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Kein Reptil im Sommerloch
Kein Reptil im Sommerloch

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Früher gab es im Sommerloch immer tolle Geschichten. Zum Beispiel über einen verirrten Waran im Baggersee oder eine Schnappschildkröte im Freibad. Selbst  eine  angeblich giftige Spinne im Bexbacher Bananenregal schaffte bis in die bundesweite Presse.

In diesem Sommer macht leider kein exotisches Reptil die Runde. Statt dessen ist in diesem August alles weniger lustig: Supermarkt-Eier sind vergiftet, und wer noch Diesel fährt, ist ein Umweltsünder. So kann’s gehen. Heute kommt noch ein richtiger Pfannkuchen auf den Teller, morgen schon ein papsiges, eierloses Mehl-Wasser-Gemisch. Heute steht noch ein schicker Diesel-SUV in der Garage, morgen ist dasselbe Auto plötzlich eine Schrottmühle. Eine derartige geistige Kehrtwendung bringt nur der Mensch fertig. Man kann der ganzen Hysterie aber auch prima ausweichen, indem man sich abends am häuslichen Grill ein Stück Lyoner brät, anstatt Fernsehen zu gucken. Dann entgehen einem zwar die neuesten Meldungen über Donald Trumps heutigen Fehltritt, aber das kann man verschmerzen. Am besten verzichtet man vorerst auf die vielen Eier, die man sowieso nicht gegessen hätte und genießt den Sommer. Viel ist davon gerade nicht zu spüren, denn die Temperaturen dümpeln an der 20-Grad-Marke herum.  Zugegebenermaßen hätte ein Waran mehr Unterhaltungswert als ein Verbrennungsmotor. Hauptsache, man mäht den Rasen ab jetzt elektrisch. Damit macht man ein paar Punkte auf dem fiktiven Umweltkonto gut und muss den SUV nicht gleich verschrotten.