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Ferienaktion in Schwarzenacker
Kinder lernten die antiken Künste

Steine zu behauen und zu bearbeiten gehörte einst zur römischen Baukunst. Wie das in der Antike funktionierte, konnten die Kinder beim Ferienaktionsnachmittag im Römermuseum ausprobieren.
Steine zu behauen und zu bearbeiten gehörte einst zur römischen Baukunst. Wie das in der Antike funktionierte, konnten die Kinder beim Ferienaktionsnachmittag im Römermuseum ausprobieren. FOTO: Markus Hagen
Schwarzenacker. Im Römermuseum in Schwarzenacker lernten Kinder vieles über die Handwerkskunst der alten Römer. Von Markus Hagen

Wie haben die Römer die Zeit gemessen? Wie wurden Strecken abgemessen? Wie werden Steine behauen und mit Motiven versehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich bei der nächsten Aktion des Ferienaktionsprogramms im Römermuseum Schwarzenacker 26 Kinder aus dem Saarpfalz-Kreis.

Unter dem Motto „Ärmel hoch und angepackt – Römische Bauhandwerker“ trafen sich die „Nachwuchshandwerker“, um unter fachkundlicher Anleitung vieles über die römische Baukunst zu erfahren. Wie haben die Bürger zur Römerzeit überhaupt gewusst, welche Uhrzeit ist? Klar, eine Sonnenuhr half dabei. Auf Pappe wurden entsprechende Linien gezeichnet. Dazu wurde ein kleiner Stab auf einem Korken gestellt. Je nach Tageszeit wanderte der Schatten des Stabes dann auf der Schablone entlang, die mit römischen Ziffern stilecht die Uhrzeit anzeigte. Glücklicherweise schien beim Projekttag im Römermuseum die Sonne, ansonsten wäre dieser Tagespunkt nicht umsetzbar gewesen.

Während sich die eine Gruppe von Kindern mit dem Bau der Mini-Sonnenuhr beschäftigte, nahmen die anderen Hammer und Meißel in die Hand. Auf einem weißen Baustein wurden zunächst Motive aufgezeichnet, die man sich aus aufgestellten Beispielsteinen abmalen konnte. Der elfjährige Moritz aus Spiesen-Elversberg hatte eine andere Idee: „Ich habe mir ein Haus aufgemalt, das ich dann bearbeiten werde.“ Bearbeiten hieß, dass er die aufgemalten Linien in den Stein haute. Mit viel Eifer waren die Mädchen und Jungs beim Beschlagen der Steine dabei. Vom Bemalen der Steine bis zum Heraushauen der Motive galt es für die kleinen Handwerker fleißig zu sein. Nach gut 40 bis 45 Minuten war die Arbeit erledigt. Ulrike Praschmo, die die Leitung der Abteilung „Steinhauen“ an diesem Nachmittag übernommen hatte, staunte. „Die Kinder haben das sehr gut gemacht.“ Ob Haus, Herz, Buchstaben oder Weinreben, die Werke auf Stein waren gelungen und zur Belohnung durfte jeder Künstler seinen Stein mit nach Hause nehmen.



Im dritten Teil des Kinderferienprogramm im Römermuseum in Schwarzenacker wurde den Teilnehmern gezeigt, wie die Römer größere Stecken zum Beispiel für den Weg- und Straßenbau vermessen konnten. Ein Maßband gab es zu dieser Zeit noch nicht, und daher behalf man sich mit einer Groma, einem von den Römern entwickelte Messgerät. Nach der Einführung mit dieser Messmethode, wurden Strecken abgemessen und dann das Ergebnis mit einem längst üblichen Maßband verglichen.

„Schreiben und Töpfern wie ein Römer – Ton trifft Schrift“ heißt es am kommenden Dienstag, 17. Juli, wenn von 14 bis 18 Uhr die nächste Auflage des Kinder-Ferienprogramms im Römermuseum stattfindet. Auf einer selbst gewerkelten Wachstafel, der römischen Variante von Schulheft und Füller, erfährt man, wie die Römer ihre Buchstaben und Zahlen geschrieben haben. Beim Töpfern kann man zudem seine künstlerische Ader sowie die römische Schreibweise unter Beweis stellen.