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Verbesserungen angekündigt
Homburg macht sich für Musik-Schule stark

Erbach. Zur 50-Jahr-Feier gab es für die Homburger Musikschule unterstützende Worte von vielen Seiten. Lob erhielt auch der neue Standort, der anfangs ziemlich umstritten war. OB Schneidewind kündigte im Umfeld weitere Verbesserungen an. Von Thorsten Wolf

50 wird man nur einmal – und so ein halbes Jahrhundert ist schon eine beeindruckende Zahl. So hatten sich zu diesem Feiertag der Homburger Musikschule am Sonntagmorgen in der Schongauer Straße in Erbach richtig viele Menschen versammelt. Vor vollem Haus in der Aula der Einrichtung zeigten Schüler und Lehrer der Musikschule auf ganz unterschiedliche Weise ihr Können (wir berichteten kurz). Und in Worte fassten die Redner der großen Festmatinee vor allem eine Botschaft: Auch wenn die Kassen der Stadt leer seien und eine Musikschule nicht zu den Pflichtaufaben einer Kommune gehöre, sei eine solche Einrichtung für die Förderung der Jugend unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen unerlässlich.

Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind nannte dabei in seinem Grußwort die Kosten der Stadt für die Musikschule, er bezifferte sie nach Rückfluss von Mitteln seitens der Musikschule selbst auf 650 000 Euro jährlich, eine „richtige Investition. Warum? Wir dürfen hier nicht nur wunderbare Veranstaltungen erleben, sondern wir erfüllen hier den klaren politischen Auftrag, die Jugend zu fördern. ‚Kunst und Kultur sorgen dafür, dass aus halben Portionen ganz Persönlichkeiten werden‘“, so der Verwaltungschef im Rückgriff auf einen Kampagnen-Titel der Bundesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung aus den 1990er Jahren. „Und was kann es mehr an staatlicher Aufgabe sein, als jungen Menschen mitzugeben, dass wir in unserer Gesellschaft ganze Persönlichkeiten brauchen?“

Aber nicht nur Rüdiger Schneidewind hob in der von Professor Reinhard Larsen, dem Vorsitzenden des Förderkreises der Musikschule, moderierten Sonntagsmatinee die Bedeutung einer musikalischen Ausbildung weit über das Erlernen eines Instruments oder der Stimmbildung hinaus. So betonte Bernhard Stopp, der in Vertretung von Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon an der „Geburtstagsfeier“ teilnahm, dass eine Musikschule eine „ganz beträchtliche Investition in die Lebensqualität und Integrationsfähigkeit einer Stadt“ sei. Eine Musikschule vermittle dabei auch weiche Kompetenzen wie Gemeinschaftssinn, Rücksichtnahme, Kreativität und auch künstlerisches Urteilsvermögen. „Wohl einer Stadt, in der Jugendliche und Erwachsene in einer gut organisierten Musikschule solche Erfahrungen sammeln können.“



Noch eine Botschaft gab es am Sonntagmorgen, auch kundgetan von Carola Ulrich, der Leiterin der Musikschule: Der im Vorfeld durchaus von einigen kritisch betrachtete Umzug aus dem maroden Bau an der Gerberstraße nach Erbach in den Bereich des früheren Landesaufnahmelagers im Jahr 2015 sei ein echter Erfolg. „Die Musikschularbeit braucht einen Ort, der die Arbeit beherbergt, ermöglicht und unterstützt“. Dies sei am neuen Zuhause in Erbach, dessen war sich Ulrich sicher, der Fall. „An unserem neuen Standort, an dem viele gezweifelt haben, entstand ein modernes, zukunftsfähiges Musikschulgebäude. Dieses Gebäude verleiht unserer Arbeit viele Impulse und ein ganz neues Spektrum an Möglichkeiten eröffnet sich.“

Wie sich diese neuen Möglichkeiten anhören, auch davon kündete die Matinee am Sonntag, so bei den Auftritten der Kleinsten aus der musikalischen Früherziehung, des Akkordeon-Ensembles und auch des großen Orchesters unter der Leitung von Carola Ulrich selbst. Dass es eben nicht immer ganz klassisch zugehen muss, das bewies gerade der letztgenannte Auftritt – als in der Aula der 80er-Mega-Rockhit „The Final Countdown“ der Band Europe im Gewand von Geige & Co erklang. Es gab also mehr als genug zu feiern am Sonntagmorgen.

Und wo es einen Geburtstag gibt, da dürfen Geschenke nicht fehlen. Eines hatte Rüdiger Schneidewind zumindest verbal mitgebracht – er stellte den baldigen Abriss der zwei verbliebenen und baufälligen Gebäude des früheren Landesaufnahmelagers in Aussicht, „wir sind da auf einem sehr guten Weg. Und dann verfügt die Musikschule auch über die Eingangssituation, die wir uns wünschen“.