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Holzkohle aus dem eigenen Meiler

Kirkel. Manche Geschichten brauchen etwas länger - dafür belohnen sie mit einem echten Happy End. So auch die vom Holzkohlemeiler des TV 03 Kirkel. Der soll am 17. Mai, also Christi Himmelfahrt, auf dem Turnplatz in Kirkel-Neuhäusel entzündet werden und dann bis zum 27. Mai, dem Pfingstfest, brennen Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Kirkel. Manche Geschichten brauchen etwas länger - dafür belohnen sie mit einem echten Happy End. So auch die vom Holzkohlemeiler des TV 03 Kirkel. Der soll am 17. Mai, also Christi Himmelfahrt, auf dem Turnplatz in Kirkel-Neuhäusel entzündet werden und dann bis zum 27. Mai, dem Pfingstfest, brennen. Was so nun als Köhlermeilerfest zahlreiche Besucher ins "Wohnzimmer" des TV Kirkel locken soll, ist als Idee schon vor drei Jahren geboren worden. Da hatte der damalige Vereinsvorsitzende Jörg Erbelding bei einem Traktor-Fest in der Pfalz den Fischbacher Köhler Hermann Gimbel kennen gelernt. Aus dem Sich-Kennen-Lernen wurde die Idee, in Kirkel einen Holzkohlemeiler als Attraktion mit Zeitwert zu bauen. Doch es mussten noch drei Jahre ins Land gehen, bis terminlich alles zusammen passte. Und nun passt es.Derzeit liegen auf dem Areal des Turnplatzes 30 Meter Holz, sauber aufgestapelt von den in Kirkel trainierenden Aktiven des Football-Vereins "Saarland Steelers". Bis zum 17. Mai wird Köhler Gimbel aus dem schicken Holzrund einen zweistöckigen Meiler bauen. Und damit genau davon die Welt etwas erfährt, hatten die Vereinsverantwortlichen gestern zur Pressekonferenz am Ort des Geschehens eingeladen. Neben Kirkels erstem Beigeordneten Hans-Peter Schmitt und Vertretern des Turngaus Saarpfalz und des Vereins mit dabei auch Saarpfalz-Landrat Clemens Lindemann - als Schirmherr der show-tauglichen Holzkohlegewinnung.

Doch zuerst hatte Anke Schmeer, die erste Vereinsvorsitzende das Wort - wenn auch ein kurzes. Denn: "Ich möchte das Wort gleich weitergeben an Jörg Erbelding, den Cheforganisator der Veranstaltung." Erbelding blickte noch einmal zurück in die Entstehungsgeschichte des erstmals stattfindenden Köhlermeilerfestes des TV 03 Kirkel und verdeutlichte an zwei Aspekten, warum das Ganze für ihn und den Verein deutlich mehr ist, als eine reine Show: "Ich habe selbst erlebt, dass Holzkohle, die aus einem solchen Meiler kommt, etwas ganz anderes ist als das, was man im Supermarkt kaufen kann. Und von mir aus könnte man einen solchen Holzmeiler wieder viel öfter errichten, damit diese Tradition nicht verloren geht." Noch eines war Erbelding wichtig: "Wir möchten das Ganze auch als Kulturveranstaltung verstanden wissen. Deswegen sollen Kindergärten, Schulen und andere Organisationen und Gruppen die Möglichkeit haben, den Betrieb des Meilers zu erleben."

Damit dies auch pädagogisch sinnvoll geschieht, haben Köhler Hermann Gimbel und sein Team Schautafeln, ein Modell eines Holzkohlemeilers und einen rund 20-minütigen Film mit nach Kirkel gebracht, um Geschichte, Technik und Bedeutung des fast erloschenen Handwerks der Köhlerei zu verdeutlichen. Auch deswegen wird Landrat Lindemann in den nächsten Tagen ein Schreiben an die Schulen herausgeben, in dem er den Wert eines Besuchs von Schulklassen auf dem Turnplatz in Kirkel nachdrücklich betont. So sei der Meilerbau des TV Kirkel "nicht nur ein echtes Spektakel, sondern er wird zum ,Sachkunde-Unterricht' zum Anfassen".