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Hausdurchsuchung bei Homburger Alt-OB

Homburg. Im Zuge der Nachforschungen rund um die Unregelmäßigkeiten beim Homburger Baubetriebshof hat die Staatsanwaltschaft gestern das Privatanwesen des früheren Homburger Oberbürgermeisters Karlheinz Schöner durchsucht. n Peter Neuheisel,Michael Jungmann

Das Haus des früheren Homburger Oberbürgermeisters Karlheinz Schöner (65) im Stadtteil Kirrberg ist gestern Morgen von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken durchsucht worden.

Die Aktion stand mutmaßlich im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten rund um den Baubetriebshof Homburg . Im Zuge der dortigen Nachforschungen war auch der Alt-OB ins Visier der Ermittler geraten (wir berichteten).

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, geht es im Fall Schöner um den Anfangsverdacht der Untreue, der Unterschlagung und der Vorteilsnahme. So habe er von 2012 bis 2013 an seinem Privatanwesen über mehrere Tage angeblich Baumaßnahmen von städtischen Mitarbeitern während deren Arbeitszeit durchführen lassen. Der Bautrupp soll auch an einem weiteren Anwesen des Beschuldigten, das von dessen Töchtern genutzt wird, gearbeitet haben. In diesem Zusammenhang besteht der Anfangsverdacht, dass ein Homburger Bauunternehmen Arbeiten an dem letztgenannten Anwesen nicht ordnungsgemäß abgerechnet haben soll. Auch das Anwesen der Töchter sowie die Räume der Baufirma wurden durchsucht.



Ferner geht es bei den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft darum, dass für städtische Einrichtungen bestelltes Musik-Equipment im Wert von 12 000 Euro nie dort angekommen sei, sondern vielmehr im Proberaum einer Band, in der Schöner Mitglied ist. Beim Transport von weiterem städtischen Musik-Equipment zu Veranstaltungen mit Schöners Band soll über zwei Jahre auch der Fahrer des damaligen OB eingesetzt worden sein, wobei dem Fahrer diese Fahrten auf Weisung Schöners als Dienstzeit anerkannt worden sein sollen.

Bei der gestrigen Durchsuchung wurde laut Staatsanwaltschaft umfängliches Beweismaterial sichergestellt.

Professor Guido Britz, Verteidiger von Schöner, erklärte: "Mein Mandant ist selbst an der Aufklärung der Vorwürfe interessiert, um bestehende Gerüchte im Keim zu ersticken und Spekulationen entgegenzuwirken."

Schöner (CDU ) war von 2008 bis zu seiner Pensionierung 2014 Homburger Oberbürgermeister.