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Albano Laziale
Homburg bekommt eine italienische Partnerstadt

 Mit der offizielen Unterzeichnung eines „Freundschaftspaktes“ haben gestern Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (Mitte links) und Albanos Bürgermeister Nicola Marini (Mitte rechts) den Grundstein für die angestrebte Städtepartnerschaft gelegt.
Mit der offizielen Unterzeichnung eines „Freundschaftspaktes“ haben gestern Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (Mitte links) und Albanos Bürgermeister Nicola Marini (Mitte rechts) den Grundstein für die angestrebte Städtepartnerschaft gelegt. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Bald schon wird man den Namen Albano Laziale in Homburg in einem Atemzug mit La Baule und Ilmenau nennen: Zu den beiden Partnerstädten wird sich noch eine hinzugesellen. Gestern wurde ein erster Vertrag unterzeichnet. Von Thorsten Wolf

Mit ihren Unterschriften besiegelten am Donnerstag Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und Bürgermeister Nicola Marini die neue Freundschaft zwischen den Städten Homburg und  Albano Laziale in Italien – quasi als formale Vorstufe zu einer offiziellen Städtepartnerschaft. Damit hatte der zurückliegende viertägige Besuch einer Delegation von jenseits der Alpen auch einen griffigen Abschluss: Von Montag an hatten sich Vertreter von Verwaltung, Stadtrat und Wirtschaft aus Albano ein Bild von Homburg gemacht, hatten kulturelle Stätten und Unternehmen besucht, Land und Leute kennen gelernt (wir berichteten). Mit dabei auch Christina Roth-Avalle, gebürtige Homburgerin und heute Ehefrau von Vincenco Avalle, dem Partnerschaftsbeauftragten von Albano Laziale. Über diesen sehr persönlichen Kontakt, aber auch mit Unterstützung des Festa-Italiana-Begründers Silvio Natale, reifte seit geraumer Zeit in der italienischen Stadt der Entschluss, mit Homburg eine erste Städtepartnerschaft in Deutschland zu schließen, dafür wurden nun gestern die Weichen gestellt. Vorbehaltlich einer Zustimmung durch die entscheidenden Gremien könnte die eigentliche Partnerschaft dann bei einem Gegenbesuch einer Homburger Delegation im Frühjahr 2018 in Albano geschlossen werden.

Anlässlich der Unterzeichnung des „Freundschaftspaktes“ zwischen Homburg und Albano betonten beide Verwaltungschefs zum einen das große Potential, dass die kommende Partnerschaft für beiden Städte habe, legten aber auch großen Wert darauf, den Schulterschluss als Zeichen eines gelebten Europagedankens zu verstehen. „Ich habe die Idee zu dieser Partnerschaft in den politischen Raum rein getragen, auch weil ich persönlich dies für ein gute Chance halte – um zu zeigen, dass Europa nicht in Brüssel stattfindet, sondern in der Verbindung der Menschen, zwischen einzelnen Städten. Und da ich grundsätzlich die europäische Idee für die richtige halte, ist es gut, in diesen Zeiten ein Zeichen für europäische Verbindungen zu setzen“, so Schneidewind.

Vor diesem Hintergrund sei die Idee innerhalb der Verwaltung, aber auch der politischen Landschaft Homburgs, auf fruchtbaren Boden gefallen. Die vergangenen vier Tage hätten, wie Schneidewind verdeutlichte, schon viele Ideen gebracht, wie man die angestrebte Städtepartnerschaft mit Leben füllen könne, „von kulturellem Austausch bis hin zum Austausch von Praktikaplätzen für junge Menschen und auch Schulaustausch“.



Schneidewind bemühte sich auch, Kritik an einer dann dritten Partnerschaft vor dem Hintergrund der schlechten Haushaltslage der Stadt zu zerstreuen. So werde der Gegenbesuch in Albano im kommenden Frühjahr von den Teilnehmern der Reise selbst finanziert und nicht aus der Stadtkasse bezahlt. „Es geht nicht darum, mit einer weiteren Partnerschaft unseren Haushalt zusätzlich zu belasten, sondern es geht darum, Europa zwischen den Menschen zu leben und insbesondere der Jugend, aber auch der gesamtem Bevölkerung, die Möglichkeit zu einem Austausch mit einer sehr schönen Stadt in Italien zu geben.“ Deren Verwaltungschef Nicola Marini war sich sicher, dass die anstehende Partnerschaft ein wichtiger Ansatz sei, um das Bewusstsein für Europa zu festigen. „Was schon in den Grundlagen der Europäischen Union festgelegt ist, wollen wir nun mit unserer Partnerschaft weiter vorantragen.“ Er sei fest davon überzeugt, so Marini, das beide Städte ihre Möglichstes gäben, „damit sich das auf beste Art verwirklichen kann und ich bin sehr zuversichtlich, dass das eine fruchtbare Zusammenarbeit sein wird.“