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Public Viewing
Jede Menge Fußball in der Stadt

Heute Nachmittag beginnt im Fandorf auf dem Christian-Weber-Platz das Public Viewing mit dem Eröffnungsspiel, am Sonntag steigen Wirte am historischen Marktplatz beim ersten Spiel der DFB-Elf mit einem eigenen Angebot fürs gemeinsame Fußball-Gucken mit ein – am Ende haben alle die Hoffnung auf weltmeisterlichen Jubel.
Heute Nachmittag beginnt im Fandorf auf dem Christian-Weber-Platz das Public Viewing mit dem Eröffnungsspiel, am Sonntag steigen Wirte am historischen Marktplatz beim ersten Spiel der DFB-Elf mit einem eigenen Angebot fürs gemeinsame Fußball-Gucken mit ein – am Ende haben alle die Hoffnung auf weltmeisterlichen Jubel. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ob im WM-Fandorf oder in den Gastronomiebetrieben – in Homburg kommen Fans auf jeden Fall auf ihre Kosten. Von Thorsten Wolf

Heute Nachmittag startet die Fußballweltmeisterschaft in Russland mit dem Eröffnungsspiel des Gastgeberlandes gegen Saudi-Arabien. Dieser Termin bedeutet für Homburg eine Premiere, denn: Zum ersten Mal wird das Public Viewing im Rahmen eines privat betriebenen Fandorfs auf dem Christian-Weber-Platz stattfinden. Die Stadt selbst ist mit ihrem Stadtmarketing Partner des Projekts.

Nun kann man trefflich darüber philosophieren, ob man seitens der Stadt alles richtig gemacht hat. Tatsache ist wohl, und das war seitens der Verwaltung auch immer wieder als Argument für das neue Konzept ins Feld geführt worden, dass mit einem vergleichbaren finanziellen Engagement wie bei Großturnieren in der Vergangenheit über das neue Public-Viewing-Modell ein Mehr an Leistung erreicht werden kann. Belastet wird das Ganze aber auch durch Faktoren, die man als Kommune und als externer Veranstalter nicht beeinflussen kann: Russland als Austragungsort steht in der Kritik, und die Fan-Euphorie, die noch das Sommermärchen 2006 und das Turnier in Brasilien getragen hat, ist noch nicht mal am Horizont zu erkennen. Es wird also spannend sein zu erleben, ob das Fandorf bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft ein bestens bevölkertes sein wird – oder nicht. Die Entscheidung, getragen vom Rat der Stadt, in Sachen Public Viewing neue Wege zu gehen, wurde unterdessen nicht von allen in Homburg begrüßt.

So war als eine der ersten Reaktionen auf die Pläne auf der Facebook-Seite „Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau“ unter anderem von Felix Schlosser aus der Homburger Altstadt zu lesen: „Schade, dass man von Seiten der Stadtverwaltung nicht vor der Auftragsvergabe an eine externe Eventagentur in den Dialog mit der ortsansässigen Gastronomie getreten ist. Das Public Viewing in Homburg wurde seit 2006 professionell durchgeführt und bewirtet. In meinen Augen gibt es in Homburg ausreichend Gastronomen, die eine solche Veranstaltung auch hätten auf die Beine stellen können.“



Knackpunkt scheint für den einen oder anderen zu sein, dass das Fandorf selbst nicht auf eine Bewirtung seitens Homburger Gastronomen zurückgreift. Immerhin, und das wurde kürzlich auf einer offiziellen Pressekonferenz seitens der Veranstalter zugesichert, schließe das Fandorf zügig nach den Übertragungen, „eine halbe Stunde nach Abpfiff ist der Platz dann geräumt, die Besucher fließen dann zum Feiern ab in die Stadt. Und das ist vom Konzept her auch so gewollt“ – hatte Udo Treimetten, der Chef des privaten Partner Triacs, erklärt.

Auf dem Homburger Marktplatz, in der Vergangenheit Stammplatz der Public Viewings, sehen die Gastronomen die neue Entwicklung augenscheinlich gelassen – und bieten selbst den Fans ein eigenes Angebot – unter dem Motto „Von Homburgern für Homburger“. Initiatoren des gemeinschaftlichen Fußball-Schauens auf insgesamt sieben großen Fernsehern in drei Gastronomie-Betrieben sind die Marktplatz-Wirte Giuseppe Nardi und Daniel Schlosser.

Los geht es in der Altstadt am Sonntag mit dem ersten Spiel der DFB-Elf, wann immer Jogis Kicker sich danach auf den Weg machen werden, um den Titel von 2014 zu verteidigen, kann man auf dem Marktplatz mitfiebern. Im Gespräch mit unserer Zeitung machte Nardi gestern dabei deutlich klar, dass man mit diesem Engagement keine Konkurrenz zum neuen Fandorf schaffen wolle, „unser Angebot ist eine Ergänzung für die Leute, die in einem anderen Umfeld Fußball schauen wollen“.

Auch bei der Stadt bewertet man das Ganze nun nicht als Konkurrenzsituation, Pressesprecher Jürgen Kruthoff: „In der Stadtverwaltung Homburg sehen wir die verschiedenen Möglichkeiten, in der Innenstadt gemeinsam Fußball zu sehen, als Ergänzung.“ Und auch Kruthoff sieht zwei unterschiedliche Zielgruppen, die nun angesprochen werden. „Wir gehen auch davon aus, dass die Stimmung im Fandorf eine andere sein wird als in der Gastronomie. Insofern können sich die verschiedenen Angebote gut ergänzen, eine Alternative und Bereicherung für alle sein. Wichtig ist uns, dass die WM in ganz Homburg sicher und friedlich gefeiert werden kann. Da in dem Konzept für das Fandorf vorgesehen ist, auf jegliche Unterhaltung nach Spielende zu verzichten und außerdem das Getränke- und Speisenangebot begrenzt sind, werden sich die Gäste aus dem Fandorf nach Spielende voraussichtlich in der Stadt verteilen. Die Gastronomen sollten diese Chance wiederum nutzen.“