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Kindertagesstätte St. Josef Jägersburg
Kinder malen für den guten Zweck

Tolle Stimmung und ein Erlös von 2800 Euro – das gab es bei der Versteigerung der Kita-Bilder an der Uniklinik.
Tolle Stimmung und ein Erlös von 2800 Euro – das gab es bei der Versteigerung der Kita-Bilder an der Uniklinik. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Über 100 Interessierte boten bei einer Auktion von Kinderbildern zugunsten der Klinik-Clowns am Homburger Uniklinikum mit. Von Sebastian Dingler

Wie eine tolle Idee umgesetzt und dann auch noch zur Unterstützung für eine gute Sache wird, das erlebten die Kinder, Eltern und Förderer der Kindertagesstätte St. Josef aus Jägersburg am Dienstagabend. Da nämlich wurden im Innenhof des Gebäudes der Urologie/HNO an der Uniklinik Malereien der Kleinen versteigert.

Wie typische Kinderzeichnungen sahen die Gemälde allerdings nicht aus, und das lag an der pfiffigen Idee, die Kita-Leiterin Sabine Fuhrmeister hatte: Nämlich den Kindern als Vorlage ein eher abstraktes Kunstwerk eines berühmten Malers zu geben. Von Joan Miró, der täuschend echt imitiert wurde, über Pablo Picasso bis zu Claude Monet reichte da die Bandbreite.

Da die Bilder so gelungen waren, konnten sie am Dienstagabend bei der Vernissage sogar für einen guten Zweck versteigert werden. Während die Auktion im Freien mittels großformatiger Nachdrucke durchgeführt wurde, konnten die Besucher die Originale im Atrium rund um den Hof bewundern. Überall, wo man ihnen zuhörte, konnte man die Verwunderung darüber vernehmen, wie großartig die jungen Künstler ihre berühmten Vorbilder getroffen hatten. Dass das Motto der Ausstellung, „Jeder ist ein Künstler“, stimmt, bewiesen die Kindergartenkinder auf jeden Fall.



Bei sommerlichen Temperaturen waren etwa 100 Interessierte in den Innenhof der Urologie- und HNO-Klinik gekommen. Dort begrüßte sie der stellvertretende Leiter der Urologie, Stefan Siemer, sein Chef Michael Stöckle war leider verhindert. Sabine Fuhrmeister bedankte sich anschließend für die Gelegenheit, den Kindern einen so tollen Rahmen für ihren Kunstwerke geschaffen zu haben. Dann verriet sie auch, wem der Erlös der Versteigerung zugute kommen sollte – nämlich den Klinik-Clowns, die ja vollkommen spendenfinanziert arbeiten.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind sprach den Kindern „ein großes Kompliment“ aus und versprach, ein Bild, das nicht versteigert werden würde, für 150 Euro zu kaufen. Mit der Einlösung des Versprechens wurde es dann aber schwierig, denn bei der Versteigerung gingen tatsächlich alle Bilder weg, teilweise zu Preisen von über 100 Euro.

Als Auktionator fungierte der Beauftragte der Stadt Homburg für die Kitas, Ansgar Hoffmann. Nach verhaltenem Beginn fielen bei den Mitbietern irgendwann alle Hemmungen. So freuten sich die Macher über den Spitzenpreis von 320 Euro – für ein Bild, das dem Gemälde „Dingsdas wachsen in den geliebten Gärten“ von Friedensreich Hundertwasser nachempfunden war. Von den 41 Bildern der Ausstellung waren zehn von einer Gruppe gemalt worden, das Hundertwasser-Bild war eines davon. Jedes der 125 Kita-Kinder war somit in das Projekt eingebunden.

Leiterin Fuhrmeister zeigte sich hinterher begeistert: „Wahnsinn! Es kam eine Summe zusammen, die ich mir niemals erträumt hätte. Wir haben 2800 Euro für die Bilder eingenommen.“ Nach Abzug der Unkosten dürfte davon noch eine Menge für die Klinik-Clowns übrig bleiben. Aber hätte die Kita das Geld nicht gut selbst brauchen können? „Doch, natürlich“, meinte Fuhrmeister. „Aber ich muss sagen: Für uns war der Weg das Ziel. Wir waren sehr froh, dass den Kindern das ermöglicht wurde. Ich finde es auch gut, dass die Kinder die Erfahrung machen können, dass sie etwas Gutes für andere geben.“ Die ganze Aktion sei außerdem pädagogisch wertvoll gewesen, denn die Kinder hätten viel Wertschätzung erlebt. Und ein kleines Fest für die Kinder sei als Dankeschön auch noch geplant.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. Juni.