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In der Kardinal-Wendel-Straße in Homburg
Lebenshilfe baut neues Wohnheim

 Auf einem Grundstück neben dem Johanneum baut die Lebenshilfe Saarpfalz ein Wohnheim für Kinder und junge Menschen mit Behinderungen.
Auf einem Grundstück neben dem Johanneum baut die Lebenshilfe Saarpfalz ein Wohnheim für Kinder und junge Menschen mit Behinderungen. FOTO: Ulrike Stumm
Homburg. In der Kardinal-Wendel-Straße in Homburg entsteht ein Wohnheim für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen. Träger ist die Lebenshilfe Saarpfalz. Von Ulrike Stumm

Es ist eine richtig große Baustelle, deren Fortschritt all diejenigen beobachten können, die in der Kardinal-Wendel-Straße in Homburg unterwegs sind. Und das sind täglich jede Menge Menschen, denn hier ist unter anderem auch das Gymnasium Johanneum angesiedelt. Mit der Schule hat das alles aber nichts zu tun.

Für die Baustelle ist die Lebenshilfe Saarpfalz zuständig. Und deren Geschäftsführer Michael Immig erläutert im Gespräch mit unserer Zeitung Details zu dem Bauprojekt. Das habe, erläutert Immig, eine ziemlich lange Vorgeschichte. Und die begann auch zu dem Zeitpunkt, als das Internat an der Förderschule körperliche und motorische Entwicklung, der Schule am Webersberg in Homburg, im Jahr 2013 geschlossen wurde. Außerdem gebe es im Saarpfalz-Kreis generell keine Wohnstätte für Kinder und Jugendliche, die beeinträchtigt seien, das gelte sowohl für geistige wie auch körperliche Behinderungen. Der Kreis sei in dieser Hinsicht eine „weiße Landkarte“. Dies war ein wichtiger Anstoß, der die Lebenshilfe bewogen habe, hier zu handeln. Sie habe sich um das Projekt bemüht und auch den Zuschlag erhalten.

Entstehen sollen 18 Plätze für Kinder- und Jugendliche sowie neun für junge Erwachsene. Aufgeteilt werden diese in drei Gruppen a neun Personen, jede beinhalte je einen Kurzzeitplatz. Es gehe dabei um Kinder mit schon erheblichen Beeinträchtigungen, die zu Hause nicht betreut werden können. Das könne neben vielen anderen Gründen auch dann der Fall sein, wenn eine Familie etwa aus beruflichen Gründen nicht dazu in der Lage sei. Noch nicht ausgelegt sei man für schwerst behinderte und schwerst pflegebedürftige Kinder und junge Menschen. Man werde grundlegend versuchen, Familien ähnliche Gruppen aufzubauen mit festen Bezugspersonen.



Fixe Wartelisten gebe es zwar noch nicht, aber Immig sieht den Bedarf gegeben. So hätten im früheren Internat der Schule am Webersberg in Spitzenzeiten bis zu 30 Kinder gewohnt. Kurz vor der Schließung waren es dann noch zwölf. Sie wurden dann verlegt. Zur Erinnerung: Das Internat war im Dachgeschoss der Schule untergebracht, die Räume hätten dringend saniert werden müssen. Aus Kostengründen sollte es ein privater Träger übernehmen in Räumen außerhalb der Schule. Als dies bekannt wurde, hatten Eltern starke Bedenken geäußert und sich zunächst auch dagegen gewehrt, allerdings vergeblich. Nach der Schließung wurden die Kinder ab dem Schuljahr 2013/14 gemeinsam in einem neuen Haus des Schwesternverbandes in Ottweiler untergebracht. Nach Homburg sind dies 30 Minuten Fahrzeit.

Damals waren dann auch die Eltern froh über die Lösung, hieß es. Und das Ministerium hatte bereits angekündigt, dass eine neue Einrichtung gebaut werde. Und es hieß: Wenn das neue Haus in Homburg fertig sei, könnten die Eltern entscheiden, ob die Kinder erneut umziehen oder in Ottweiler bleiben.

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Michael Immig, sieht darüber hinaus auch bei der Oberlinschule in Homburg, eine Förderschule geistige Entwicklung, Bedarf nach so einer Unterbringungsmöglichkeit.

Ein aus seiner Sicht wichtiger Punkt: Im neuen Gebäude überbrücke man auch die kompletten Schulferien.

Das Gelände neben dem Johanneum habe man vom Bistum Speyer gekauft, über den Preis habe man Stillschweigen vereinbart. Die reinen Baukosten liegen laut Michael Immig bei insgesamt 3,6 Millionen Euro. Die Kosten seien mit dem Ministerium abgestimmt, das auch den größten Teil, nämlich 80 Prozent, der anerkannten Kosten übernehme. Auch den zeitlichen Rahmen steckt Immig ab: Man wolle am Ende der Sommerferien 2020 so weit sein, dass der Betrieb losgehen könne.