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Kriminalstatistik Homburg vorgestellt
Einbrüche bleiben ein Dauerthema

 Homburgs Polizeichefin Alexandra Besse und Bürgermeister Michael Forster präsentieren die Kriminalitätsstatistik.
Homburgs Polizeichefin Alexandra Besse und Bürgermeister Michael Forster präsentieren die Kriminalitätsstatistik. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. Homburgs Polizeichefin Alexandra Besse hat im Rathaus die Kriminal- und die Unfallstatistik für 2018 vorgestellt. In Homburg gab es etwas mehr Einbrüche als 2017. Insgesamt ging die Zahl der erfassten Straftaten aber zurück. Von Ulrike Stumm

Es war auch für Bürgermeister Michael Forster ein „spannender Moment“, als Alexandra Besse, Leiterin der Polizeiinspektion Homburg, am Mittwochnachmittag ein Bild der Sicherheitslage in der Stadt präsentierte (wir berichteten). Doch bekam er wie alle anderen, die zur Präsentation der Kriminal- und der Unfallstatistik des Vorjahres ins Rathaus am Forum gekommen waren, eigentlich viel Positives zu hören – soweit dies bei einem Blick auf Delikte und Unfälle eben möglich ist.

Die Fallzahlen gehen seit einigen Jahren kontinuierlich zurück, saarlandweit, aber auch in der Kreisstadt Homburg. Wurden 2014 noch 3533 Straftaten in der Stadt registriert, so waren es 2017 insgesamt 3152 und im vergangenen Jahr 2842. Betrachtet man die Kriminalität im ganzen Saarland (70 873 Fälle), so ereigneten sich in Homburg vier Prozent aller registrierten Delikte. Der gesamte Saarpfalz-Kreis liege bei der Anzahl der Straftaten – 10 Prozent aller Delikte im Saarland ereigneten sich hier – hinter dem Regionalverband (45 Prozent) sowie den Kreisen Saarlouis (18 Prozent) und Neunkirchen (11 Prozent). Nach dieser allgemeinen Einordnung griff Besse einige Straftatenbereiche heraus. Unter anderem das Dauerbrennerthema Wohnungseinbrüche. Hier gab es in Homburg 2018 mit 72 Fällen eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2017 (65). Allerdings lag man 2016 noch bei 86. Dieser Trend sei im gesamten Saarpfalz-Kreis so zu beobachten: Nach 237 Einbrüchen im Jahr 2016 folgten 187 (2017) und 214 im vergangenen Jahr. Es sei, so Besse, zudem eine landesweite Entwicklung. Ein Grund dafür: Ein Serientäter, auf dessen Konto saarlandweit um die 420 Einbrüche gehen sollen. Sein Beutezug soll Ende 2017 begonnen und bis Frühjahr 2018 gedauert haben. Im Juni 2018 wurde er festgenommen. Die Einbrüche, mit denen er in Verbindung gebracht wird, flossen aber in die Kriminalstatistik für 2018 ein. In diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Diese Statistik messe Kriminalität dann, wenn die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind, bevor also Staatsanwälte und Gerichte richtig tätig werden, erläuterte Alexandra Besse.

In Homburg gab es 2018 die meisten Einbrüche im einwohnerreichsten Stadtteil Erbach (22). Generell, so machte Besse deutlich, sei das Saarland ein bei Einbrechern „beliebtes Gebiet“, Gründe dafür seien gute Fluchtmöglichkeiten durch das dichte Autobahnnetz und den schnellen Weg nach Frankreich, der die Verfolgung erschwere. Nicht nur in diesem Bereich, sondern generell gebe es eine allgemeine Verbesserung bei der Aufklärungsquote, die für die Stadt Homburg von 55,2 Prozent im Jahr 2017 auf 57 Prozent im vergangenen Jahr stieg.



Sinkende Zahlen wies die Statistik auch für Körperverletzungen auf. Der Rückgang gelte gleichermaßen für einfache wie für gefährliche Körperverletzungsdelikte.

Beim Thema Sachbeschädigung gingen die Fallzahlen 2018 ebenfalls zurück. Das gelte auch für den Bereich „Sachbeschädigungen an Kfz“. Unter Sachbeschädigungen fallen zudem Brände mit reinem Sachschaden, hier aus dem Jahr 2018 besonders in Erinnerung: der Großbrand der Bäckerei Schäfer, ausgelöst durch Brandstiftung (wir berichteten). Neben diesem Großereignis hatte es zwischen September und Oktober 2018 mehrere Brände in der Innenstadt gegeben, weil Mülleimer und -tonnen angezündet wurden. Die Polizei reagierte mit mehr Streifen und verdeckten Maßnahmen, die Brandstiftungen hätten aufgehört, einen Tatverdächtigen habe man aber nicht herausfinden können.

Dem Blick auf die Straftaten folgte eine Statistik über die Unfälle 2018, die alle Verkehrsteilnehmer einschließen: von Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern bis zu größeren Fahrzeugen. 2018 ereigneten sich in Homburg mit 2028 Unfällen etwa gleich viele wie 2017 (2030). Meistens blieb es auch im vergangenen Jahr bei Sachschaden (1778 Unfälle). Allerdings gab es mehr Verletzte (2018: 335) als 2017 (288). Insgesamt zählt die Polizei im vergangenen Jahr 302 Leichtverletzte und 32 Schwerverletzte, ein Mensch wurde getötet. Einen Rückgang von 42 (2017) auf 35 gab es bei den Unfällen unter Alkoholeinfluss. Das machte Besse an einem erhöhten polizeilichen Kontrolldruck fest. Je höher das Entdeckungsrisiko sei, desto höher sei eben auch die Hemmschwelle zu fahren, wenn man getrunken hat. Auch Unfallhäufigkeitsstellen macht die Statistik aus: Alle vier besonderen Schwerpunkte liegen entlang der B423, diese sei Hauptverkehrsachse mit zum Teil komplexen Verkehrssituationen.

 Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Homburg im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Homburg im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich