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Bezahlmodus bei Entsorgung hat sich eingependelt
Grünschnitt-System läuft noch auf Probe

Ob beim Schneiden, Jäten, Mähen:  Wer einen Garten pflegt, bei dem fällt irgendwann Grünschnitt an. Dessen Entsorgung wurde Anfang des Jahres neu geregelt und kostet die Bürger nun Geld.
Ob beim Schneiden, Jäten, Mähen:  Wer einen Garten pflegt, bei dem fällt irgendwann Grünschnitt an. Dessen Entsorgung wurde Anfang des Jahres neu geregelt und kostet die Bürger nun Geld. FOTO: picture-alliance/ dpa/dpaweb / Patrick Pleul
Homburg. 2950 Flatrate-Karten für die Grünschnitt-Entsorgung wurden in Homburg mittlerweile verkauft. Das anfangs stark kritisierte allgemeine Bezahl-System hat sich offenbar eingependelt. Die Probephase läuft bis Ende 2019. Von Ulrike Stumm

Als bekannt wurde, dass die Bürger künftig dafür bezahlen müssen, wenn sie ihren Grünschnitt entsorgen möchten, stieß dies so manchem übel auf. Die Regel, hinter der eine Gesetzesänderung steht, galt ab Jahresbeginn und rief Unmut hervor. Einige Wochen lang war zudem nicht so recht klar, wie genau das nun alles in Homburg laufen soll. Richtlinien waren in einer Stadtratssitzung  verabschiedet worden und wurden dann auch umgesetzt.

Eine der markantesten Änderungen in diesem Zusammenhang: die Einführung der Flatrate-Karte. Diese kostet 25 Euro – und zwar im Kalenderjahr. Wer also beispielsweise erst im April oder Mai eine Flatrate-Karte erwirbt, muss den vollen Preis dafür bezahlen und benötige Anfang 2019 eine neue Karte, da er die Ausgabe von 2018 nicht bis zum März oder April 2019 nutzen kann.

Bei der Einführung der Neuerungen war es draußen bitterkalt, die Gartensaison stand noch bevor.  Mittlerweile haben viele zu Heckenschere und Co. gegriffen – und mussten das, was sie abschneiden, ja auch irgendwie wieder loswerden. Wer die Option „eigener Komposthaufen“ nicht ziehen konnte, der hat mittlerweile Erfahrung mit dem neuen System. Grund also, einmal darauf zu blicken, wie sich die Neuerungen bewährt haben. Am Anfang hat es durchaus gehakt, es habe Schwierigkeiten bei der Umstellung der Abgabe von Grüngut und der Einführung der Flatrate-Karte gegeben, ließ die Stadtverwaltung auf Anfrage wissen. Mittlerweile „sind wir aktuell mit der Entwicklung recht zufrieden“. Der Unmut sei zu erwarten gewesen, „da die Abgabe von Grüngut in Homburg“ zuvor „für die Bevölkerung stets kostenfrei war“. Allerdings seien Vorgaben vom Entsorgungsverband Saar (EVS) gemacht“ worden, „zu denen auch die Übertragung bestimmter Kosten gehört. Insofern kamen wir um eine Gebühr nicht herum“, machte Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff deutlich. Zu den Änderungen gehörte auch, „dass wir eine zentrale Übergabestelle des in Homburg eingesammelten Grünguts an den EVS einrichten mussten und wir die Container aufgrund von Falschnutzung (Müll und andere Fremdstoffe) personalisieren mussten beziehungsweise diese mit Deckeln ausgestattet sind, was aufwändiger ist und teilweise auch das Befüllen erschwert.“



2950 Flatrate-Karten habe man bislang verkauft.  Die muss jeder vorlegen, der den Müll etwa an den Containerstandorten abgeben möchte. Die Öffnungszeiten der Containerstandorte in den Stadtteilen habe man angepasst (siehe auch Infokasten). Kruthoff: „Wir können sagen, dass sich nun das Vorgehen weitgehend eingependelt hat.“

Wer keine Grüngutkarte besitzt oder kaufen möchte, der kann sein Grünzeug am Wertstoffzentrum am Zunderbaum gegen eine kleine Gebühr abliefern. Hier kommt es aber immer wieder zu Diskussionen, da an dieser Stelle nur kleinere Mengen erlaubt sind, sich aber  nicht jeder daran halte (wir berichteten). Bei größeren Mengen sollte samstags die Firma Jakoby aufgesucht werden. Dort funktioniere die Abgabe auch deutlich bequemer, weil die Container an Rampen stehen, so dass diese von oben befüllt werden können.

 Eine Sorge hat sich laut Stadt nicht bewahrheitet: Grüngut wurde nicht so häufig einfach irgendwo in die Natur geworfen wie anfangs befürchtet. Einzelne Ausnahmen gebe es allerdings doch.

Noch ist das ganze  Vorgehen aber nicht in Stein gemeißelt. „Laut EVS-Vorgaben befinden wir uns 2018 und 2019 in einer Art Probephase, in der geprüft wird, wie es ab 2020 weiter gehen soll. Vielleicht kommen noch weitere Änderungen auf uns zu, die sich aus den Erfahrungswerten dieser beiden Jahre und auch aus den Kostenrechnungen ergeben können“, machte Kruthoff klar.

„Wir hoffen natürlich, die Standorte in den Stadtteilen erhalten zu können, es wäre aber auch eine zentrale Sammelstelle für ganz Homburg denkbar.“ Gartenbesitzer könnten also noch weitere Umstellungen in Sachen Grünschnitt-Entsorgung drohen.