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Stadtrat Homburg
Hoffen auf mehr Touristen

Die touristische Neuerschließung von Schlossberg und Schlossberghöhlen soll mit einem Mehr an Touristen auch die Homburger Innenstadt stärken. Mit dem Thema beschäftigte sich jetzt der Stadtrat.
Die touristische Neuerschließung von Schlossberg und Schlossberghöhlen soll mit einem Mehr an Touristen auch die Homburger Innenstadt stärken. Mit dem Thema beschäftigte sich jetzt der Stadtrat. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Eine Aufwertung des Schlossbergs soll auch Handel und Gastronomie in der Innenstadt stärken. Über die Pläne beriet der Stadtrat in seiner Sitzung. Von Thorsten Wolf

Mit der touristischen Neuerschließung des Schlossbergs und der Schlossberghöhlen hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Zuvor am Tag hatte Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) in einem Pressegespräch Einblick in das gegeben, was da auf Basis aktueller Planungen kommen könnte und kommen soll. Und auch wenn die eigentliche Sitzungsvorlage nicht von Aufzügen auf den Schlossberg spreche, so gehe es natürlich auch genau darum, so der Verwaltungschef.

Was konkret zu diesem Punkt nun allerdings in der Planung sei, habe lange nicht die Außenwirkung, wie es die ersten Präsentationen eines Aufzugssystems hätten erscheinen lassen. Grundsätzlich sei er nach wie vor von den Plänen begeistert, so Schneidewind, „da geht es um ein komplett durchdachtes System der touristischen Erschließung des Schlossbergs, mit den Höhlen“. Es gehe auch um einen komplett neuen Eingangsbereich eben für die Höhlen und in Teilen auch um deren Erweiterung. „Es geht um eine Verknüpfgung mit den Premium-Wanderwegen, es geht letztendlich darum, dass wir den Schlossberg im Gesamten zu einer größeren Attraktion machen.“ Dabei reichten Premium-Wanderwege alleine als Magnet für Touristen nicht aus, war sich Schneidewind sicher.

Bei diesem Projekt sieht sich der Verwaltungschef auch unterstützt von der Tourismusförderung des Landes, so vom zuständigen Wirtschaftsministerium und der Tourismuszentrale Saarland. Im Wirtschaftsministerium – dort sehe man die Erschließung als eines der großen touristischen Projekte im Saarland in den kommenden Jahren – habe man signalisiert, auch entsprechende Fördermittel der EU für Tourismus mit in dieses Projekt zu geben, wenn die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen seien. Schneidewind: „Und wenn diese Fördermittel nicht nach Homburg gehen, dann gehen sie woanders hin. Dann gehen sie nach Merzig, Wadern, St. Wendel oder Saarbrücken. Und wenn es im ganzen Saarland kein planbares Projekt gibt, dann vielleicht nach Athen oder sonstwohin. Das heißt: Wir haben eine Chance.“



Von dieser Chance künde auch die Machbarkeitsstudie, die man habe anfertigen lassen. Diese, wie Schneidewind betonte, Studie mit neutralem Auftrag habe auch dargestellt, dass die Folgekosten des Projekts zu stemmen seien. Komme alles so, wie es derzeit geplant sei, dann werden man eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung in Homburg sehen wie in Mettlach, zeigte sich Schneidewind optimistisch. Auch dorte habe es gegen den Baumwipfelfad starke Widerstände gegeben. „Heute ist das dort der Renner. Und ich bin mir sicher, dass das in Homburg so ähnlich laufen wird.“

Die touristische Neuerschließung des Schlossbergs und der Höhlen sei aber nicht nur wichtig für die Steigerung der touristischen Bedeutung Homburgs, das Projekt werde auch positive Auswirkungen auf die Geschäftswelt in der Innenstadt haben. „Wir wissen alle, dass der Online-Handel ein massives Problem für die Geschäfte ist.“ Hier werde sich eine touristische Attraktion wie der Schlossberg positiv auswirken, könne man doch so Gäste aus dem Einzugsgebiet Rhein-Neckar nach Homburg locken. Diesem Einzugsgebiet müsse man etwas bieten, „die kommen nicht, um hier nur drei Kilometer zu wandern“.

Seien die Touristen  erst einmal in der Stadt, dann nutzten sie auch die Gastronomie und den Handel in Homburg. Damit sei die Neuerschließung des Schlossbergs und der Höhlen nicht nur für den Tourismus in der Stadt wichtig, sondern in der Folge auch eine Möglichkeit, in Zeiten des Online-Handels der Innenstadt eine Überlebenschance zu geben.