welcher Höhe, kann ich Ihnen aus dem derzeitigen Verhandlungsstand leider nicht verbindlich beantworten.“ Hier bitte man seitens der Stadtverwaltung noch um etwas Geduld.

In der Vergangenheit gab es rund um den schon lange bekannten Sanierungsbedarf des Homburger Waldstadions bereits einige Pläne, um ein solches Projekt in die Wege zu leiten. So hatte der frühere ehrenamtliche Sportbeigeordnete Gerhard Wagner (SPD) im Jahr 2013 vorgeschlagen, das Stadion an die stadteigene Homburger Stadtbus und Parkausgesellschaft zu verkaufen – um so eine Aufarbeitung der Anlage zu erleichtern und zudem so auch weitere Finanzmittel für den Sport in der Stadt freizumachen. Diesen Plänen erteilte der Homburger Stadtrat allerdings im selben Jahr eine Absage.

 Zuletzt hatte die Stadt in die Sanierung der Tartanbahn (unser Archivfoto) eine große Summe investiert, nun hofft man auf weitere Mittel aus Saarbrücken, um das Waldstadion drittliga-tauglich machen zu können.  Foto: Thorsten Wolf
Zuletzt hatte die Stadt in die Sanierung der Tartanbahn (unser Archivfoto) eine große Summe investiert, nun hofft man auf weitere Mittel aus Saarbrücken, um das Waldstadion drittliga-tauglich machen zu können. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf