| 22:37 Uhr

Standortbestimmung der Chorlandschaft
Kreis-Chor-Verband sucht nach Antworten

Der Rimschweiler Chor New Spirit inspiriert seine Zuhörer regelmäßig. Doch viele Chöre der Region fürchten um ihre Zukunft.
Der Rimschweiler Chor New Spirit inspiriert seine Zuhörer regelmäßig. Doch viele Chöre der Region fürchten um ihre Zukunft. FOTO: Cordula von Waldow
Homburg. Workshop „Chöre“ fordert Initiative von den aktiven Mitgliedern zur Zukunftssicherung.

(red) Wo stehen wir als Chor und Verein? – Was zeichnet uns aus? – Wo wollen wir hin? – Wie können wir neue Mitglieder gewinnen? – Solche und noch mehr Fragen beschäftigen die Vertreter der Chöre, die sich vor einiger Zeit im Thomas-Morus-Haus in Homburg-Erbach eingefunden hatten. Sie folgten einer Einladung des Vorsitzenden Frank Vendulet vom Kreis-Chor-Verband (KCV) Homburg. Er hatte Mirijam Franke angesprochen, ob sie bereit wäre zu diesen Themen einen Workshop für und mit den Mitgliedern des KCV zu halten und sie sagte zu.

Mirijam Franke ist Chorleiterin, studierte Musikwissenschaften, ist ausgebildete Mezzosopranistin und seit 2016 Geschäftsführerin des Landesmusikrates Saar. Folglich die richtige Ansprechpartnerin in Sachen Gesang und Chöre, wo es eben auch um die Frage geht, in welche Richtung kann, darf und muss sich die Chorlandschaft entwickeln, wenn sie überleben will.

Unter der Überschrift „Meine kreative Chorarbeit“ sollten die Teilnehmer nun eine Standortbestimmung vornehmen mit der anschließenden Frage: Wohin wollen wir eigentlich? Wie man weiß, treffen sich in den Chören Menschen, die Freude am Singen haben. Die Strukturen im Verein ähneln denen eines Betriebes: Es gibt einen Vorstand, der sich um die Einhaltung der satzungsgemäßen Vorgaben und Organisatorisches kümmert. Und es ist da ein Chorleiter, in dessen Händen sich die musikalische Leitung befindet.



Die Verantwortlichkeiten sind damit klar vorgegeben. In ihrem Workshop machte Mirijam Franke aber klar, wenn es um die Kreativität als solche geht und um die lebendige Fortentwicklung bestehender Gemeinschaften, dann reichen solch starre Strukturen kaum aus. Denn jeder einzelne Kopf im Chor ist kreativ genug, um Impulsgeber für die Zukunftsgestaltung sein zu können. Jedes Chormitglied kann und soll sich einbringen, wenn es darum geht, zukunftsfähig zu werden.

Aktivsein war entsprechend auch das Zauberwort und der rote Faden beim Workshop in Erbach. Diesen Faden zog Franke durch den ganzen Vormittag als Orientierung. So konnte jeder für sich das herausnehmen, wo er für und mit seinem Chor kreativ und aktiv werden kann. Neue Impulse geben und somit die Motivation hoch halten, Aufgaben im Verein aufteilen und alle Sänger in die Verantwortung nehmen, zum Beispiel beim Thema regelmäßiger Probenbesuch.

Wichtig waren auch solche Hinweise, wo und wie man die richtigen Ansprechpartner für seine Anliegen findet. Hier helfen der der KCV Homburg und auch der Saarländische Chorverband (SCV) seinen Mitgliedern gerne weiter. Kommunikation und Austausch sind erforderlich, um voranzukommen. Musikalisch und auf Vereinsebene.

Für den KCV war es die erste Veranstaltung dieser Art und Frank Vendulet, der als Vize-Präsident des SCV die Chorlandschaft überblickt, ordnete den Workshop als Premiere für das Saarland und interessant für die ganze Region ein.