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Im Einsatz für fairen Handel

 Die philippinische Jugend-Theatergruppe „Akbay“ gewährte mit ihrem sehr emotionalen Musical-Drama „Once we had a dream“ einen eindringlich Einblick in das Leben von Straßenkindern und Zwangs-Prostituierten in ihrer Heimat. Foto: Thorsten Wolf
Die philippinische Jugend-Theatergruppe „Akbay“ gewährte mit ihrem sehr emotionalen Musical-Drama „Once we had a dream“ einen eindringlich Einblick in das Leben von Straßenkindern und Zwangs-Prostituierten in ihrer Heimat. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Erzeuger von ganz unterschiedlichen Produkten sollen in ihren Heimatländern für ihre Leistung eine angemessene Entlohnung erhalten. Das Homburger Gymnasium Johanneum macht sich für gerechten Handel stark und will Fairtrade-Schule werden. Dabei sollte jetzt eine Theateraufführung helfen. Thorsten Wolf

Das Homburger Gymnasium Johanneum ist auf dem Weg zur Fairtrade-Schule. "Fairer Handel " hat das Ziel, Erzeugern von ganz unterschiedlichen Produkten, von Kaffee über Reis und Baumwolle bis Schokolade, in ihren Heimatländern für ihre Leistung eine angemessene Entlohnung zu sichern und die Ausbeutung Schutzloser zu verhindern.

Um dieses Siegel führen zu können, hat die Dachorganisation "Fairtrade Deutschland" Kriterien festgelegt. Ein solches erfüllte das Johanneum am Dienstagabend mit der Aufführung eines ganz besonderen Musical-Dramas in der Aula: Die philippinische Jugend-Theatergruppe "Akbay" präsentierte "Once we had a Dream" als anrührende, emotionale und anklagende Geschichte über den ausbeuterischen Umgang von Kindern in ihrer Heimat. Die Stichworte: Straßenkinder und Zwangs-Prostitution.

Andrea Golz, Lehrerin am Johanneum und in Homburg sehr aktiv in der Fairtrade-Bewegung und im Eine-Welt-Laden, erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe des durchaus ungewöhnlichen Abends - im Kontext mit dem Weg der Schule hin zum Fairtrade-Siegel. "Um die Kriterien zu erfüllen, müssen wir auch eine größere Veranstaltung präsentieren, mit der wir eine größere Zahl von Menschen erreichen." So sei es in Kooperation mit dem Homburger Eine-Welt-Laden zum Musical-Abend mit ernstem Hintergrund gekommen.



Bei all solchen Schulaktionen stellt sich aber natürlich die Frage, wie die Schüler selbst auf ein solches Thema reagieren. Lehrerin Isabelle Niklas: "Ich denke, Fairtrade ist den Schülern hier am Johanneum schon ein Begriff, auch weil wir hier an der Schule in Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Laden einen Fairtrade-Kiosk betreiben - unabhängig vom aktuellen Projekt, Fairtrade-Schule zu werden." Allerdings, das machte Niklas klar, seien die ganzen Hintergrundinformationen und das, was ein wirklich fairer Handel für die betroffenen Menschen bedeute, noch nicht so in den Köpfen: "Da gibt es noch Aufklärungsbedarf."

Genau deswegen sei ein Theaterstück wie das vom Dienstabend ein gutes Instrument, um Wissenslücken zu schließen, "weil man hier sieht, wie es in den Ländern wirklich ist. Und man erkennt, dass man etwas tun muss", war sich Andrea Golz sicher.

Am Johanneum will man es, wenn das beantragte Fairtrade-Siegel verliehen wurde, mit dieser Auszeichnung in der Folge nicht bewenden lassen. Andrea Golz: "Es ist ja die Idee einer Fairtrade-Schule, dass dann in mehreren Klassen Projekte zu diesem Thema bearbeitet werden."