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Diese Filme werden auf dem Schlossberg gezeigt
Kinonächte vor echter Ruinenkulisse

Schon alleine die malerische Kulisse der Ruine der Hohenburg ist ein Spektakel bei den Homburger Filmnächten – jetzt muss nur noch das Wetter passen und die gewählten Filme locken hoffentlich genügend Zuschauer an.
Schon alleine die malerische Kulisse der Ruine der Hohenburg ist ein Spektakel bei den Homburger Filmnächten – jetzt muss nur noch das Wetter passen und die gewählten Filme locken hoffentlich genügend Zuschauer an. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Am 10. und 11. August kommen die Leinwand-Fans auf dem Homburger Schlossberg voll auf ihre Kosten. Von Thorsten Wolf

Am vergangenen Freitag endete die Frist für die Teilnahme an der Wunschbefragung zu den Homburger Filmnächten am 10. und 11. August, veranstaltet inmitten der Ruine der Hohenburg. Gleich unter einer ganzen Vielzahl von Filmen konnten potentielle Zuschauer auswählen, was sie gerne Mitte August auf dem Homburger Schlossberg sehen möchten.

Dabei haben, so scheint es, die Veranstalter aus den vergangenen Jahren gelernt. So hatte man bei den zurückliegenden Filmnächten durchaus auch mal auf eher sperriges Kino gesetzt – so bei der Premiere, als man unter anderem auf einen italienischen Dokumentarfilm gesetzt hatte und das Publikum dies mit Fernbleiben „honorierte“. Auch in der Folge zeigte man sich durchaus experimentierfreudig.

Zu sehen gab es unter anderem die Originalversion von „Nosferatu“, live vor Ort mit Musik untermalt. Auch hier gingen die Meinungen durchaus auseinander. Cineasten feierten die Idee, gerade mit der Kulisse der Ruine der Hohenburg, als wirklich gelungen. Wer es allerdings mit eher mit Mainstream-Kino hatte, der war auch hier eher schmal bedient. So oder so: Leicht machten es sich die städtischen Macher des Homburger Kinonächte nie und setzten ein ums andere Mal durchaus auch auf extravagente Angebote – mit wechselhaftem Erfolg. Diesmal sieht es allerdings nach im besten Sinne „Mainstream“-Kino aus, ausgewählt von Zuschauern selbst. Am 10. August, dem Eröffnungsfreitag, soll der Streifen „Wunder“ hinauf auf den Homburger Schlossberg locken (wir berichteten). Der Film, in der weiblichen Hauptrolle besetzt mit Julia Roberts, erzählt die Geschichte des Jungen August „Auggie“ Pullman, der an einer Gesichts-Deformation leidet und sich gegen viele Widerstände an seiner Schule durchsetzen muss.



Am Filmnächte-Samstag, 11. August, sollen es dann die berühmten-berüchtigten „Sch‘tis“ aus dem Norden Frankreichs richten. Deren filmische Reise nach Paris als „Familie auf Abwegen“ ist die 2018er Fortsetzung der Erfolgskomödie „Willkommen bei den Sch‘tis“ aus dem Jahr 2008. Die beiden nun ausgewählten Filme konnten sich bei einer Abstimmung, zu der alle möglichen Zuschauer bis zum Freitag aufgerufen waren, unter anderem gegen Blockbuster wie „Star Wars – die letzten Jedi“ durchsetzen. Das mag überraschen, mit den beiden nun angekündigten Filmen setzt man wunschgemäß nun zumindest am Freitag nicht auf einen offensichtlichen Publikumserfolg, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft.

Allerdings: Bei seinem ersten Kinowochenende lockte das Drama 175 000 Menschen an die Kinokassen und setzte sich bei den Filmstarts auf Platz 1. Man darf also durchaus gespannt sein, ob die Homburger Filmnächte am Eröffnungstag mit diesem Streifen in Sachen Publikumserfolg werden punkten können. Wer noch ein bisschen Entscheidungshilfe benötigt: Die deutsche Film- und Medienbewertung versah „Wunder“ mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ und begründete die Entscheidung damit, dass es gelungen sei, einen berührenden Unterhaltungsfilm zu schaffen, „der im Kern auch eine wichtige Botschaft enthält: Das Äußere eines Menschen kann nie so viel bedeuten wie das, was ein Mensch tut oder bewirkt.“

Bei der Wahl für den Samstag setzte sich hingegen ein Film durch, dessen Anziehungskraft offensichtlicher ist, hatten die „Sch‘tis“ doch im Jahr 2008 einen echten Überraschungserfolg gelandet und sich zu der Jahreskomödie schlechthin entwickelt. Wenn also das Wetter passt, dann sollte eigentlich buchstäblich alles „in trockenen Tüchern“ sein.

Raimund Konrad, der ehrenamtliche Beigeordnete für Kultur der Stadt, kommentierte die nun getroffene Wahl so: „Bei der Filmauswahl zu den Filmnächten 2018 haben sich die Teilnehmer an unserem Voting für zwei Filme aus ganz unterschiedlichem Genres entschieden - Komödie und nicht zu sentimentales Gefühlskino.“ Doch für Konrad zählt nicht nur das Ergebnis der Publikumsumfrage. „Für den Besuch der Filmnächte ist auch das Erlebnis der Veranstaltung vor der malerischen Kulisse des Schlossbergs entscheidend. Auch das Wetter muss mitspielen, damit nicht nur die ganz hart gesottenen Openair-Kinofans den Weg zum Schlossberg finden.“ Tatsächlich bieten die Homburger Filmnächte natürlich nicht nur Kinospaß unter freiem Himmel.

Ausgerichtet im Bereich der Kaponniere zwischen zwei mächtigen Blöcken der Festungsruine, ist allein schon das Ambiente einen Besuch wert. Konrad: „Die Homburger Filmnächte finden in der malerischen Kulisse der Festung statt. Die Projektionsleinwand steht zwischen erstem und zweitem Ravelin.“ Und das ist ein mächtiges Pfund, mit dem die „Homburger Filmnächte“ wuchern können.