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Kriminalstadtführung
Homburg als Krimi-Stadt erleben

An diesem Sonntag lädt Monika Link in ihrer Rolle als „Kammerzofe Henrietta“ wieder zur Kriminalstadtführung durch Homburg ein.
An diesem Sonntag lädt Monika Link in ihrer Rolle als „Kammerzofe Henrietta“ wieder zur Kriminalstadtführung durch Homburg ein. FOTO: Foto: Eike Dubois/Saarpfalz-Kreis
 Homburg. Am Sonntag gibt es eine ganz besondere Stadtführung: Mit „Kammerzofe Henrietta“ auf den Spuren von Verbrechen. Von Thorsten Wolf

Krimis haben nach wie vor Hochkonjuktur. Der „Tatort“ im Ersten am Sonntagabend gehört für viele ebenso zum festen Wochenablauf wie Schlafen und Essen. In den Bücherregalen gehören Thriller zudem immer noch zu den festen Größen. Verbrechen hat eben immer Konjunktur – und das nicht nur bei Verbrechern, sondern auch bei denen, die mit fast schon ein bisschen voyeuristischer Lust Verbrechen und Verbrecher aus sicherer Distanz verfolgen. Besonderen Chame hat so was natürlich dann, wenn man auf diesem Weg auch einiges an Geschichtlichem erfahren kann, „Verbrechen im Spiegel der Zeit“ quasi.

Nun ist es nicht so, dass Homburg in seiner Geschichte nicht auch eine Vielzahl von kleinen und großen Missetaten erlebt hätte. Und genau die rückt die Stadtführerin Monika Link in ihrer Rolle als „Kammezofe Henrietta“ in den Mittelpunkt ihrer ganz besonderen Rundgänge durch Homburg, das nächste Mal am kommenden Sonntag, 14. Oktober. „Kriminalstadtführung“ heißt dieses Angebot im Reigen der ganz unterschiedlichen Stadtführungen, die Homburg inzwischen anbietet.

Doch wie kommt man auf die Idee, eine Stadt anhand der in ihr entstandenen Kriminalgeschichte zu erkunden? Monika Link: „Ich habe einen Faible für historische Rollen und verkörpere gerne die Kammerzofe Henrietta, die ihr jahrelanges Schweigen bricht und so manche Geheimnisse und Straftaten in Abwesenheit ihrer Herrschaft aufdeckt.“ Welche, das lässt Link im Gespräch offen – es soll ja noch genug Anreiz bestehen, um ihr auf der Spuren von Drama und Tragik und Tragikomik zu folgen. Doch es ist eine Sache, die Straßen entlang zu gehen, hier hin und dorthin zu zeigen und die Geschichte hervorzuholen. Eine gute Stadtführung muss heute mehr sein, am Besten gleich eine ganz eigenständige Veranstaltung. Und genau das soll die „Kriminalstadtführung“ auch sein. So erscheint Link natürlich in zeitechten Gewändern und gibt ihrer „Kammerzofe Henrietta“ nicht nur dadurch Authentizität.



„Zugute kommt mir dabei, dass ich einige Jahre beim Staatstheater Saarbrücken tätig war und unter anderem in einer Rolle bei dem Drama ,Dantons Tod’ von Büchner mitgewirkt habe. So habe ich sozusagen die Französische Revolution hautnah miterlebt. Durch die Bühnenarbeit weiß ich auch, dass man stets gut vorbereitet sein muss, die Kleidung authentisch sein muss um glaubhaft zu erscheinen.“ Bevor man sich nun als Stadtführerin aufmacht, anderen etwas nahe zu bringen, muss man sich jenseits des Offensichtlichen viel Wissen aneignen. Für Monika Link nicht nur dröges Studium, denn „besonderen Spaß hat mir die Zusammenstellung der historischen Ereignisse und Straftaten gemacht. Dafür habe ich intensiv in Archiven und Bibliotheken gestöbert“. Und: „Die Kleidung ist von mir nach historischen Bildern selbst geschneidert, ein weiteres Faible von mir.“ Dabei achte sie sehr auf Detailtreue, „selbstverständlich dürfen solche Kleider keine Reißverschlüsse oder andere Accessoires der heutigen Zeit aufweisen“.

Wer also etwas über die „dunkle Seite“ Homburgs erfahren will, etwas über „falsche Freunde im Wirthaus“ und darüber, warum Hinrichtungen in Homburg immer etwas teurer waren, der ist bei Monika Links „Kammerzofe Henrietta“ bestens aufgehoben. Die Rolle der „Zofe bei Hofe“ ist übrigens nicht die einzige Rolle, die Link dazu nutzt, um den Menschen Homburg und seine Geschichte näher zu bringen. „Ein weiteres Doppelleben führe ich als ,Regina Wirth’, Ehefrau des Journalisten und Freiheitskämpfer Johann Georg August Wirth . Im Rahmen der Siebenpfeiffer-Stiftung finden regelmäßig Führungen in Homburg statt. Auch hier bleibe ich authentisch in meiner Rolle und freue mich, wenn die Gäste nach der Führung sagen, ich hätte sie in die frühere Zeit hineinversetzt.“ Wer sich über die weiteren Stadtführungsangebote in Homburg informieren will, der kann dies auch über das Internet tun. Auf www.homburg.de findet sich unter „Tourismus/Urlaub in Homburg“ der Link zum aktuellen Flyer, der die einzelnen Führungen und Termine anschaulich darstellt.