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Frauenforum
Bilder mit jeder Menge Spielraum

Inken von Elert-Steinrücken (Mitte) stellt derzeit Gemälde im Frauenforum aus. Links Laudator Klaus Hart, rechts Petra Lauterbach vom Verein „Frau und Gesellschaft“.
Inken von Elert-Steinrücken (Mitte) stellt derzeit Gemälde im Frauenforum aus. Links Laudator Klaus Hart, rechts Petra Lauterbach vom Verein „Frau und Gesellschaft“. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Die Künstlerin Inken von Elert-Steinrücken zeigt ihre Malerei in den Räumen des Homburger Frauenforums. Von Sebastian Dingler

(sedi) Bunt und vielfältig, somit passend zum Ideal des Frauenforums, präsentieren sich seit vergangener Woche die Bilder der Malerin Inken Elert-Steinrücken, die dort ausgestellt werden. In den Räumlichkeiten am Scheffelplatz hängen nun einige Acrylgemälde, die wirklich eine große Palette an unterschiedlichen Motiven und Bildgestaltungen anbieten. Bei der Eröffnung begrüßte zunächst Petra Lauterbach, Mitglied im Vorstand des Vereins „Frau und Gesellschaft“, die etwa 30 Gäste.

Seit einigen Jahren biete das Frauenforum Malerinnen die Möglichkeit, in den Räumen auszustellen. Das schaffe einerseits den Künstlerinnen ein Forum und habe andererseits den Effekt, dass die Räume so schön gestaltet sind, dass es Freude mache hier reinzukommen, meinte die Psychotherapeutin.

Die Künstlerin selbst hielt ihre Ansprache kurz, damit Laudator Klaus Harth, ein langjähriger Freund und ebenfalls Künstler, umso mehr Platz bekam für seine Rede. Er erwähnte Pablo Picassos Zitat „Das Geheimnis der Kunst besteht darin, dass man nicht sucht, sondert findet“ – das ist auch der Untertitel der Ausstellung, die mit dem Haupttitel „Gegenpol: Farbe“ benannt wurde. Harth meinte, man solle das Augenmerk auf die unterschiedlichen Blickrichtungen lenken, die man auf ein Bild haben kann. Damit meinte er einmal die Perspektive der Künstlerin, ihre Motivation und das, was sie mit dem Bild ausdrücken wolle. Und dann natürlich die eigene Blickrichtung, die mit der Frage „Was sehe ich?“ einhergehen sollte. Als „nun wirklich falsch“ klassifizierte Harth die Frage: Was wollte mir die Künstlerin damit sagen? „Falsch ist die Frage deshalb, weil die Künstlerin genau das sagen wollte, was Sie vor sich sehen. Nichts mehr und nichts weniger“, meinte er.



Inken von Elert-Steinrücken lasse sich treiben, sie suche die Motive nicht, die sie interessant findet, sie fielen ihr zu. Dem Betrachter riet Harth: „Lassen auch Sie sich treiben bei der Betrachtung der hier ausgestellten Werke. Nehmen Sie wahr, schauen Sie, denken Sie, vergleichen Sie, unvoreingenommen und frei.“

In der Tat lassen die Bilder von Elert-Steinrücken einigen Interpretationsspielraum zu. Sie sind nie ganz abstrakt, aber auch meistens wenig konkret. Die Ausnahme stellt ein mit „Thema“ betiteltes Gemälde dar: Darauf sind Gesichter und Plakate zu sehen, da trägt eine Frau etwas, das ein Schleier oder ein Maulkorb sein könnte. „Ja, das hat einen politischen Bezug“, sagte Inken von Elert-Steinrücken im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es hat mit den ersten Aufmärschen von rechts zu tun, da fühlte ich mich eines Abend dazu berufen, das umzusetzen.“ Es ginge um die Themen Pressefreiheit, Migration und Frauen mit anderem kulturellem Hintergrund. Es seien schon Botschaften in dem Bild, sie habe es aber nicht so plakativ machen wollen, „weil dieses Thema nicht so behandelt gehört“.

Die aus Hessen stammende Künstlerin wohnt seit 30 Jahren im Saarland und seit 20 Jahren in Heusweiler. Im „echten Leben“ geht sie einer Tätigkeit als Bildungsreferentin für globales Lernen nach. Was die Ausstellung sehenswert macht, ist zum einen die schon geschilderte Mixtur aus abstrakter und konkreter Malerei. Zum anderen schafft es Inken von Elert-Steinrücken, das Farbspektrum voll auszukosten ohne aufdringlich im Sinne von „knallbunt“ zu werden.