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Berufsagentur für Jugendliche
Jugendliche an die Hand nehmen

Auch Jürgen Haßdenteufel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland (links), und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo nutzten gestern das Info-Treffen zur „Jugendberufsagentur im Saarpfalz-Kreis“ zum Austausch.
Auch Jürgen Haßdenteufel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland (links), und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo nutzten gestern das Info-Treffen zur „Jugendberufsagentur im Saarpfalz-Kreis“ zum Austausch. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Kreis-Jugendamt, Agentur für Arbeit und Jobcenter helfen jungen Leuten gemeinsam beim Start in das Berufsleben. Von Thorsten Wolf

Anfang Januar dieses Jahres unterzeichneten Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo und Jürgen Haßdenteufel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, eine ganz besondere Kooperationsvereinbarung: Unter dem Titel „Jugend und Beruf – Jugendberufsagentur“ gingen das Jobcenter des Saarpfalz-Kreises, die Arbeitsagentur für Arbeit und das Kreisjugendamt daran, ihre vorhandenen Ressourcen zu bündelm. Das Ziel: Jugendlichen beim Weg in Ausbildung und Beruf eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, um so auch eine Gesamtbetrachtung von Problem und Problemlösung zu ermöglichen. Begünstigt wird diese Kooperation durch eine recht einmalige Besonderheit: Am Kreisel in der Homburger Talstraße sind alle drei beteiligten Institutionen quasi unter einem Dach zu Hause. Ebenfalls wichtig: Mit der im Januar getroffenen Vereinbarung wurde keine neue Verwaltungsstruktur geschaffen, vielmehr wurde einem strukturierten Zusammenarbeiten der Kooperationspartner ein Rahmen gegeben.

Gestern nun fand vor diesem Hintergrund im großen Sitzungssaal des Homburger Forums eine Veranstaltung statt, die in erster Linie den unterschiedlichen Beteiligten in der Jugendarbeit die Möglichkeit geben sollte, sich näher und besser kennen zu lernen und zu erfahren, mit welchen Instrumentarien die einzelnen Instituitionen arbeiten. Dabei präsentierten sich das Kreisjugendamt ebenso wie die Arbeitsagentur, das Jobcenter des Saarpfalz-Kreises, die Koordinierungsstelle Jugend und Beruf im Saarpfalz-Kreis und das Berufsbildungszentrum St. Ingbert. Zusätzlich wurde auch das neue Logo der Kooperation vorgestellt, die nun unter dem Begriff „Jugendberufsagentur im Saarpfalz-Kreis firmiert“.

Bevor es für die Teilnehmer des großen Treffens darum ging, sich untereinander auszutauschen, wandten sich Theophil Gallo und Jürgen Haßdenteufel ans Plenum. „Es geht uns darum, dass wir jungen Menschen unter 25 Jahren ermöglichen, möglichst schnell auf dem Arbeitsmarkt für sich selbst sorgen zu können. Es geht uns aber vor allem auch darum, Bildungsabbrüche zu verhindern, das ist ein Thema, das uns im Kreis sehr stark beschäftigt.“ Dies, so Gallo, nicht nur vor dem Hintergrund, dass der Arbeitsmarkt derzeit dringend Menschen brauche, sondern vor allem auch, um jungen Menschen Selbstständigkeit zu ermöglichen, „das gehört einfach zur Menschenwürde dazu“.



Dabei sei es auch wichtig, rechtzeitig den richtigen Wink zum richtigen Beruf zu geben. „Wenn ich mir vorstelle, dass junge Menschen nach ihrem Berufsabschluss mit 15, 16 oder 17 Jahren vor der Frage stehen ‚Wofür entscheide ich mich?‘ und dann keine entsprechende Beratung da ist, dann kann das auch schief gehen.“ So gehe es für die drei beteiligten Institutionen unter dem Dach der „Jugendberufsagentur“ darum, die Jugendlichen an der Hand zu nehmen und sie auf dem Weg durch die Verwaltung zu begleiten, „damit sie sich dort nicht ‚verirren‘ und sich frustriert abwenden“. Deswegen, wie Gallo abschließend feststellte, sei diese Kooperation eine ganz, ganz wichtige Einrichtung.

Aus Sicht der Agentur für Arbeit Saarland bezeichnete Jürgen Haßdenteufel den nun gewählten institutionalisierten Begriff „Jugendberufsagentur im Saarpfalz-Kreis“ für die Dreier-Kooperation samt Logo als eine echte Marke, die für die gemeinsamen Anstrengungen von Agentur für Arbeit, Jobcenter und Kreisjugendamt stehe. Haßdenteufel betonte auch noch einmal den Vorteil, den der gemeinsam Standort der Kooperationspartner am Kreisel in der Talstraße für alle Beteiligten habe. „Diesen Vorteil müssen wir auch nutzen, um gemeinsam herauszufinden, wo wir noch Lücken haben.“

Ziel müsse es sein, dass kein Jugendlicher auf dem Weg in Arbeit oder Ausbildung verloren gehe. „Das ist in der Vergangenheit vielleicht ein bisschen zu oft passiert.“ Deswegen gelte es, wie Haßdenteufel klar stellte, um die Optimierung von Prozessen bei der Betreuung der jungen Menschen. Bei den regelmäßigen Treffen der Leitungsebenen der Kooperationspartner sei dann auch die Idee zum gestrigen Treffen entstanden, „einfach zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Verbesserung des Austauschs und zum Verstärken des Wissens über die anderen Partner“.