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Lesung mit Hans Bollinger
Im Dienst der Völkerverständigung

Hans Bollinger begeistert mit seinen Geschichten aus Polen. Am 28. Oktober liest er in der Martinskirche in Limbach-Altstadt.
Hans Bollinger begeistert mit seinen Geschichten aus Polen. Am 28. Oktober liest er in der Martinskirche in Limbach-Altstadt. FOTO: Jörg Illing
Limbach. kkkkkkk

(red) Am Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr, findet in der Martinskirche in Limbach-Altstadt eine Lesung mit dem Autor und Polenkenner, Hans Bollinger, statt. Er wird aus seinem Buch „Unterwegs in Polen“ vortragen. Der 1949 in Wörschweiler geborene Pädagoge, Musiker, Schulleiter und Volkssänger bereist seit mittlerweile 40 Jahren Polen. Seit 1976 mit einer Polin aus Schlesien verheiratet, kennt er Polen besser als seine deutsche Heimat, von Danzig bis Bialystock, von Stettin über Krakau nach Przemysl, von Posen bis Warschau.

Nun hat Hans Bollinger auf Drängen vieler Freunde seine Erlebnisse auf den zahllosen Reisen in 40 Jahren durch Polen aufgeschrieben und in einem Buch mit dem Titel „Unterwegs in Polen“ veröffentlicht. Der Untertitel lautet: Begegnungen mit Menschen, ihrer Geschichte und Heimat.

In den vielen Jahren seiner Reisen kam der Autor in die großen Städte des Landes, aber auch in die entlegensten Gebiete Polens, ob es die immer noch atemberaubende Natur Masurens oder die wilden Berge im Biesciady-Gebirge oder die Wildnis des Bialowieza-Parkes waren.



Und immer wieder traf er auch auf Menschen: Einfache Bauern, die noch nach Großvaters Art und Weise ihre Felder bestellen, urige Köhler, die in der Wildnis leben und Holzkohle produzieren, Förster und Wildhüter, die ihn zu kapitalen Hirschen, Wisenten, Adlern und Schwarzstörchen führten, Bergleute in Schlesien. Doch er wurde auch konfrontiert mit der Geschichte des Landes und der eigenen Geschichte zweier Weltkriege.

All seine Begegnungen mit Menschen, der Geschichte und der Landschaft beschreibt der Autor liebevoll, witzig und manchmal auch spannend, immer in großer Achtung vor der Kultur und der Geschichte des Landes. Er betont: „Mein Buch ist eine Hommage an Polen, an ein Land mit seinen Menschen und Landschaften. Ein Land, das drei Teilungen miterleben musste, das praktisch ausradiert war, das immer ein Spielball zwischen Ost und West war. Aber auch ein Land, dessen Menschen immer wieder aufbegehrt haben, für Freiheit gekämpft und es verstanden haben, ihre Identität zu bewahren.“ Die Lesungen mit Hans Bollinger werden von ihm selbst durch Lieder umrahmt.

Hans Bollinger leitet seit 20 Jahren den trinationalen Verein „Begegnungen auf der Grenze – Rencontres à la frontière – Spotkania na granicy“, mit dem er intensiven Kulturaustausch mit Polen und Frankreich organisiert. Die letzten zehn Jahre war er Leiter des ebenfalls trinationalen Schullandheimes Spohns Haus, wo er zahlreiche deutsch-polnisch-ukrainische Begegnungsmaßnahmen für Schüler durchgeführt hat. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der vor fünf Jahren gegründeten Deutsch-Polnische-Gesellschaft im Saarland.

Neben zahlreichen weiteren Würdigungen, wurde ihm im März 2018 wegen seiner Verdienste im Engagement um die deutsch-polnischen schulischen Beziehungen von der polnischen Staatsministerin für die Schulen die höchste Auszeichnung verliehen, die das Ministerium verleihen kann: die Ehrenmedaille der Kommission für Nationale Bildung.