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| 22:11 Uhr

Keine gebundenen Ganztagsschulen in Sicht

Gemeinsam lernen auch noch am Nachmittag: In Homburg wird es frühestens ab dem Schuljahr 2017/18 gebundene Ganztagsangebote geben. Foto: Bodo Marks/dpa
Gemeinsam lernen auch noch am Nachmittag: In Homburg wird es frühestens ab dem Schuljahr 2017/18 gebundene Ganztagsangebote geben. Foto: Bodo Marks/dpa FOTO: Bodo Marks/dpa
Homburg. Der Bildungsminister macht sich für gebundene Ganztagsschulen stark, Eltern reagieren verhalten. Die Stadt Homburg will mit einzelnen Ganztagsklassen beginnen – wann und wo das sein könnte, ist unklar. Ulrike Stumm

Im Saarland ist der "echte" Ganztag in Schulen schon länger ein Thema. Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) bekräftigte kürzlich nochmals, er wolle den Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen weiter vorantreiben, um Eltern eine echte Wahlfreiheit zwischen gebundenen und offenen Angeboten zu ermöglichen.

Während in anderen Städten im Saarland die gebundenen Ganztagsangebote steigen, geht es in Homburg nur sehr zäh voran, an Grundschulen gibt es derzeit keine gebundenen Möglichkeiten. Es würden, sagt Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff, weitere Gespräche geführt. Diese hätten allerdings auch gezeigt: Es werde in Homburg so schnell nicht gehen. Nachdem im vergangenen Jahr noch vom Schuljahr 2016/17 als frühestem Termin gesprochen wurde, "streben wir jetzt als Ziel 2017/18 an", so Kruthoff weiter. Es werde parallel geplant, führte er aus, und eher der Schwerpunkt darauf gelegt, als Einstieg Ganztagsklassen zu bekommen. Auch Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind hatte sich vor einem Jahr eher für die kleinen Schritte und Ganztagsklassen ausgesprochen. Das bedeutet dann: Nur eine von mehreren Klassen eines Jahrgangs wird umgewandelt, die Schüler haben hier verpflichtenden Unterricht auch am Nachmittag, für die Schüler in den Parallelklassen bleibt alles so, wie es jetzt ist.

Grundsätzlich können an Grundschulen , die mindestens vierzügig geführt werden, Ganztagsklassen eingerichtet werden, heißt es in der Verordnung des Ministeriums. Und auch wenn die Stadt noch keine Namen nennen möchte, ist klar, dass nur die größeren Grundschulen theoretisch in Frage kommen. Allerdings sind an der Langenäckerschule nur die ersten und zweiten Klassen vierzügig, an der Luitpoldschule in Erbach nur die zweiten Klassen; die Sonnenfeldschule unterrichtet am Hauptsitz konstant dreizügig, zitiert die Stadt den Stand vom vergangenen August.

"Nichts wird von oben beschlossen", unterstreicht Kruthoff. Es werde den Wünschen der Schule entsprechend angegangen. Es ist vorgesehen, dass die Schule selbst beim Schulträger die Errichtung einer gebundenen Ganztagsschule beantragt. Grundlage ist ein entsprechender Beschlusses der Gesamtkonferenz (mit deutlicher Mehrheit) und der Schulkonferenz - soweit die Regelung in der Ganztagsschulverordnung.

Unter Eltern führt das Thema "echter" Ganztag schnell zu Diskussionen. Die Umwandlung kennt durchaus Kritiker: Viele wünschen sich zwar eine Betreuung ihrer Kinder auch am Nachmittag, diese soll aber nicht verpflichtend bis zu einer bestimmten Uhrzeit sein, sondern freiwillig - so wie es in den verbreiteten freiwilligen Ganztagsschulen praktiziert wird.

Sollte sich eine Schule dazu entscheiden, gebundene Ganztagsangebote vorzuhalten, hat das meist auch bauliche Konsequenzen: Eine Ganztagsschule sei vom Schulträger "räumlich und sächlich so auszustatten, dass auch im Hinblick auf die außerunterrichtlichen Angebote die Verwirklichung der Ziele gewährleistet ist", heißt es in der Verordnung. Generell gelte: Für Baumaßnahmen an Grundschulen erhalte die Stadt in der Regel Fördermittel des Landes, doch gebe es immer wieder neue und andere Förderprogramme. Dementsprechend variierten die Förderanteile beziehungsweise -summen, teilte Kruthoff allgemein mit. Die Förderung für die Freiwillige Ganztagsschule an der Luitpoldschule habe sogar 90 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

Wenn es um Grundschulen geht, kommt in Homburg gerne Jägersburg ins Spiel. Der Oberbürgermeister hatte sich in der Vergangenheit wiederholt dafür ausgesprochen, die geschlossene Schule dort als Dependance wieder zu eröffnen. Das Thema wird vor Ort wieder lauter diskutiert seit klar ist, dass das alte Schulgebäude zum Wohnraum für Flüchtlinge ausgebaut wird.

Zum Thema:

Hintergrund In einer gebundenen Ganztagsschule sind alle Schülerinnen und Schüler an vier Tagen in der Woche mindestens bis 16 Uhr verpflichtend anwesend, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung und Kultur (Bildungsserver). Der Unterricht wird auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Weitere Infos unter www.saarland.de/41024.htm . ust