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Stadtrat beschließt Errichtung
Mahnmal für Opfer der Nazis beschlossen

Izhak Hirsch, hier mit seiner Tante Jenny, die in bis zu ihrem Tod in Homburg lebte, setzt sich seit Jahren für ein Mahnmal in Homburg ein, das an die Opfer der Nazis erinnert.
Izhak Hirsch, hier mit seiner Tante Jenny, die in bis zu ihrem Tod in Homburg lebte, setzt sich seit Jahren für ein Mahnmal in Homburg ein, das an die Opfer der Nazis erinnert. FOTO: Gerd Imbsweiler
Homburg. Seit Jahren bemüht sich Izhak Hirsch um ein Mahnmal, um an seine Großeltern und andere zu erinnern, die in Homburg lebten, bis sie deportiert und von den Nazis ermordet wurden. Nun gibt es endlich eine handfeste Entscheidung in dieser Sache: Einstimmig beschloss der Homburger Stadtrat am Montagabend, dass ein solches Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus errichtet wird. Von Thorsten Wolf und Ulrike Stumm

Sieben Stelen sollen künftig am Homburger Marktplatz stehen. Damit geht nach langer Zeit der Diskussion und Planung Hirschs Wunsch in Erfüllung. Sein ursprüngliches Ansinnen, mit so genannten „Stolpersteinen“ an die jüdischen Opfer des Nazi-Terrors zu erinnern, fand in der Stadt keinen Anklang.

 Die Steine gibt es bereits in vielen Städten, sie sind in den Boden vor den Häusern eingelassen, in denen einst jüdische Familien wohnten. Sie haben neben Befürwortern durchaus Kritiker, etwa weil die Namen der Opfer „mit Füßen getreten werden“.

Als klar wurde, dass dies nicht gewünscht war, kam ein  Gedenkstein ins Gespräch mit den Namen der deportierten Juden. Davon habe er sich überzeugen lassen, so Hirsch bei früherer Gelegenheit, und da betonte er auch: „Mir ist wichtig, dass die Namen all jener, die keine Grabstätte finden konnten, aufgeschrieben werden – im Sinne der ewigen jüdischen Grabesruhe – in ihrer Heimatstadt. Sie haben zu Lebzeiten auch zum Wohlstand der Stadt beigetragen und waren zudem stolze Bürger von Homburg.“