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Städtepartnerschaften in Homburg
Brücken für den Frieden in Europa

 Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß, Homburgs Bürgermeister Michael Forster und Jean-Piere Girault, der Partnerschaftsbeauftragten von La Baule (von links), trugen sich ins Goldene Buch ein.
Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß, Homburgs Bürgermeister Michael Forster und Jean-Piere Girault, der Partnerschaftsbeauftragten von La Baule (von links), trugen sich ins Goldene Buch ein. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Die Städtepartnerschaften mit La Baule und Ilmenau wurden über das Wochenende in Homburg gefeiert. Von Thorsten Wolf

Ein echtes Wochenende der Freundschaft liegt hinter den Partnerstädten Homburg, La Baule und Ilmenau – eines, das angesichts von zwei Jübiläen ordentlich gefeiert wurde. 35 Jahre ist es her, seit Homburg und La Baule ganz offiziell ihre Freundschaft bekundet haben, seit 30 Jahren ist die Kreis- und Universitätsstadt auch mit Ilmenau in Thüringen auf diese Weise verbunden.

Von Freitag an standen eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf dem Programm der Doppel-Jubiläumsfeierlichkeiten, angefangen unter anderem bei einem Kirchenkonzert am Freitagabend über die Teilnahme am Landmarkt Saar-Pfalz und eine gemeinsame Schauübung von Feuerwehrleuten aus Homburg und La Baule auf dem Christian-Weber-Platz bis hin zur großen Festakt am Samstagabend im Kulturzentrum Saalbau. Dort feierten rund 400 Gäste aus den drei Partnerstädten eine Geschichte, die vor 35 Jahren eigentlich in Pornichet und einem ersten Kontakt zwischen Homburg und La Baule ihren Anfang genommen hatte und fünf Jahre später mit dem Schulterschluss mit dem thüringischen Ilmenau ein weiteres Kapitel und Sachen Homburger Stadtpartnerschaften erfuhr – am Samstagabend in Erinnerung gerufen von Homburgs Alt-Oberbürgerneister Reiner Ulmcke.

Für den Festakt gab es ein reichhaltiges Programm, sowohl auf den Tellern und in den Gläsern, als auch, gestaltet von Gruppen aus den Partnerstädten, auf der Bühne. Nachdem hier der Homburger Frauenchor unter der Leitung von Kurt Kihm, begleitet von Paul Krick am Klavier den Abend feierlich und lautstark von den Gästen gefeiert, eröffnet hatte, gehörte eben die Bühne dann den offiziellen Rednern des Abends: Homburgs Bürgermeister Michael Forster, Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß und Jean-Piere Girault, dem Partnerschaftsbeauftragten La Baules.



Forster betonte, wie nach ihm auch Schultheiß und Girault, die große Bedeutung, die Städtepartnerschaften für ein friedliches und geeintes Europa hätten. Mit Blick auf das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten „Brücken schlagen in Europa“ warnte Homburgs Bürgermeister davor, Europa den Populisten zu überlassen. „Eine so lange Zeit des Frieden und der Freundschaft ist ein so großartiges Geschenk, auch an unsere Folgegenerationen, dass wir mit Mut und Engagement weiter daran arbeiten sollten.“ Forsters Bitte und Wunsch an die Gäste des Abends: „Engagieren Sie sich weiter für Frieden, Partnerschaft und Freundschaft in Europa und zwischen den Ländern. Stellen wir uns gemeinsam den Bestrebungen von Parteien entgegen, die die europäische Zusammenarbeit beenden wollen und die Werte wie Freundschaft und Frieden nicht genügend zu schätzen wissen.“

Auch Jean-Piere Girault rückte den europäischen Gedanken in den Mittelpunkt seiner Festrede – und ließ dabei auch die gegenwärtigen Probleme in der Europäischen Union nicht unerwähnt. „Zweifel können im Geist aufkommen, aber selten im Herzen. Partnerschaften sind Brücken der Freundschaft, die nicht zerstört, sondern stetig gefestigt werden müssen.“ Vor diesem Hintergrund dankte Girault all denen, die in den vergangenen Jahren die Partnerschaft zwischen La Baule und Homburg mit Leben gefüllt hätten, „seien wir auf diesen Erfolg stolz und glücklich. Also, meine Freunde, lassen wir keine Zweifel aufkommen, glauben wir an unsere Freundschaft.“

Für Homburgs Partnerstadt Ilmenau betonte Daniel Schultheiß, dass es eben die Menschen selbst seien, die abseits der großen Politik dafür sorgten, dass Partnerschaften lebendig seien. Hier sprach Schultheiß von einem „Europa der Menschen. Wenn die Menschen etwas möchten, dann können sie viel erreichen. Und wenn die Menschen Freundschaft wollen, dann muss die große Politik erstmal dagegen ankommen“. Ilmenaus Verwaltungschef erinnerte auch an die Zeit vor 30 Jahren, als seine Stadt bei der nötigen Umgestaltung der Verwaltung im Zuge der Wiedervereinigung viel Unterstützung aus Homburg erhalten habe.

Was Forster, Girault und Schultheiß in ihren Reden noch einte, war der Dank an die Partnerschaftsbeauftragten der Vergangenheit und Gegenwart, derzeit ist Simone Lukas hier in der Verantwortung. Ihr, sie übersetzte am Samstag auch alle Reden ins Französische, galt ganz ausdrücklich der Dank der drei Redner, ein Dank, der von den Gästen des Festaktes mit lang anhaltendem Applaus untermauert wurde.

 Eine Gruppe aus La Baule tanzte sich am Samstag beim Landmarkt durch die Eisenbahnstraße.
Eine Gruppe aus La Baule tanzte sich am Samstag beim Landmarkt durch die Eisenbahnstraße. FOTO: Thorsten Wolf
 Gemeinsam übten Feuerwehrleute aus Homburg und La Baule am Samstag auf dem Christian-Weber-Platz.
Gemeinsam übten Feuerwehrleute aus Homburg und La Baule am Samstag auf dem Christian-Weber-Platz. FOTO: Thorsten Wolf