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Homburger Stadtspitze macht sich wegen Bosch Sorgen

 Die Stadt setzt sich dafür ein, dass der Bosch-Standort Homburg weiterhin attraktiv bleibt. Foto: Bosch
Die Stadt setzt sich dafür ein, dass der Bosch-Standort Homburg weiterhin attraktiv bleibt. Foto: Bosch FOTO: Bosch
Homburg. Lässt das Unternehmen Bosch den Standort Homburg ausbluten? Die IG Metall befürchtet das. Die aktuelle Firmenpolitik beunruhigt auch die Verantwortlichen im Homburger Rathaus, die jetzt auf die aktuelle Situation reagieren. pn/bea

Nachdem die IG Metall Ende der vergangenen Woche gewarnt hatte, der Bosch-Standort in Homburg sei in Gefahr (wir berichteten), meldet sich nun die Homburger Stadtspitze zu Wort. Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und sein designierter Nachfolger Rüdiger Schneidewind blicken "mit einer gewissen Besorgnis auf die Entwicklung des größten gewerblichen Arbeitgebers in der Kreis- und Universitätsstadt", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. So würden Investitionen in den Bosch-Standort selbstverständlich begrüßt. "Wenn jedoch deutlich größere Summen investiert werden, um weitere Standorte aufzubauen, die unter Umständen die gleichen Produkte herstellen wie im Leitwerk Homburg, gibt dies Anlass zu Sorge", so Schöner und Schneidewind in der gemeinsamen Erklärung.

Bosch sei für Homburg ein wichtiger Arbeitgeber und auch als Auftraggeber für viele kleinere und mittlere Dienstleister von großer Bedeutung. "Daher wäre es sehr bedauerlich, wenn Bosch die Kapazitäten in der Kreisstadt verringern würde." Für die weitere Entwicklung in Homburg sei es wünschenswert, wenn sowohl die Bosch-Werke als auch die Arbeitsplätze zukunftssicher gestaltet würden. Dabei sei die Verwaltungsspitze im Rathaus gern bereit, mit der Geschäftsführung von Bosch zu sprechen, um auszuloten, ob und wie die Stadt eine positive Entwicklung bei Bosch weiter unterstützen kann. Auch an Gesprächen mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat werde sich die Verwaltungsspitze beteiligen. Wichtig sei es, dass die Arbeitsplätze in und für Homburg und die Region erhalten blieben, schließlich hingen unzählige Familien davon ab, hieß es aus dem Homburger Rathaus.

Die Gewerkschaft in Homburg befürchtet, dass das Bosch-Werk für Dieselpumpen ausbluten könnte. Dieser schon länger schwelende Verdacht hat sich für die IG-Metall-Bevollmächtigten Werner Cappel und Ralf Reinstädtler noch erhärtet, seitdem bekannt ist, dass Bosch künftig auch in der Türkei Diesel-Injektoren der neuesten Generation herstellen will. Und zwar die gleichen, wie sie auch in Homburg gebaut werden sollen. Anfang vergangener Woche kündigte Bosch an, den türkischen Standort Bursa zu erweitern und 500 neue Mitarbeiter einzustellen. Nach Angaben der IG Metall sollen rund 300 Millionen Euro in die neue Fertigung fließen. Für die Herstellung des gleichen Produkts sollen in Homburg 40 Millionen Euro investiert werden.

Für die IG Metall ist diese Entscheidung "wirtschaftlich nicht nachvollziehbar". Es würden angesichts stagnierender Märkte in Europa unnötig Doppelkapazität geschaffen.