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Sitzung des Stadtrats
Homburg plant zentralen Grünschnittplatz

 Im Stadtrat Homburg war auch die Grünschnittabgabe Thema.
Im Stadtrat Homburg war auch die Grünschnittabgabe Thema. FOTO: picture-alliance/ dpa/dpaweb / Patrick Pleul
Homburg. Seit Bürger dafür extra bezahlen müssen, wenn sie ihren Grünschnitt abgeben, kocht das Thema immer wieder einmal hoch. Nun ging es im Stadtrat zum einen um Kosten und Einnahmen, die Homburg entstehen, zum anderen um die Abgabestellen. Von Ulrike Stumm

Eigentlich freuen sich Gartenbesitzer ja darüber, wenn Büsche, Bäume, Sträucher richtig gut wachsen und gedeihen. Doch es gibt auch eine Kehrseite, denn wenn es des Guten zu viel wird, dann muss man das Grün mit Heckenschere und Co. gründlich stutzen. Und spätestens dann stellt sich die Frage: Wohin damit? Das Thema Grünschnitt-Entsorgung hatte in Homburg zeitweise hohe Wellen geschlagen, da man seit Anfang 2018 aufgrund einer Gesetzesänderung dafür bezahlen muss.

Aber nicht nur das, sondern auch das reine Abliefern ist nicht immer so einfach, vor allem dann, wenn größere Mengen anfallen.

Jetzt beschäftigte sich auf Antrag der FWG-Fraktion auch der Homburger Stadtrat wieder einmal mit dem Thema Grünschnitt. Zum einen wollten die Freien Wähler nämlich Auskünfte über die Kosten, zum anderen ging es ihnen um eine Erweiterung der Öffnungszeiten bei der Firma Jacoby. Begründet hatte die Fraktion dies mit diversen Problemen, die Bürger haben. Eines davon: Gerade dann, wenn man größere Mengen an den dezentralen Sammelstellen abgebe, gestalte sich dies äußerst mühsam, da hier Container stehen. Man müsse den Grünschnitt von Fahrzeug oder Hänger daher mit den Händen dorthin tragen, es sei aufgrund der Containerhöhe nicht möglich, ihn von oben einzuwerfen. Weil dieses Vorgehen umständlich sei und auch Zeit brauche, führe das zu Wartezeiten. Zudem seien die Öffnungszeiten zu kurz, gerade auch dort, wo man größere Mengen von Grüngut einfach abladen könne: nämlich bei der Firma Jacoby.



Beim Grünschnitt sieht es im Stadtgebiet nämlich so aus: Zum einen kann man die Grünschnittcontainer in Jägersburg, Einöd, Kirrberg oder Beeden nutzen. Wer hier sein Grünzeug loswerden möchte, der braucht aber eine Flatrate-Karte. Die gilt ein Kalenderjahr lang, kostet 25 Euro. Wer diese nicht kaufen möchte, der kann auch den Wertstoffhof am Zunderbaum anfahren, wo man aber jeweils nur eine geringe Menge abladen darf, auch gegen Gebühr. Die Flatrate-Karte gilt aber auch hier. Und dann gibt es noch die Firma Jacoby, die auch größere Mengen entgegennimmt, aber eben nur freitagnachmittags und samstags bis 15 Uhr geöffnet ist.

Größere Mengen Grünschnitt könnten mehr oder weniger nur bei der Firma Jacoby angeliefert werden, erläuterte Thorsten Bruch (FWG) das Ansinnen seiner Fraktion bei der Ratssitzung. Da das Zeitfenster zu klein sei, regte er an, dass man hier auch an einem Wochentag von 11 bis 18 Uhr eine Grünschnittabgabe ermöglichen sollte. Davon ausgehend, dass dann die bisherige Öffnung am Freitag wegfalle, die Stelle mit zwei Personen zu besetzen sei, ergebe sich hier von März bis November gerechnet ein Mehraufwand von 560 Arbeitsstunden.

Die Stadt wies in diesem Zusammenhang auf eine Schwierigkeit hin: Die Firma benötige die Fläche von Montag bis Donnerstag für den eigenen Betrieb.

Manfred Rippel (SPD) machte darauf aufmerksam, dass man es im vergangenen Jahr hinbekommen habe, bei der Firma Jacoby den zusätzlichen Freitag zu bekommen. Er beschrieb den Vorteil, für diejenigen, die hier anliefern: Man könne einfach mit dem Auto hineinfahren, das Grüngut quasi runterfallen lassen.

 Marc Piazolo (Grüne) lehnte das Ansinnen der FWG ab, die Verwaltung solle sparen, nun werde direkt ein Antrag vorgelegt, der zur Erhöhung der Personalkosten führe.

Bürgermeister Michael Forster (CDU) stellte eine Lösung vor, die hier generell für Entspannung sorgen soll. Denn die Grünschnittabgabe werde auf andere Füße gestellt. „Da sind wir dran.“ Die Stadt plane einen zentralen Grünschnittplatz in der Neuen Industriestraße. Hier sollen künftig auch Bürger ihren Grünschnitt abladen können. An dieser Stelle könne die Stadt dann die Öffnungszeiten selbst bestimmen, da man „Herr des Platzes“ sei. „Wir machen das dort mit Hochdruck.“ Das jetzige System habe also einen vorläufigen Charakter. Womit Bürger jedoch offenbar rechnen müssen, sind wiederum Einschränkungen an den anderen Stellen: Man werde dann zumindest darüber nachdenken, die Containerlösungen zu diskutieren, hieß es auf Anfrage von der Stadtverwaltung.

Letztlich stimmte man nicht über den FWG-Antrag ab.

Zuvor hatte Dieter Dorda, Leiter der Abteilung Umwelt und Grünflächen, die geforderten Zahlen geliefert. Die Stadt habe 2018 durch die Flatrate-Karten 75 460 Euro eingenommen, 2019 waren es 66 065 Euro. Durch kleine Grünschnittmengen, die am Wertstoffhof abgegeben wurden, kamen 2018 insgesamt 5178 Euro in die Kasse. 2018 wurden 2053,55 Tonnen Grünschnitt an den EVS übergeben, dafür fiel eine Abschlagszahlung von rund 107 000 Euro an, 2019 liegt die Prognose auf Grundlage der Erfahrungswerte des Vorjahres bei 2054 Tonnen, die Zahlung an den EVS liege bei 76 000 Euro. Schätzungsweise liegt der Anteil an privatem Grünschnitt bei etwa 85 bis 90 Prozent, 10 bis 15 Prozent sind kommunal. Für den Transport der Container und das Vorhalten einer eigenen Sammelstelle bei der Firma Jacoby zahlte die Stadt rund 61 000 Euro.