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Kegeln
Homburg ist stolz auf seine Weltmeisterin

Große Freude in Homburg: Äußerst glücklich zeigte die 18-jährige Kegel-Weltmeisterin Helen Jahnke aus Erbach ihre Medaillen bei der Ehrung in Bubis Raststätte in Homburg, links ihre Eltern Gertrud und Thilo. Helen Jahnke hat den WM-Titel sogar in zwei Disziplinen ihrer Sportart, dem Kegeln, geschafft: Im Paarkampf und im Team-Doppel. Damit nicht genug wurde sie auch noch U18-Vize-Weltmeisterin im Einzel.
Große Freude in Homburg: Äußerst glücklich zeigte die 18-jährige Kegel-Weltmeisterin Helen Jahnke aus Erbach ihre Medaillen bei der Ehrung in Bubis Raststätte in Homburg, links ihre Eltern Gertrud und Thilo. Helen Jahnke hat den WM-Titel sogar in zwei Disziplinen ihrer Sportart, dem Kegeln, geschafft: Im Paarkampf und im Team-Doppel. Damit nicht genug wurde sie auch noch U18-Vize-Weltmeisterin im Einzel. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Die 18-jährige Erbacher Keglerin Helen Jahnke konnte bei den Wettkämpfen in den Niederlanden gleich zwei Titel erringen.

Mit 18 Jahren schon Weltmeister? Nicht möglich, schon gar nicht bei uns? Doch! Eine junge Frau aus Erbach hat dieses Kunststück fertiggebracht. Helen Jahnke hat das sogar in zwei Disziplinen ihrer Sportart, dem Kegeln, geschafft: im Paarkampf und im Team-Doppel. Außerdem wurde sie bei den Titelkämpfen im niederländischen Eygelshoven noch U18-Vizeweltmeisterin im Einzel – auch das ein ganz toller Erfolg.

Grund genug für eine offizielle Ehrung durch Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, die vergangene Woche in Bubis Raststätte in Erbach stattfand. Zunächst aber äußerte der Erbacher Ortsvertrauensmann Hans-Jürgen Bernd seinen Stolz darüber, eine echte Weltmeisterin zu ehren – das erzeuge bei ihm Gänsehaut. 200 Euro, als Unterstützung für die Reisekosten, gab es von ihm für das „Erbacher Mäde“. Schneidewind meinte, Weltmeisterin zu werden sei etwas ganz Faszinierendes. „Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es eine Nischensportart ist, aber trotzdem kenne ich im Moment in Homburg niemanden, der auch nur in einer Nischensportart Weltmeister ist.“ Für dieses Ziel müsse man hart arbeiten und viel Zeit investieren.

Der Oberbürgermeister überreichte als Geschenk einen Bildband von Homburg und versprach, bei der nächsten Fahrt zu einem Wettkampfort die Übernachtungskosten zu übernehmen. Außerdem werde man die frisch gebackene Weltmeisterin zu allen künftigen Anlässen, wie etwa dem Heringsessen, einladen. Michael Kuhlgatz vom Stadtsportverband konnte sich da den Worten des OB nur anschließen. „Wichtig ist, es ist ein Erbacher Mäde und wir haben eine Weltmeisterin in Erbach“, meinte er. Die Geehrte war sichtlich stolz auf die lobenden Worte – sie strahlte glücklich. Im Einzelgespräch meinte sie, dass sie auf der Kegelbahn wie in einer Blase sei, da würde sie sich nur auf die Bahn, auf sich und ihren Trainer konzentrieren.



Vom Ehrgeiz gepackt wurde sie 2011, als sie in Düsseldorf bei den deutschen Jugendmeisterschaften die Medaillen überreichen durfte – damals habe sie zu ihrem Vater gesagt: „Da oben will ich auch mal stehen.“

Jetzt trainiert sie ihren Sport dreimal in der Woche. Sie sei sehr froh, dass sie große Unterstützung von ihren Eltern, Mama Gertrud und Papa Thilo, erfahre. Die Mutter war auch in den Niederlanden dabei, als in der vergangenen Juliwoche die Titel errungen wurden. Temperatur und Lärmpegel seien in der Halle extrem hoch gewesen, letzteres gerade auch durch die lautstarken brasilianischen Fans.

Papa Thilo konnte wegen der Arbeit zunächst nicht mitkommen und das Turnier nur per Livestream verfolgen. Erst im Juni hatte Helen Jahnke von ihrer Nominierung erfahren – jetzt rückt die angehende Mechatronikerin, die bei ZF in Saarbrücken ihre Ausbildung macht, in den Kader des deutschen U24-Teams auf.

(sedi)